ÖSV fordert: "Zeigt, dass ihr weltcupwürdig seid"

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Wissen Sie, wer der letzte österreichische Sieger der Abfahrt in Kitzbühel ist?

Es ist Hannes Reichelt. Der Salzburger sorgte 2014 trotz Rückenproblemen für einen rot-weiß-roten Triumph auf der Streif. Alle Abfahrtssieger>>>

„Es ist möglich, dass mal wieder ein Österreicher gewinnt“, nährt ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher die Hoffnungen auf einen ÖSV-Sieg 2020. „Wir gehören mit zwei Leuten zu den Favoriten.“

Gemeint sind Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr. „Die Burschen kennen die Strecke und sind hier auch schon schnell Ski gefahren“, weiß Puelacher.

"Dann gewinnen wir wieder"

Mayer hat 2015 den Super-G in Kitzbühel gewonnen und stand vier weitere Male am Podest. Zum Auftakt der diesjährigen Hahnenkammrennen belegte Mayer am Freitag Platz zwei. In der Abfahrt ist bis dato ein achter Platz sein bestes Ergebnis.

Die Chancen, dass es diesmal in der Ergebnisliste weiter nach vorne geht, stehen allerdings gut. Bis auf einen Ausreißer in Beaver Creek (31.) war Mayer in dieser Abfahrts-Saison nie schlechter als Fünfter, in Bormio stand er als Dritter am Podest.

„Es fehlen immer Kleinigkeiten wie bei Mathias in Wengen. In Teilabschnitten sind wir sehr schnell, jetzt muss einmal alles zusammenpassen, dann gewinnen wir auch wieder“, ist Puelacher überzeugt, verweist aber auch auf die starke Konkurrenz, angeführt von Beat Feuz.

Kriechmayrs fehlende Lockerheit

Bei Kriechmayr fehlt es laut dem Cheftrainer etwas an der nötigen Lockerheit. Abgesehen von Platz zwei in Beaver Creek schaffte es der Oberösterreicher nie unter die Top fünf. Bei den Klassikern zuletzt in Bormio und Wengen gab es neben einem Ausfall die Plätze zehn und acht.

„Wenn man etwas unbedingt will und es erzwingen will, dann wird es schwierig“, meint Puelacher „Beat Feuz und Dominik Paris haben uns gezeigt, dass eine gewisse Lockerheit dazugehört, um ein Rennen zu gewinnen. Darum machen die beiden auch weniger Fehler. Wir müssen einfach diese Lockerheit bekommen, dann ist einiges möglich.“

Diese Lockerheit just beim Heimrennen in Kitzbühel vor rund 50.000 Fans zu bekommen, ist allerdings schwierig, wie auch Puelacher eingestehen muss. „Es gibt bessere Orte. Aber das sind erfahrene Leute, die bei uns am Start stehen und ums Podium fahren sollten. Ich traue ihnen einfach viel zu.“

Puelacher fordert Leistung ein

Andere müssen hingegen langsam ihre Weltcup-Würde unter Beweis stellen, sagte Puelacher zuletzt. Dieser Forderung verleiht der Cheftrainer in Kitzbühel Nachdruck.

Mit Mayer und Kriechmayr auf den Rängen vier und sechs im Abfahrts-Weltcup ist Österreich nur mit zwei Läufern im Spitzenfeld des Abfahrts-Weltcups zu finden.

„Mit einigen anderen bin ich, was die Leistungen und Platzierungen betrifft, nicht zufrieden“, sagt Puelacher.

Drittbester ÖSV-Vertreter im Abfahrts-Ranking ist der mittlerweile mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzte Hannes Reichelt auf Rang 18. Otmar Striedinger (22.), Daniel Danklmaier (25.), Max Franz (30.) scheinen immerhin noch in den Top 30 auf.

Striedinger, im Vorjahr in Kitzbühel Dritter, hat als bestes Eregebnis in dieser Saison einen 15. Platz zu Buche stehen. Danklmaier fuhr zuletzt in Wengen mit Rang 12 seine stärkste Platzierung ein. Max Franz kämpft in seiner Comeback-Saison nach dem Fersenbruch mit Rückenproblemen und kam noch nicht über Rang 15 hinaus.

"Da heißt es jetzt wirklich einmal: 'Burschen, zeigt uns, was ihr drauf habt'", schickt Puelacher in Kitzbühel einen Weckruf los. "Ich verlange von ihnen, dass sie engagiert und mit Mut und Überzeugung in das Rennen gehen. Dann werden wir auch zu Platzierungen kommen. Da war bis jetzt ganz einfach zu wenig."

"Zeit zu zeigen, dass sie weltcupwürdig sind"

Puelacher betont, dass er seinen Läufern keinen Druck machen will, aber es ist nun mal Mitte der Saison und „irgendwann will man Leistungen sehen“. Es gehe schließlich auch um Startplätze, Punkte und Platzierungen.

"Es ist das Recht des ÖSV, von den Burschen etwas zu verlangen. Es wird ihnen ja auch alles geboten, das man braucht, um schnell Ski zu fahren. Es ist Zeit zu zeigen, dass sie weltcupwürdig und nationalteamwürdig sind."

Deshalb meint Puelacher: „Es ist das Recht des ÖSV, von den Burschen etwas zu verlangen. Es wird ihnen ja auch alles geboten, das man braucht, um schnell Ski zu fahren. Es ist Zeit zu zeigen, dass sie weltcupwürdig und nationalteamwürdig sind."

Von Konsequenzen, wenn die Ergebnisse der „zweiten Garde“ auch in Kitzbühel ausbleiben, will Puelacher nicht sprechen. 

Eine Ersatzbank wie im Fußball gebe es im Skifahren schließlich nicht. „Ich kann mir auch keine Spieler kaufen oder verkaufen und das will ich auch gar nicht. Ich bringe ihnen schon Vertrauen entgegen, nur fordert man dann irgendwann auch Leistungen ein.“

Diese wollen die Läufer natürlich auch zeigen. Ist das nicht der Fall, seien klare Worte auch angebracht, sagt etwa Daniel Danklmaier. „Ein paar Mal gehört uns auch Gas gegeben, gehört uns in den Arsch getreten, weil sonst geht nichts weiter. Wir geben alles, dass wir für uns mal zufrieden sind und die Trainer dann auch zufrieden sind."

Textquelle: © LAOLA1.at

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