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Warum Hämmerle fast kein Doppel-Olympiasieger geworden wäre

Alessandro Hämmerle hat wie schon 2022 in Peking Gold gewonnen. Dabei war sein Antreten alles andere als selbstverständlich.

Warum Hämmerle fast kein Doppel-Olympiasieger geworden wäre Foto: © GETTY

Alessandro Hämmerle hat es schon wieder getan!

Der Vorarlberger hat seinen Olympia-Titel im Snowboardcross erfolgreich verteidigt und Österreich die dritte Goldmedaille bei den Spielen 2026 gesichert. Der Rennbericht >>>

Mit Jakob Dusek steht ein weiterer ÖSV-Snowboarder am Podest, der 29-jährige Niederösterreicher gewann Bronze und damit seine erste Medaille unter den fünf Ringen.

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Erkältet zu Gold

Dass Hämmerle sich Doppel-Olympiasieger nennen darf, war alles andere als selbstverständlich.

Der Vorarlberger war nämlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte angetreten, eine Erkältung machte ihm zu schaffen. "Gott sei Dank habe ich es durchgezogen. Heute Früh habe ich mir gedacht: Meine Güte, wie soll das gut gehen? Ich hatte kaum Energie", sagte Hämmerle im ORF.

Hämmerle nutzte die Mittagspause zwischen dem Setzungslauf und den K.o.-Duellen, um sich etwas zu erholen. "Trotzdem habe ich mir gedacht: Irgendwie bin ich so lasch", gestand der 32-Jährige, dem die Stimme etwas abhanden kam.

"Feine Partie" mit Grondin

Von den gesundheitlichen Problemen war ihm jedoch nichts anzumerken, Adrenalin sei Dank. "Ich dachte mir nur, Schritt für Schritt zu gehen."

Das Achtelfinale überwand er souverän, ab dem Viertelfinale erwischte Hämmerle mit Silber-Gewinner Eliot Grondin "eine feine Partie. Wir haben miteinander geredet, waren beide schnell und haben nicht unnötig riskiert", so der Heeressportler.

Im Halbfinale hatte er den Aufstieg im Foto-Finish fixiert, das große Finale sei ein Fight gewesen. "Zum Glück habe ich den für mich entscheiden können", strahlte der nun zweifache Gold-Gewinner bei Olympischen Spielen.

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Schrecksekunde und "Schwitzen" im Ziel

Die Medaillen-Entscheidung war nichts für schwache Nerven, Hämmerle musste sich gemeinsam mit Teamkollege Dusek nach vorne kämpfen.

Dabei musste der Österreicher einen Schreckmoment überstehen, als er mit Grondin zusammenstieß. "Ich bin Eliot brutal draufgefahren, er hat über die vier Wellen plötzlich die Spur gewechselt und wir sind touchiert." Hämmerle war froh, dass nichts Schlimmeres passierte.

Mit dem Ziel vor Augen sammelte er die letzten Kräfte. "Ich habe nochmal den Windschatten gesucht, das Brett ist einfach marschiert. Zuerst wollte ich rechts überholen, da haben beide (Dusek und Grondin, Anm.) abgedeckt. Also dachte ich mir, dann gehe ich eben links."

"Ich habe schon geschwitzt, als ich zur Leinwand rübergeschaut habe."

Alessandro Hämmerle

Über den letzten Sprung hätte er "voll riskiert - und alles ist aufgegangen", hatte der Vorarlberger gut lachen.

Kurzzeitig sei er sich nicht sicher gewesen, ob es tatsächlich für Gold gereicht hat. "Ich habe schon geschwitzt, als ich zur Leinwand rübergeschaut habe", verriet Hämmerle. Doch Grondin, den er 2022 in Peking im Foto-Finish bezwang, bestärkte ihn - und behielt Recht.

"Davon habe ich als Athlet geträumt"

Anders als bei den von Corona geprägten Spielen in China durfte der Montafoner seinen Erfolg gemeinsam mit dem engsten Kreis feiern.

"Davon habe ich als Athlet geträumt, dafür machen wir den Sport, damit Freunde und Familie zuschauen können", wurde er emotional. "Das gibt einem so viel Energie, auch über den ganzen Sommer. Da geht man dann die Extra-Meilen."

Erneut die Goldmedaille umgehängt bekommen zu haben, konnte Hämmerle kaum fassen. "Ich hätte das nicht gedacht. Die Wochen davor waren psychologisch so anstrengend. Jetzt das Ding um den Hals zu haben - ich kann es noch weniger als vor vier Jahren glauben."

WM-Schmach 2025 ausgemerzt

Gemeinsam mit Dusek am Podium zu stehen, mache den Moment noch schöner.

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Hämmerle und Dusek lassen sich gemeinsam ablichten.
Foto: ©GEPA

Bei der WM 2025 im Engadin waren beide auf Kurs zu Gold und Silber gelegen, ehe sie kollidierten - Hämmerle holte "nur" Bronze, Dusek ging als Titelverteidiger überhaupt leer aus.

"Als ich raufgekommen bin und gehört habe, dass "Jack" im Finale ist, haben wir uns einfach umarmt und gesagt, dass wir es diesmal besser machen", erzählte der 32-Jährige.

Karriereende nach der Heim-WM 2027?

Der Snowboard-Star wandelt indes in den Fußstapfen seiner beiden Vorgänger. Seitdem Snowboardcross olympisch ist, haben nur der US-Amerikaner Seth Wescott, der Franzose Pierre Vaultier und nun der Vorarlberger jeweils zwei Mal Gold gewonnen.

"Das ist ein wenig die Geschichte des Snowboardcross. Dem nächsten Olympiasieger wünsche ich, dass er das auch schafft", sagte Hämmerle, der bei den nächsten Winterspielen 2030 in Frankreich voraussichtlich nicht mehr dabei sein wird.

Im Jahr 2023 zog sich der Boardercrosser bei Stürzen zwei Mal eine Gehirnerschütterung zu. Die Folgen - Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelgefühle, Sehstörungen - führten dazu, dass Hämmerle über das Ende seiner Karriere nachgedacht hat.

Erst seit dem letzten Frühjahr mache ihm der Profisport "wieder Spaß", offenbarte er vor Olympia. "Ich bin froh, dass ich es nicht gemacht, durchgebissen und weitergekämpft habe", konnte Hämmerle nun behaupten, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Jetzt wäre zwar ein "brutaler Zeitpunkt, um das Handtuch zu werfen." Aber: "Nächstes Jahr ist noch eine Heim-WM, da probieren wir es nochmal", betonte der Mann aus Gaschurn.

Im März 2027 will der Vorarlberger direkt vor der Haustür im Montafon den letzten weißen Fleck auf der Landkarte auslöschen - WM-Gold.

Dusek am Unglücksort zu Bronze

Das hat Dusek bereits daheim hängen, für den Niederösterreicher ist Olympia-Bronze einer der größten Karriere-Erfolge. Vor vier Jahren hatte sich der Niederösterreicher bereits im Achtelfinale aus dem Medaillenrennen verabschiedet.

In seiner Saisonvorbereitung auf den Olympia-Winter lief einiges schief. Beim Mountainbiken in Livigno zog sich Dusek im vergangenen September einen Teilabriss des Kreuzbandes zu.

"Gleich da hinten" sei es passiert, deutete der Bronze-Gewinner im Zielstadion. "Dass ich jetzt so dastehe, ist schon speziell."

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