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Gasser-Partner eröffnet im Big Air für Österreich

Für die letzten Olympia-Auftritte sind Clemens Millauer und Partnerin Anna Gasser "auftrainiert wie eine scharfe Bombe."

Gasser-Partner eröffnet im Big Air für Österreich Foto: © GEPA

Snowboarder Clemens Millauer ist es vorbehalten, die 25. Olympischen Winterspiele für Österreich zu eröffnen.

In der Big-Air-Qualifikation am Donnerstag (19.30 Uhr), einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, will der Oberösterreicher bei seinem dritten Anlauf erstmals den Sprung ins Olympia-Finale der besten 12 schaffen. "Ich hätte gern die Chance, meine Sprünge im Finale zu zeigen. Wenn ich die lande, kann alles passieren", sagte Millauer, der Lebensgefährte von Anna Gasser.

Die Doppel-Olympiasiegerin geizte im Vorfeld nicht mit Zuspruch für ihren Partner. "Der Clemens unterschätzt sich selber ein bisschen. Er ist viel besser, als er sich verkauft, und viel besser, als er glaubt. Er hätte das Können für eine Medaille", sagte Gasser. Dem wollte Millauer vor dem Auftritt im neu gebauten Livigno Snowpark auch gar nicht widersprechen. "Die Tricks dazu hätte ich theoretisch." In der Qualifikation findet die Vorauslese statt. "Sie kann bereits ein Favoritensterben sein."

"Alles sehr am Limit"

Gemeinsam mit Gasser ordnete der 31-Jährige dem Olympia-Projekt noch einmal alles unter. "Wir sind jetzt gerade wie so eine scharfe Bombe, die sich für einen letzten Hauptbewerb auftrainiert hat", umriss Millauer die Ausgangslage. "Es ist alles sehr am Limit, auch die Tricks."

Als vergleichsweise großer Athlet hoffte er im Vorfeld auf einen "fetten Kicker", um seine Sprünge fertig zu bringen. Nach den ersten Trainings samt Umbauten an der Schanze meinte er: "Der Kicker ist genau groß genug, dass ich meine Tricks rumkriege, aber die verrückten Japaner keine Weltrekorde mit noch einem 360 mehr aufstellen können." Offen bleibt, inwiefern der fortlaufende Schneefall das Anfahrtstempo beeinträchtigen wird.

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Biorhythmus-Umstellung

Weil die Wettkämpfe teils spätabends stattfinden, hat das Freestyler-Paar am Kreischberg unter Flutlicht trainiert und auch den Biorhythmus vor Wochen bereits umgestellt. "Wir versuchen, unser Niveau untertags runterzufahren und am Abend richtig aufzuwachen. Man muss voll da sein, wenn du Sprünge am höchsten Niveau machst", sagte Millauer.

Er hat aus 53 FIS-Wettbewerben im Weltcup einen zweiten (2021) und dritten Platz (2018) jeweils im Big Air vorzuweisen. Bei Olympia hat es noch nicht fürs große Rampenlicht gereicht.

2018 verpasste er als 13. das Slopestyle-Finale der besten 12, im Big Air wurde er 31. 2022 wurde er 27. im Slopestyle, ehe er sich in der Big-Air-Qualifikation den Knöchel brach und damit auch bei Gasser vor deren Gold-Sprung für einen Schockmoment sorgte. 2026 wird für Millauer definitiv ein olympischer Abschluss.

"Ich bin jetzt 31 Jahre alt, bei den nächsten Spielen wäre ich 35 - sich da körperlich noch ready zu fühlen, ist undenkbar. Die 20-jährigen Asiaten verkraften das noch besser, wenn sie einmal am Kopf landen."

Filmprojekt in Alaska

Er hat sich längst in anderen Gefilden abseits der FIS-Ergebnislisten und anderen Snowboard-Contests einen Namen gemacht. "Wir haben sehr erfolgreiche Snowboardfilme gemacht, wo ich jetzt wahrscheinlich in meiner Primetime stehe", sagte der Red-Bull-Athlet.

Ende April filmt Millauer erstmals in Alaska. "Ein neues Kapitel, auf das ich mich irrsinnig freue."

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