"Frust überwiegt" - ÖSV-Adler nach erstem Bewerb enttäuscht
Stefan Embacher hadert vor allem mit seinem ersten Sprung. Stefan Kraft hat mit der "eigenartigen" Schanze generell noch zu kämpfen. Das Ergebnis allgemein überraschte.
Ein gebrauchter Tag für die ÖSV-Adler!
Groß waren die Hoffnungen, dass Österreichs Skispringer eine Olympia-Medaille auf der Normalschanze holen, stattdessen geht der Sieg an Philipp Raimund, der im Weltcup noch nie ganz oben stand. Er gewinnt 3,4 Punkte vor dem Überraschungsmann Kacper Tomasiak und den ex aequo Drittplatzierten Ren Nikaido und Gregor Deschwanden.
Top-Favorit Domen Prevc geht leer aus, er wird Sechster.
ÖSV-Adler fliegen auf der Normalschanze an Edelmetall vorbei
Embacher hadert mit erstem Durchgang
Olympiadebütant Stephan Embacher hadert vor allem im ersten Durchgang mit einer verwackelten Landung. Der zweite Sprung gelingt ihm deutlich besser, er kann sich noch vom 19. auf den Rang sieben verbessern, dennoch zeigte er sich nach dem ersten Bewerb frustriert.
"Ich habe es im ersten verschissen, das zipft mich an. Vielleicht wollte ich zu viel, ich wollte jeden Meter rauskitzeln, das ist leider in die Hose gegangen", erklärte der 20-Jährige, der 4,8 Punkte hinter dem Podest landet, im ORF-Interview.
Auch die Verbesserung im Finale konnte ihn kaum aufmuntern: "Überwiegen tut der Frust. Es geht um die ersten drei Plätze." Ändern kann er es nach dem Bewerb nicht mehr, schlussendlich ist es "vorbei, ich habe es nicht geschafft", ergänzt der Tiroler.
Hörl: "Elfter interessiert keinen, es zählt nur eins, zwei und drei"
Jan Hörl kann sich im zweiten Versuch ebenfalls um zwei Plätze verbessern. Er belegt Rang elf, dennoch hat auch er sich mehr erwartet. Der elfte Platz interessiere keinen, nur die Ränge eins bis drei würden zählen, so der Salzburger.
Die Hoffnung liegt nun auf den weiteren Bewerben. "Wir haben aber noch ein paar Chancen, wir geben nicht auf", so Hörl, der 2022 mit der Mannschaft Gold holte.
Tschofenig hat nach Durchgang eins noch Chancen
Daniel Tschofenig hat sich im Training auf der Schanze schwergetan, kann aber im ersten Durchgang überraschen.
Ihm fehlen lediglich etwas über zwei Punkte auf das Podest. Im Finale hat es bei dem Bewerb, der von kleinen Abständen geprägt war, einen Angriff gebraucht.
Dieser misslingt. Der Kärntner fällt auf Rang 15 zurück. "Ich musste im zweiten voll riskieren, aber es ist nicht aufgegangen. Gut war es nicht, so ehrlich muss man sein", resümierte Tschofenig.
Kraft weit abgeschlagen
Ebenfalls bescheiden läuft es für Stefan Kraft, der in dieser Saison bereits in Falun auf der Normalschanze gewinnen konnte. Mit der Schanze kann er sich noch nicht anfreunden, er bezeichnete diese als "eigenartig".
Im Finale fällt der Salzburger um drei Plätze zurück, schlussendlich reicht es nur für Rang 27. "Ein harter Tag, ich habe kleine Fehler gemacht, keine groben Schnitzer, aber die darfst du dir nicht erlauben. Es wollte irgendwie nicht sein, es ist irgendwie gar nicht gegangen", sagte Kraft.
Dem 32-Jährigen fehlt zu all seinen Erfolgen noch die Olympia-Einzelgoldmedaille. Groß war die Hoffnung, dass es in Italien klappt, enttäuscht ist Kraft dennoch nur bedingt: "Es fühlt sich gar nicht so bitter an, weil ich so weit weg war. Ich bin eher verblüfft und erstaunt, gar nicht groß traurig."
Widhölzl mit Sprüngen von Embacher und Hörl zufrieden
Embacher und Hörl wären gut gesprungen, beiden hätten sich eine bessere Platzierung jedoch mit der verpatzten Landung zunichtegemacht.
Dennoch hätte sich der Trainer mehr erhofft: "Es ist sehr schade. Es ist natürlich bitter und auch ein bissl enttäuschend, weil wir schon damit gerechnet haben, dass wir vorne mitkämpfen", so Widhölzl
Bereits am Dienstag haben die Skispringer im Mixed-Teambewerb erneut die Chance auf Medaillen (ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker). Dort gehen Julia Mühlbacher, Lisa Eder, Stephan Embacher und Jan Hörl an den Start.