Trennung, Sieg, OP: Dujmovits' Achterbahn-Fahrt

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Wie man eindrucksvoll beweist, dass man für Olympia 2018 bereit ist?

Mit einem Weltcup-Sieg. Dem ersten seit drei Jahren.

Julia Dujmovits geht darüber hinaus als Olympiasiegerin von 2014 in die Spiele von Pyeongchang – das Problem: Der Parallel-Slalom, in dem sie ihren größten Erfolg feierte, ist nach dem Debüt in Sotchi gleich wieder aus dem Programm geflogen, gefahren wird nur mehr der Parallel-Riesenslalom.

Insofern kein Problem, als dass die Burgenländerin drei der vier Weltcup-Siege ihrer Karriere in der noch olympischen Disziplin eingefahren hat.

VIDEO - Der Olympia-Wordrap mit Julia Dujmovits:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)

Aufschwung nach schwerer Saison

Auch mit Podestplätzen in Rogla (3.) und schon zuvor beim Heimrennen in Lackenhof (2.) bewies Dujmovits in den letzten Wochen Edelmetall-Form. Rechtzeitig im Olympia-Winter, nachdem 2016/17 nicht immer nach Wunsch verlief.

Inklusive zweier Operationen und einer Hundertstelsekunde, die bei der Weltmeisterschaft im Slalom auf das Halbfinale fehlten.

Lange vergessene Rückschläge – spätestens in der mittlerweile traditionellen Sommer-Vorbereitung auf Maui richtete sich der Fokus auf die große bevorstehende Aufgabe.

Und dabei ist die 30-Jährige angesichts der jüngsten Ergebnisse mit die größte Hoffnung in einem Team, das aktuell die konstantesten Erfolge abliefern kann.

Druck durch Erfolge im Team

"Wir wissen, unser Team ist stark, und wir hoffen, nicht gleich am Anfang im Raster gegeneinander fahren zu müssen", schätzt Dujmovits gegenüber LAOLA1 die Lage ein.

Die besten Bilder von Julia Dujmovits:

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Tatsächlich wäre etwa mit Daniela Ulbing fast die Slalom-Weltmeisterin, die in Rogla einen vierten Platz im Riesenslalom einfuhr, daheimgeblieben. Sie rückte für die verletzte Sabine Schöffmann nach, die dort den zweiten Platz belegte.

"Das muss man sich einmal vorstellen, was für ein Druck innerhalb der Mannschaft entsteht", gibt Dujmovits zu.

Ein Umbruch im Privaten

Die jüngsten Erfolge sind in einem besonderen Licht zu sehen, lief es privat in den letzten Wochen doch nicht ganz nach Wunsch für die 30-Jährige. Anstelle der Hochzeit mit Freund Bernhard Sieber trennte sich das Sportler-Paar Anfang Dezember nach viereinhalb Jahren.

"Der Dezember war wirklich schwierig für mich. Da ist viel zusammengekommen, und ich habe mir bei den ersten Rennen nicht leichtgetan", meint Dujmovits gegenüber der APA auch im Hinblick auf den Verlust des wichtigsten Sponsors in diesem Zeitraum.

"Thanks an dieser Stelle an das Snowboard-Weltcup-Team – wir alle fighten um unsere Olympiatickets und trotzdem stehen wir geschlossen als Team am Start. Gerade im Dezember war das ein wichtiger Support, um meinen Kopf so gut wie möglich wieder fürs Snowboarden freizubekommen", kommentierte die Burgenländerin auch in Dankbarkeit an die anderen ÖSV-Boarderinnen auf ihrem Blog.

"Veränderung ist ein Gefühl des Fallens und der Unsicherheit zugleich. Man weiß nie, wo man ankommen wird. Es ist die Freiheit, in der alles möglich ist. Keinen Halt zu spüren, ermöglicht gleichzeitig das Gefühl des Fliegens, ein Gefühl des Vertrauens in etwas Größeres."

Schon mit dem Weltcup-Sieg in Bansko ging die Tendenz in Richtung "Fliegen" statt "Fallen". "Ich habe mir vorgenommen, aus dem Ganzen Energie für mich rauszuholen, weil es ja auch ein Schritt zu mir selbst war."



Und dann: Der Daumen

Doch als ob die Rückschläge des Dezembers nicht genug gewesen wären, setzte es bei den österreichischen Meisterschaften auf der Gerlitz Anfang Februar den nächsten Dämpfer: Bänderriss im linken Daumen, ohne Sturz.

"Und zwar so tief bei der Kapsel, dass man den Daumen komplett ausklappen konnte. So ist das, wenn du mit 60 km/h wo dagegen knallst. Ich weiß nicht mehr, ob ich an der Torstange oder am Schnee hängen geblieben bin. Aber ich habe gleich gemerkt, dass es sich nicht gut anfühlt. Ich hatte ja schon genug an den Fingern."

Es folgte eine Operation in Graz, Dujmovits ist zu sechs Wochen mit Schiene gezwungen. Die hätte es auch ohne den Eingriff gebraucht. "Jetzt tut es zwar die erste Woche weh, dafür kann ich nach meiner Karriere noch eine Kaffeetasse heben."

Eine Pause ist für die Burgenländerin nicht drin. "Ohne Olympia würde ich mindestens zwei Wochen pausieren. Aber das ist jetzt gerade keine Zeit zum Jammern, und Aussetzen kann ich mir nicht erlauben."

Unfall als Reminder

Bis zum Olympia-Rennen ist noch etwas Zeit: Die Qualifikation für den Parallel-Riesenslalom steigt am 22., die Medaillen-Entscheidung am 24. Februar - dem vorletzten Tag der Spiele. "Dann werde ich schon eine kleinere Schiene und weniger Schmerzen haben", ist Dujmovits zuversichtlich.

Am großen Gold-Ziel ändere der Unfall jedenfalls nichts. "Noch vor der Operation habe ich mir gedacht, dass das ein guter Reminder ist, künftig die Linie sauberer zu fahren. Das ist also was Positives. Wenn ich's mir jetzt nicht merke, wann dann?"

Vor Olympia nichts mehr zu riskieren, sei wegen der ÖM-Startpflicht keine Option gewesen, betonte Dujmovits. Selbst, wenn es immer das große Ziel war und natürlich bleibt.

"Das steht über allen anderen Zielen so viel drüber, dass prinzipiell egal ist, was sponsormäßig oder sonstwo passiert. Ich bin bereit für mein großes Ziel, und das wird auch ein Daumen nicht ändern."

Erwartungshaltung nicht zu hoch

Überhöhte Erwartungshaltungen sollen angesichts der bisherigen Rückschläge nicht zum Hindernis werden.

"Mein Wunsch ist, einfach am Start zu stehen und bereit zu sein. Dass ich mit Selbstvertrauen reinstarte. Das braucht man an dem Tag, dass man aufsteht und sagt, ich geh da raus und zieh das Ding einfach durch", so Dujmovits.

"Es ist alles möglich, wenn ich das zeige, was ich kann. Aber ich bin zufrieden, wenn ich weiß, dass ich in der Vorbereitung alles gemacht habe. Wenn ich performe und sage, es wäre nicht mehr gegangen."

Nicht nur der Wunsch, auch das Ziel ist eine zweite Olympia-Medaille – vielleicht kommt ja die Hundertstelsekunde aus dem WM-Slalom zu Dujmovits zurück.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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