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Diese WM-Cracks sind für ICE-Klubs spannend

Diese Spieler könnten Kandidaten für die heimische Liga werden:

Diese WM-Cracks sind für ICE-Klubs spannend Foto: © GEPA

Bei Großereignissen lässt es sich traditionell leicht in die Auslage spielen.

Wenn es um eventuelle Neuverpflichtungen für die win2day ICE Hockey League geht, verkleinert sich das Teilnehmerfeld einer A-Weltmeisterschaft aber in Windeseile.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller blickt auf einige Länder und Spieler, bei denen sich eine genauere Betrachtung lohnt:

Es kann auf viele Länder verzichtet werden

Wie schon vor einigen Jahren geschrieben (HIER nachlesen >>>) – für Manager aus der ICE oder DEL sind nur wenige Teams bei einer A-WM interessant.

Ist ja nicht so, dass einen Schweizer Spieler auf einmal die Liebe zu Österreich überkommt und er dort seine 400.000 Franken jährlich auf 70.000 Euro (ICE) einwechseln will. Ähnliches gilt natürlich auch für Deutschland, wo sich die Teamspieler ihren Status gut bezahlen lassen.

Kanada und die USA sind sowieso kein Thema, ihre Cracks spielen in der NHL oder steuern auf diese zu. Schwedische, tschechische und finnische Spieler schauen in die Schweiz, nachdem die KHL nicht mehr so attraktiv sein dürfte.

Kazachstan ist ein in sich bzw. der KHL geschlossener Markt, eigentlich auch Großbritannien, wo Legionäre sehr rar sind. Die italienischen Spieler sind vor allem für Pustertal und Bozen interessant, die wenigen nicht dort agierenden Cracks sollten sie auch so kennen.

Nur vier bleiben

Damit bleiben mit der Slowakei, Norwegen, Frankreich, Lettland und Dänemark nur fünf Länder über, die eventuell Spieler in die ICE schicken könnten oder das bereits getan haben (Jesper Jensen Aabo zum KAC).

Allerdings: Die wenigen slowakischen Cracks, die noch in der heimischen Extraliga agieren, sind etwa junge Draft-Kandidaten (Nemec, Sykora) oder wären wohl auch keine großen Hilfen als Legionäre. Einzig Pavel Regenda aus Michalovce agierte zuletzt bockstark, daher auch sein logischer Move zu Mlada Boleslav in die tschechische Extraliga.

Von den restlichen vier Ländern hat sich die Situation in Lettland neugestaltet. Durch den Rückzug von Dinamo Riga aus der KHL fällt die logische Anlaufstelle für einheimische Cracks, die sich in dieser Liga festkrallen wollen, flach.

Lettische Spieler gelten gemeinhin als sehr mobil und leicht zu integrieren und dürften sich ab Sommer noch mehr über Europa verstreuen als ohnehin schon.

Neun Spieler der WM, die durchaus Kandidaten für die ICE-Liga werden könnten

Anthony Rech (Frankreich, W, 29 Jahre):

Liefert schon seit Jahren in der DEL (Schwenningen, Wolfsburg) offensiv ab und könnte das auch bei einem anderen Team weiter tun. Kann scoren und passen, auch mit einer guten Arbeitsmoral. Wird in unserer Liga angeboten, dürfte aber nur für die besseren Teams in finanzieller Reichweite liegen.  

Pierre Crinon (Frankreich, D, 26):

Wäre natürlich jederzeit erschwinglich. Begann letzte Saison bei Dukla Trencin, ehe er wieder nach Frankreich zurückkehrte. Riesengroßer Defensivdefender ohne jegliche Puckskills und mit schwerfälligen Bewegungen. Wäre keinen Legionärsplatz wert, aber Ljubljana fischt immer wieder gerne in Frankreich und machte dort mit Guillaume Leclerc auch einen Glücksgriff.

Nicolai Meyer (Dänemark, W, 28):

Nicolai Meyer im Dänemark-Dress
Foto: © GEPA

Nach einem Jahr in der ICE ist natürlich kein neuerliches Scouting notwendig. Wird in Europa angeboten, testet mit guten Scorerzahlen aus seiner Saison bei den Vienna Capitals den Markt aus. Spieler mit Janusmaske („Offensiv hui, defensiv pfui“).

Arturs Kulda (Lettland, D, 33):

Ich draftete ihn vor langen Jahren für Atlanta, schaffte einen Kurzauftritt in der NHL, ansonsten aber meist in der KHL tätig. Zuletzt in Krefeld wegen vielen Defender-Verletzungen mit unendlicher Eiszeit. Defensivverteidiger, an den Banden mit Körperkraft effektiv. Kann schießen, aber grundsätzlich unterdurchschnittliche Hände, kein Mann fürs Powerplay. Wird aktiv angeboten. Verletzte sich im ersten WM-Spiel.

Andris Dzerins (Lettland, C, 34):

Letzte Saison in Linz tätig. In die Jahre gekommen, aber ehrlicher Center mit gutem Defensivverhalten. Ein DEL-Team fragte mich vor Wochen über ihn. Meine Antwort: „Die wenige Offensive, die er einmal gehabt hat, hat ihn nun auch verlassen.“ In besseren Ligen ein Tiefencenter, in schwächeren Ligen etwas höher.

Renars Krastenbergs (Lettland, W, 23):

In Villach immer wieder mit guten Rushes und einem verdammt harten und ansatzlosen Schuss. Dazwischen aber immer wieder unscheinbare Phasen, so auch beim WM-Spiel gegen Norwegen. Dinamo Riga fällt für ihn als ernstzunehmende Alternative nach deren KHL-Ausstieg jetzt flach. Wo wird es ihn hinziehen?

Roberts Mamcics (Lettland, D, 27)

Letzte Saison in Riga, Zlin und Linköping tätig. Hünenhafter Defender mit wenig bis gar keinen Puckskills, auch wenn ihn der desolate Absteiger aus Zlin in eine Powerplay-Rolle drängen wollte. Brächte Größe ins Lineup, aber nicht viel mehr.

Christian Bull (Norwegen, D, 25)

Hattrick gegen Österreich bei WM 2019 war der Karrierehöhepunkt für ihn. Seitdem mit einem Kurzauftritt in Krefeld, zuletzt bei Nove Zamky in der Slowakei. Defensivdefender mit überschaubaren Skills. Allerdings sicher sehr billig.

Mathias Trettenes (Norwegen, W, 28)

Wurde schon vor Jahren in der EBEL angeboten, fand dann aber ein Engagement in der Swiss League. Wäre kein Frontline-Legionär in der ICE, aber in zweiter Reihe sicher wertvoll. Sehr gute Beine, leichtfüßig, kann Scheibe übers Eis tragen und auch verteilen. Körperlich kein Faktor und kein Goalgetter., aber ein durchaus interessanter Komplimentärspieler.

 

Österreich gegen Lettland am Freitag ab 19:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>


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