Trotz Aufstieg bleibt ein großes Problem

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Die souveräne Manier, in der Österreich Polen mit 11:0 abschoss und den Aufstieg fixierte, war nach den ersten Spielen der B-WM in Kiew so nicht zu erwarten.

"Ich habe der Mannschaft gesagt: Eine Weltmeisterschaft ist kein Sprint, sondern ein Steigerungslauf", betont Roger Bader. "Im Vorjahr war es genau umgekehrt, da ist die Formkurve nach unten gegangen."

Einer der ersten Gratulanten war Thomas Vanek - per SMS an den Teamchef: "Gratulation zum Aufstieg. Sehr starke Leistung."

Sollte der NHL-Legionär mit seinem zukünftigen Arbeitgeber die NHL-Playoffs 2018 verpassen, wäre auch er - wie Michael Grabner und Michael Raffl - ein Thema für die A-WM in Dänemark, die erst von 4.-20. Mai 2018 stattfinden wird.

Bader: "Wir sind noch keine A-Nation"

Ohne seine prominentesten Spieler war es Baders liebste Philosophie, die den Grundstein zum Aufstieg legte - Verteilung der Verantwortung auf viele Schultern: "Ich wollte deshalb die Belastung auf vier Triebwerke verteilen, dass wir am Schluss noch Körner haben."


Darum war Thomas Vanek nicht dabei:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Der Erfolg in Kiew ist umso höher einzuschätzen, als Bader eine halbe Mannschaft vorgeben musste. Wegen Verletzungen fehlten Stammspieler wie Manuel und Stefan Geier, Andreas Kristler, Raphael Herburger und Mario Altmann. Mathias Lange und Rafael Rotter haben abgesagt.

Selbst, wenn diese Namen ins Team zurückkehren sollten: Für den Schweizer stehen jetzt die ersten Schritte auf einem langen Weg an.

"Wir sind noch keine A-Nation, obwohl wir aufgestiegen sind. Das ist schön und verdient. Aber um eine A-Nation zu sein, eine Mannschaft zu haben, die dann auch oben bestehen kann, haben wir noch einen großen Weg zu gehen."

Raffl hat die Zähne zusammengebissen

Neben mannschaftlicher Geschlossenheit kam unbändiger Wille dazu - personifiziert durch den vorbildlichen Kapitän Thomas Raffl. Der Salzburg-Stürmer überzeugte mit herausragender Leistung und biss im Finish die Zähne zusammen, als er mit einer Sprunggelenksverletzung zwar nur unter Schmerzen gehen konnte, aber dennoch auflief.

"Am Ende haben wir zeigen können, dass wir eine Turniermannschaft sind. Für das gesamte österreichische Eishockey ist der Aufstieg sehr gut. Es soll zeigen, dass wir sehr gute heimische Spieler haben. Sie gehören in den Vereinen mehr forciert und ihnen muss man die Chance geben, dann wird das in den nächsten Jahren Früchte tragen", meinte der Kapitän, der trotz seiner Verletzung nur gegen die Ukraine fehlte.


So wurde in der Kabine gefeiert:


Will man überhaupt einen Spieler besonders aus dem Kollektiv hervorstreichen, müsste dies wohl Bernhard Starkbaum sein, der in allen fünf Spielen gerade einmal vier Tore kassierte. Das ergibt eine Fangquote von 97,08 Prozent, in den letzten drei Spielen musste er überhaupt nicht mehr hinter sich greifen.

Das größte Problem bleibt

Dementsprechend bekommt der Keeper von RB Salzburg Rosen von seinen Mitspielern gestreut. "Alles was durchgekommen ist, hat er mit Ruhe rausgeholt. Das gibt einer Mannschaft extremes Selbstvertrauen", meinte Manuel Ganahl.

Der Torhüter selbst gibt das Lob lieber weiter: "Die Shutouts sind nicht nur mein Verdienst, wenn man sieht, wie Schüsse geblockt worden sind, was die Burschen vor mir weggeräumt haben - da sieht man, was für einen Charakter die Truppe hat. Einige Spieler, die da konstant gute Leistungen gezeigt haben, bekommen im Verein die Chance nicht. So wie der Kirchi (Erik Kirchschläger, Anm.) da gespielt hat, unglaublich."

Damit bleibt am Ende auch das größte Problem, dass es für Roger Bader und Konsorten im Hinblick auf nächstes Jahr zu lösen gilt, prominent stehen. Der Pool an potenziellen Teamspielern muss größer werden, will man sich längerfristig wieder als A-Nation etablieren.

Der Weg dorthin kann nur über eine bessere Ausbildung des Nachwuchses und mehr Chancen für junge Österreicher bei den Vereinen erfolgen, einhergehend mit einer Reduzierung der Legionärsanzahl.


Textquelle: © LAOLA1.at

Lukas Haudum über Schweden und seine NHL-Chance

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