Doch die vielbemühte Floskel - wer die Tore nicht schießt, bekommt sie - bewahrheitete sich. Nach einem Puckverlust in der Offensive führte ein Zwei-auf-Eins-Konter Lettlands zum 0:1. Es war die erste ernsthafte Torchance der Balten.
"Das ist extrem bitter", betont Huber, "wenn wir 1:0, vielleicht sogar 2:0 führen, schaut die Partie anders aus."
"Zum Glück haben wir noch zwei Tore geschossen"
Das Momentum war im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts, bedingt auch durch Strafzeiten Österreichs, auf lettischer Seite.
Dass die Bader-Truppe ihre Probleme in Unterzahl auch im letzten Spiel nicht in den Griff bekam, war wenig förderlich. Lettland führte nach zwei Powerplay-Treffern zur ersten Drittelpause mit 3:0, nach 30 Spielminuten sogar 5:0.
"Auch im Mitteldrittel waren wir die bessere Mannschaft, obwohl es mit 0:5 brutal ausgesehen hat. Trotzdem haben wir Lettland teilweise dominiert, Torchance um Torchance gehabt", meint der Teamchef, "zum Glück haben wir noch zwei Tore geschossen."
Baumgartner in Überzahl mit einem schönen Schuss ins Kreuzeck sowie Rohrer, der ansatzlos ins lange Eck traf, verkürzten auf 2:5.
2:6 sieht wieder hart aus
Mit dem letzten Spielabschnitt war der Teamchef ebenfalls glücklich: "Wir haben dort richtig intensiv gespielt, hatten auch dort ein Chancenplus."
Einzig das finale Gegentor zum 2:6 trübte die Stimmung etwas. "Wir haben uns gut zurückgekämpft, doch ein 2:6 schaut wieder hart aus", ist Huber enttäuscht.
Das Endergebnis sei zwar bitter, hält Bader fest, doch "wir haben in vielen Bereichen eine gute Leistung gezeigt".
Mir ist es trotzdem lieber, drei Mal gegen solche Mannschaften zu verlieren. Das bringt uns weiter als wenn wir gegen gleichwertige Gegner spielen.
Das Resultat müsse richtig eingeschätzt werden, sagt Bader: "Wir haben heute unser bestes Spiel gemacht. Wir waren sehr druckvoll, haben körperbetont gespielt und viele Torchancen herausgearbeitet."
Lieber drei Mal gegen solche Mannschaften verlieren
Bei Wettkämpfen zähle zwar das Resultat, "doch in der Entwicklung der Mannschaft müssen wir die Leistung in den Vordergrund stellen", so der Schweizer.
In der Hinsicht ist der 61-Jährige froh, dass Österreich wieder am Deutschland-Cup teilgenommen hat. "Wenn man gegen drei solcher Mannschaften spielt, die alle besser als wir sind, muss man damit rechnen, dass man drei Mal verliert."
Bader führt aus: "Mir ist es trotzdem lieber, drei Mal gegen solche Mannschaften zu verlieren. Das bringt uns weiter als wenn wir gegen gleichwertige Gegner spielen."
Huber bestätigt: "Man hat beim gesamten Turnier gesehen, wie gut das internationale Eishockey ist, wie wir uns mit Blick auf die WM noch verbessern müssen. Wir können aus diesem Turnier nur lernen."
ÖEHV-Zukunft beim Deutschland-Cup?
Wie es, gerade angesichts des ernüchternden Ausgangs, um Österreichs weitere Zukunft beim Deutschland-Cup steht, kann Bader noch nicht sagen: "Wir machen das mit Deutschland Jahr für Jahr neu aus."
Ich bin guten Mutes, dass es der Fall sein wird.
Er verweist auf die gute Beziehung zum Deutschen Eishockey-Bund, gegen den großen Nachbarn bestreitet Österreich während der WM-Vorbereitung seit einiger Zeit bereits zwei Testspiele. Das wird auch 2027 wieder der Fall sein.
Bader wird in seiner Rolle als ÖEHV-Sportdirektor jedenfalls beantragen, dass Rot-Weiß-Rot auch nächstes Jahr dabei ist. "Ich bin guten Mutes, dass es der Fall sein wird", so der Schweizer, obwohl die internationale Konkurrenz mit Dänemark und Norwegen gegeben ist.
Zusätzlich steht hinter der Teilnahme Russlands bei IIHF-Wettkämpfen weiter ein großes Fragezeichen. Die Entscheidung, ob das ÖEHV-Team auch nächstes Jahr am traditionsreichen Turnier teilnehmen darf, "fällt in naher Zukunft", sagt Bader.