Nationalteam ist für Thomas Vanek "Geschichte"

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Seit der unschönen Episode bei den Olympischen Winterspielen 2014 hat Thomas Vanek nicht mehr für Österreich gespielt, dabei bleibt es auch.

Der NHL-Star wird nicht mehr für das Nationalteam auflaufen, wie er in einem Interview mit der "Krone" bekräftigt:

"Ich denke, dieses Kapitel ist für mich geschlossen, das Team Geschichte. Teamchef Roger Bader macht einen wirklich guten Job, fördert die jungen Spieler. Das ist gut so und auch der richtige Weg."

Zudem erneuert Vanek seine Kritik am Weg, den das österreichische Eishockey eingeschlagen hat.

Nachwuchs-Problem: Zu wenig gute Österreicher

"Ich habe schon vor 10, 15 Jahren gesagt, was falsch läuft", moniert der 35-Jährige und kritisiert die Punkteregel in der EBEL. Wenn man etwas verändern wolle, müsse man im Nachwuchs beginnen. Wenn man nicht genug gute Österreicher für die Liga habe, müsse man dort ansetzen.

"In Österreich gehören die Spieler in jungen Jahren entwickelt, nicht erst mit 16, 17. Das ist das, was wir seit Jahren falsch machen: Wir investieren in Ausländer oben und weniger in den Nachwuchs unten. Das ist schade", so Vanek.

Dass die 99ers in der Liga vorne liegen, freut den Grazer. Doch ob die Steirer Erster oder Zehnter sind, würde nichts ändern: "Wird in Graz künftig mehr Geld in den Nachwuchs gesteckt, wenn sie Meister werden? Ich glaube nicht. Das ist das Traurige daran."

Hoffen auf Marco Rossi

Die Schweiz würde mehr Spieler in die NHL bringen, mit Nico Hischier hatten die Eidgenossen sogar einen Nummer-1-Pick im Draft. Für Österreich wäre dies genauso möglich, wenn man einen besseren Job im Nachwuchs machen würde.

Eigentlich hatte man gehofft, dass Vanek den Weg für weitere Österreicher in die NHL ebnen würde. Mit Michael Grabner und Michael Raffl halten sich zwei Kärntner schon seit Jahren in der besten Eishockey-Liga der Welt. Nachschub bleibt indes seit längerer Zeit aus.

Ob der erneute Weckruf des besten Eishockey-Spieler Österreichs aller Zeiten hilft? Vanek selbst baut darauf, dass die Ideen von Bader fruchten, dies würde jedoch rund ein Jahrzehnt brauchen.

Aktuell heißt seine Hoffnung auf den nächsten NHL-Österreicher Marco Rossi: "Marco Rossi könnte der Nächste sein, er ist auf einem guten Weg. Ich hatte aber gehofft, dass mehrere nachkommen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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