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Neo-Trainer Zöchling reist mit "intaktem Team" nach Übersee

Für einen Großteil der ÖSV-Läuferinnen geht es demnächst nach Argentinien und Chile. Es gibt weiterhin zwei verletzungsbedingte Ausfälle.

Neo-Trainer Zöchling reist mit "intaktem Team" nach Übersee Foto: © GEPA
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Er sieht sich als "lösungsorientiert", als ein "ruhiger und akribischer Arbeiter". Johannes Zöchling ist neuer Chef von Österreichs Alpinskifrauen, die ab Samstag gestaffelt zum Überseetraining nach Argentinien und Chile aufbrechen.

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Der Reihe nach werden alle Weltcup-Gruppen in Südamerika ihre Schneefahrten absolvieren, um für den jeweiligen Saisonauftakt in Sölden (Riesentorlauf/Oktober), Levi (Slalom/November) oder Beaver Creek (Speed/Dezember) bereit zu sein.

Zöchling folgte auf Roland Assinger, der sich eine "Luftveränderung" gewünscht hatte und eine Trainerposition im Europacup der ÖSV-Männer übernahm.

Der Führungsstil des Kärntners polarisierte, der Niederösterreicher Zöchling bekam bei seinem Amtsantritt aber "keinen Rucksack umgeschnallt", wie er im APA-Gespräch versicherte. "Wir haben über die Vergangenheit geredet, man will sich im Gesamten ja weiterentwickeln. Aber im Großen und Ganzen bin ich der Überzeugung, dass ich ein intaktes Team übernommen habe, mit dem ich gut weiterarbeiten kann."

Zöchling will lösen, was realistisch lösbar ist

Es sei gut gearbeitet worden und gute Trainer am Werk, jede Weltcupgruppe erzielte einen Podiumsplatz, es ist ein "funktionierendes System", meinte Zöchling. "Dass sie es können, haben sie gezeigt, jetzt müssen wir Konstanz reinbringen und schauen, dass wir permanent jemanden am Podium mit dabei haben. Es sind Athletinnen da, die richtig schnell und gut Skifahren können."

Zöchling arbeitete von 2010 bis 2024 für den ÖSV, war danach Trainer der norwegischen Technikerinnen, ehe er für den Chefposten nach Österreich heimkehrte und sich gleich "sehr willkommen" fühlte. Zum Teil besuchte er die Läuferinnen auch daheim für persönliche Gespräche.

Mit seiner Selbsteinschätzung "ruhig" meinte Zöchling, dass er nicht so emotional sei, dass er versuche, analytisch an verschiedene Sachen heranzugehen und der Ursache auf den Grund zu gehen. "Man muss ehrlich sein, wir sind im Leistungssport tätig, da wird Leistung gefordert. Das ist klar. Aber das versuche ich in einer ruhigen Art und Weise rüberzubringen und zu kommunizieren."

Offene Kommunikation im Vordergrund

Es fahre keine Athletin absichtlich langsam oder absichtlich schlecht, jede wolle das Bestmögliche rausholen. "Es wollen alle, und das weiß ich auch. Unsere Aufgabe ist, sie bestmöglich zu unterstützen, dass sie am Renntag ihre bestmögliche Performance abliefern können." Zuzuhören, Schlüsse daraus zu ziehen und Lösungen zu finden, die realistisch und zielführend sind, hat er sich vorgenommen.

Gelebt werden soll die offene Kommunikation. "Denn wenn ich etwas nicht weiß, kann ich es nicht lösen." Nicht alles ist freilich lösbar und manche Wünsche unerfüllbar - logistisch, organisatorisch oder finanziell.

Liensberger und Egger nicht nach Südamerika

In Südamerika wartet ausreichend Schnee auf die Läuferinnen. Zuerst auf die Reise begibt sich die Gruppe mit u.a. Riesentorlauf-Weltcupsiegerin Julia Scheib, Stephanie Brunner und Ricarda Haaser, die das Lager in Ushuaia (Argentinien) aufschlägt.

Für die Speed-Fahrerinnen wie Cornelia Hütter, Ariane Rädler und Nina Ortlieb geht es Anfang September nach La Parva (Chile), dort kommen dann auch Scheib und Co. dazu. Das Slalom-Team mit Katharina Truppe, Katharina Huber, Katharina Gallhuber und Lisa Hörhager ist Ende des Monats nach Argentinien gebucht.

Alle treten die Reise aber nicht an. So Katharina Liensberger, die Vorarlbergerin wird nach der am 2. Jänner erlittenen Knieverletzung (Fraktur des Schienbeinkopfs, Meniskus- und Innenbandriss) Mitte bis Ende September wieder erste Fahrten auf Schnee absolvieren, es soll ein langsames Heranführen werden.

"So weit verläuft die Reha gut, es war doch eine ziemlich schwere Verletzung, wo man keine genauen Prognosen zu wann wie wo was abgeben kann. Aktuell wird Kraft- und Konditionstraining forciert. Wann sie wieder ins Renngeschehen einsteigt, ist total offen", sagte Zöchling.

Neuer Verletztenstatus schützt Läuferinnen

Bei der Rückkehr soll Liensberger wieder konkurrenzfähig sein, der neue Verletztenstatus schützt sie länger im Ranking. "Ob sie in Levi anfängt oder in Courchevel, sie steigt auf Position neun ein und die WCSL (Startrangliste/Anm.) fängt erst wieder zum Laufen an. Sie hat keinen Druck, mit Saisonbeginn ins Renngeschehen einzusteigen", erläuterte Zöchling.

Auch Magdalena Egger (Kreuzband, Seitenband und Außenmeniskus im rechten Knie verletzt) bleibt in Europa, sie wird ebenso im September mit Schneetraining starten. Wo ist offen, weil es heuer im Sommer massive Schwierigkeiten und Teilsperren auf den Gletschern von Zermatt und Saas Fee gibt.

Ihre Karriere beendet hat Speed-Routinier Mirjam Puchner, zum Weitermachen entschieden hat sich Cornelia Hütter. "Es ist gut, sie als Zugpferd weiter dabei zu haben. Conny ist voll motiviert und gibt richtig Gas im Konditraining", sagte Zöchling.

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