Haudum: "Wichtig wäre, dass mehr nachkommt"

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Österreichs NHL-Zukunft nach Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl? Sie scharrt schon in den Startlöchern.

Aber noch einige Zeit, bevor etwa Marco Rossi, Topscorer der ÖEHV-U18 bei der vergangenen C-WM, ein Thema wird, pirscht sich mit Lukas Haudum ein aktuell in Kiew tätiger Youngster an die größte Eishockey-Liga der Welt heran.

Zum dritten Mal steht der Legionär der Malmö Redhawks auf der europäischen Draft-Liste des Central Scouting Service – diesmal auf Rang 79.

Eine Steigerung gegenüber den Vorjahren, in denen er nach Listenplatz 93 im Jahr 2015 zuletzt an 105. Stelle zu finden war.

Ein kontinuierlicher Fortschritt

Der Unterschied zu den erfolglosen Drafts? Mit bald 20 Jahren – in einem Monat hat der Linzer Geburtstag – befindet sich der Center, der auch Linksflügel spielen kann, in einem erfahreneren Alter für den Wechsel über den großen Teich.

Und: In diesem Jahr schaffte er nach dem Wechsel zu Malmö auch den Sprung in die SHL-Mannschaft der Südschweden. Damit hat Haudum Erfahrung in einer der besten Profi-Ligen überhaupt vorzuweisen.

Zwar ist die Konkurrenz auch 2017 riesig – neben der Liste mit den europäischen Skatern gibt es noch jene mit den nordamerikanischen – der Aufstieg im Ranking aber ein Indiz dafür, dass seine Entwicklung wahrgenommen wird.

Von allem ein bisschen

"Ich kann meine Chancen überhaupt nicht einschätzen", gibt Haudum gegenüber LAOLA1 zu. "Aber wenn dich ein Team will, musst du die Chance natürlich nutzen."


Lukas Haudums toller Gamewinner gegen Italien:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Die notwendigen Entwicklungsschritte, die es für eine mögliche NHL-Zukunft bräuchte, habe der 19-Jährige jedenfalls gemacht.

"Ich glaube, dass ich von allem etwas habe, ein kompletter Spieler bin. Ich habe mich in letzter Zeit wirklich weiterentwickelt, aber man muss realistisch bleiben. Es braucht eben auch ein bisschen Glück, aber ich würde es nicht ausschließen."

Keine Salti vorwärts

So etwas wie einen persönlichen "Karriere-Fahrplan" hat Lukas Haudum trotz des kleinen Fensters, das sich schon jetzt auftut, nicht.

"Ich schaue nur in die nahe Zukunft. Man braucht ja auch Glück mit den Verletzungen."

Gedanklich darauf einstellen, einen Sprung raus aus Schweden zu machen, will er sich ebenso nicht.

"Ich weiß zwar noch nicht, was Malmö mit mir plant – ob ich vielleicht wieder in die zweite Liga ausgeliehen werde – aber derweil sieht es gut aus. Mit einem guten Sommertraining will ich mich weiterentwickeln und dann erst einmal mehr Eiszeit bekommen", kommt der Begriff "NHL" bei Haudums Antwort auf den nächsten Schritt nicht vor.

Ein klein wenig Hin und Her

Neben den 29 Spielen, die Haudum für die Redhawks in der SHL absolvierte (und dabei vier Treffer und sieben Assists verbuchte), durfte er in 20 Partien für den zweitklassigen IK Pantern, ebenfalls aus Malmö, auf die Eisfläche.

Die ersten beiden Jahre nach seiner "Auswanderung" in den hohen Norden verbrachte Haudum bei der U18 bzw. U20 von Södertälje, weiter nordöstlich in der Nähe von Stockholm.

Somit schlüpfte der ÖEHV-Stürmer in drei Jahren schon in Trikots ebensovieler verschiedener Klubs des skandinavischen Landes.

"Für das letzte Junior-Jahr war es eigentlich perfekt, dass ich so viele Spiele bekommen habe. Aber auf eine gewisse Art wäre es besser, sich auf eine Mannschaft konzentrieren zu können – zumindest, wenn man dort auch spielt", könnte der Nachwuchs-Stürmer künftig auf das Pendeln verzichten.

Auch dem liebsten Kollegen eine draufgeben

Dass es manchmal doch etwas schneller gehen kann, merkt Lukas Haudum eben mit dem EBEL-Cracks-gespickten ÖEHV-Team bei der B-WM in Kiew.



Nach dem Ausfall von Kapitän Thomas Raffl fiel dem jüngsten Kaderspieler von Roger Bader gegen die Ukraine eine tragendere Offensivrolle zu, wenngleich er noch auf seinen ersten Scorerpunkt wartet.

Das Training im Nationalteam reicht für den Schweden-Legionär noch nicht an die Zustände beim Verein heran.

"Dort wird am Eis sehr viel Wert darauf gelegt, dass man 100 Prozent gibt, jede Übung mitmacht und Zweikämpfe wie im Spiel umgesetzt werden. Die Trainings sind dadurch in Malmö ein bisschen intensiver."

Dazu kommt die Umstellung in der Spielanlage: "In der EBEL wird nicht so geradlinig und schnell gespielt. Der Unterschied ist aber schwer zu erklären."

Mehr hilft mehr

So schlecht das für die heimische Liga klingen mag: Was die Zukunft betrifft, ist Lukas Haudum der EBEL nicht negativ gesinnt.

"Im Endeffekt gibt es keinen großen Unterschied in der Nachwuchsarbeit zwischen Österreich und Schweden. Da schauen sich die Vereine ja einiges aus Skandinavien ab. Es liegt an der Disziplin der einzelnen Spieler, denn wenn du selbst nicht bereit bist, zu arbeiten, hilft der beste Trainer nichts."

Letzten Endes sei der größte Fortschritt, den er im eisläuferischen Bereich gemacht habe, nur der größeren Konkurrenz im Land der "Tre Kronor" geschuldet gewesen.

"Wichtig wäre daher, dass im Nachwuchs mehr nachkommt, damit die Masse da ist", so die Meinung des Jungspunds.

Mit seiner Zukunft in einer Top-Liga könnte Lukas Haudum als Vorbild selbst einiges dazu beitragen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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