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Krawalle nach Milano-Bozen: "Wollen solche Leute nicht haben!"

Das erste Italien-Derby hat bei Liga-Manager Christian Feichtinger Eindruck hinterlassen. Nach dem Spiel kam es allerdings zu Ausschreitungen.

Krawalle nach Milano-Bozen: "Wollen solche Leute nicht haben!" Foto: © Nicola Martello

"Die Stimmung war im positivsten Sinne unfassbar, das werde ich mein Leben lang nicht vergessen", sagt Christian Feichtinger gegenüber der "Krone".

Der Geschäftsführer der win2day ICE Hockey League war von der Kulisse beim ersten Italien-Derby seit 14 Jahren zwischen dem Milano HC und dem HC Bozen beeindruckt.

Beim 4:3-Overtime-Sieg der "Foxes" war die neue Arena in der Mailänder Vorstadt Rho mit 4.000 Zuschauern ausverkauft, beide Fanlager sorgten für eine beeindruckende Kulisse.

Ausschreitungen nach Spielende

Während des Klassikers blieb es unter den verfeindeten Anhängern ruhig, rund 200 Polizisten und etliche Sicherheitskräfte waren für das Hochrisikospiel abgestellt worden.

Nach dem Spiel kam es allerdings doch zu Ausschreitungen, die man in Österreichs Eishockey nicht gewohnt ist.

Als die Südtiroler Fanbusse gerade im Begriff waren, die Heimreise anzutreten, wurden sie von rund zwei Dutzend Mailänder Ultras attackiert. Das ist auf mehreren Videos zu sehen, die in den Sozialen Medien kursieren.

Vier Festnahmen, keine Verletzten

Zu Personenschäden soll es dem Vernehmen nach nicht gekommen sein. "Es gab keine Verletzten", erklärt Feichtinger, "eine Scheibe kam zu Bruch."

Die Fahrer der beiden Fanbusse sollen unter Schock stehen, berichtet Erika Rauch vom Busunternehmen Sonnenreisen.

"Solche Leute wollen wir beim Eishockey nicht haben, sie werden sehr lange keine Halle mehr von innen sehen."

Liga-Manager Christian Feichtinger

Mailands Klubpräsident Christof Leitner meint in einer Stellungnahme: "Die Verantwortlichen wurden identifiziert, bei den zuständigen Behörden wurden offizielle Anzeigen erstattet, und gegen die beteiligten Personen wurde ein Verbot des Zutritts zur Arena verhängt."

Vier Personen sollen demnach festgenommen worden sein. Feichtinger: "Solche Leute wollen wir beim Eishockey nicht haben, sie werden sehr lange keine Halle mehr von innen sehen."

Milano und Bozen verurteilen Vorfälle aufs Schärfste

Sowohl der Milano HC als auch der HC Bozen verurteilen die Vorfälle indes aufs Schärfste.

In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es: "Ein solches Verhalten ist inakzeptabel und widerspricht den Werten des Sports ebenso wie der Leidenschaft, dem Fairplay und dem gegenseitigen Respekt, für die die große Mehrheit der Fans beider Mannschaften steht."

Die Begegnung sei von "großer Begeisterung, einer mitreißenden Atmosphäre und der gemeinsamen Leidenschaft für den Eishockeysport" geprägt gewesen. "Diese positiven Eindrücke verdienen es, so in Erinnerung zu bleiben und gewürdigt zu werden."

Rivalität dürfe niemals zur Feindseligkeit werden. Man werde sich auch künftig gemeinsam für eine positive und verantwortungsbewusste Fankultur einsetzen, die von Leidenschaft, Fairplay und gegenseitigem Respekt getragen wird.

Bozen hebt "äußerst professionellen" Empfang hervor

Die Südtiroler unterstreichen zudem, dass man vom Milano Hockey Club "äußerst professionell" empfangen wurde und "die Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Stadions voll und ganz angemessen waren."

Wie es trotz des großen Sicherheitsaufgebots zu den Krawallen kommen konnte, ist aktuell Gegenstand von Ermittlungen.

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