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Scouting Report
Warum die Pioneers-Transfers in der ICE einzigartig sind
Bernd Freimüller erklärt die Auffälligkeiten und Gründe der Strategie im "Ländle". Außerdem stellt er Neuzugang Roberts Bukarts vor.
Zwei neue Spieler bei den Pioneers Vorarlberg, die – ohnehin schon dünn besetzt – jetzt auch unter Verletzungen leiden.
Mit Michael Kernberger kommt ein solider österreichischer Defender, mit Robert Bukarts ein Routinier, der seit Jahren für sein Scoring bekannt ist. Bukarts ist auch ein weiteres Beispiel für eine interessante Philosophie der Pioneers-Zugänge seit dem Liga-Einstieg.
Ein Blick auf die Pioneers-Zugänge der letzte Jahre von LAOLA1-Scout Bernd Freimüller (Anschluss-Saisonen wurden nicht berücksichtigt):
2022/23
Vor der Saison:
Christian Bull, Clayton Kirichenko (verletzte sich im ersten Saisonspiel), Hampus Eriksson, Jack Jacombe, Luka Maver, Matt Revel (verletzte sich in der Vorbereitung und beendete danach seine Karriere), Tyler Sandhu
Nach Saisonbeginn:
Richard Jarusek, Guus van Nes, Andreas Heier
2023/24
Vor der Saison:
Olli Vanttaja, Cedric Lacroix, Steve Owre, Nick Pastujov, Michael Pastujov
Nach Saisonbeginn:
Bobo Petersson, Matej Podlipnik, Joonas Oden
2024/25
Vor der Saison:
Jacob Friend, Jacob Lundegard, Ross MacDougall, Oliver Cooper, Brady Gilmour, David Keefer, Joseph Nardi, Josh Passolt, Lucas Sowder
Nach Saisonbeginn:
Roni Allen, Orrin Centazzo
2025/26
Vor der Saison:
Julius Reini, Louie Roehl, Colin Adams, Nathan Burke, Casey Dornbach, Eric Florchuk, Cole Gallant
Nach Saisonbeginn:
Aatu Aarnio, Roberts Bukarts
Eine Aufstellung, die auf dem ersten Blick nicht viel aussagt – viele längst vergessene Namen, einige noch heute in der ICE tätige Volltreffer (Kirichenko, van Nes, Owre), andere kamen in Europa unter (Lacroix, Passolt, MacDougall).
Doch darum geht's hier gar nicht: Wer sich nämlich die fettgedruckten Spieler (EU-Pässe) auf dieser Liste ansieht, könnte glauben, dass die Pioneers am Transfermarkt schizophren agieren: Im Sommer liga-üblich vor allem am nordamerikanischen Markt mit einigen europäischen Farbtupfern, während der Saison fast ausschließlich in Europa.
In Zahlen:
Vor der Saison:
28 Spieler gesamt, davon 6 EU-Bürger = 21 Prozent
Nach Saisonbeginn:
10 Spieler gesamt, davon 9 EU-Bürger = 90 Prozent
Ein derartiges Missverhältnis gibt es bei keiner anderen ICE-Organisation. Auch während der Saison verstärken sich die Teams vornehmlich mit nordamerikanischen Cracks – das nächste Beispiel dürfte der ersehnte neue Goalgetter bei den Vienna Capitals sein.
Die Gründe für die zwei verschiedenen Transferphilosophien der Pioneers sind altbekannt, schon Dornbirn litt darunter: Kein anderes Bundesland lässt sich bei der Ausstellung der Arbeitsbewilligungen so viel Zeit wie Vorarlberg. Was woanders in wenigen Tagen erledigt ist, kann dort bis zu einem Monat dauern.
Das ist im Sommer noch verkraftbar, wenn Spieler Anfang August ankommen, sollten sie doch Mitte September spielberechtigt sein. Während der Saison ist ein Monat fast unmöglich, der letzte Saison nachverpflichtete Kanadier Orrin Cantazzo, der zuvor schon in Europa (Poprad) tätig war, musste dementsprechend auch auf seine ersten Einsätze länger warten. EU-Spieler, zu denen auch Bukarts gehört, sind dagegen “Plug-and-Play-Player”, können fast umgehend eingesetzt werden.
Sich schon im Sommer nur auf den europäischen Markt zu konzentrieren, wäre aber auch nicht sinnvoll. Vor allem im Preissegement der Pioneers kann man in Nordamerika eher eine Trouvaille finden als in Europa, wo Spitzenleute natürlich das Preisniveau kennen und in besseren Ligen bleiben wollen.
Wer ist Roberts Bukarts?
Wer die A-WMs genauer betrachtet, kennt den Winger natürlich schon seit langem, er war über ein Jahrzehnt (elf Turniere insgesamt) ein Fixstarter, versäumte aber das letzte Turnier wegen einer Verletzung.
Auch im Klub-Eishockey war der heute 35-Jährige ein solider Mann, vor allem in der tschechischen Extraliga. Dort erzielte er für Zlin, Trinec und Vitkovice 139 Tore in 451 Spielen.
Der Bukarts, den ich international und in der Extraliga gesehen habe, war in besten Zeiten eine Offensivwaffe, der durchaus gute Plays machen konnte, vor allem aber mit seinem Schuss von der linken Halfwall im Powerplay gefährlich war. Nicht unbedingt ein Zwei-Weg-Spieler, aber ein Offensiv-Bringer, der im eigenen Drittel okay war.
Aber man brauch nichts schönzureden: Zuletzt merkte man ihm sein Alter schon an, seine Offensive ging merklich zurück und es verwunderte daher nicht, dass Vitkovice im Sommer seinen eigentlich noch laufenden Vertrag auflöste.
Seitdem war der älteste der Bukarts-Brüder (Rodzers ist ein Eishockey-Schweizer, Rihards kennt man u. a. von seinem Gastspiel in Klagenfurt) vereinslos, spielte aber für Lettland beim Deutschland-Cup. Und um das Nationalteam geht es für Roberts auch: Ohne Spielpraxis wäre bei all seinen Meriten eine Einberufung zu Olympia ein großes Fragezeichen, bei regelmäßigen Einsätzen und guten Leistungen könnte er noch auf den Zug aufspringen. Die Kaderbekanntgabe muss bis 31. Dezember erfolgen.
Ein prominenter Name, wenn auch im höheren Alter, also als Nachverpflichtung für die Pioneers und gleichzeitig ein weiteres Beispiel für eine in der Liga einzigartige Personalpolitik...