Er hat mir die Option gegeben, dass ich gehen kann.
Dem vorausgegangen war ein Gespräch mit General Manager Helmut Schlögl nach Saisonende. "Er hat mir die Option gegeben, dass ich gehen kann", verrät der 1,95-Meter-Hüne im Gespräch mit LAOLA1.
Schlögl sei der Ansicht gewesen, dass es für seine Karriere besser wäre, sich einem anderen Klub anzuschließen, damit er dort sein volles Potenzial ausschöpfen könne. "Dem habe ich zugestimmt", nickt Wimmer.
Der Wille, sich zu etablieren, war da
Schon vor einem Jahr hätte der zweifache A-WM-Teilnehmer die Möglichkeit gehabt, Salzburg zu verlassen. Bevor Wimmer seinen Vertrag verlängerte, gab es Angebote anderer Teams aus der win2day ICE Hockey League, bestätigt er.
Doch der Wille, sich endlich im Profi-Kader zu etablieren, war größer. "Natürlich war das Ziel, dass ich mich in Salzburg durchsetze. Ich dachte, dass mir das gelingen würde", betont Wimmer.
Doch der Sommer war noch nicht einmal richtig vorbei, als Wimmer eine Beinverletzung erlitt. Erst am 30. November konnte der Defensiv-Akteur sein erstes Liga-Spiel bestreiten.
Kein Groll
Nach 24 Einsätzen wurde der 45-fache ÖEHV-Teamspieler pünktlich zu den Playoffs ins Farmteam geschickt. Ein Vorgehen, das Wimmer aus den Jahren davor nur zu gut kannte.
"Es kann immer noch ein Spieler geholt werden, wenn man einen braucht", weiß er. Das könne schon frustrierend sein, gibt Wimmer zu. "Ich will ihnen jedoch nicht die Schuld geben, dass ich nicht gespielt habe."
Dennoch sei es in Salzburg schwieriger als bei anderen Vereinen, sich nachhaltig einen Kaderplatz zu erspielen. Aber: "Man kann das auch als Motivation nehmen, um zu schauen, was einem fehlt und sich dementsprechend zu verbessern."
Überraschendes WM-Debüt
Head Coach Philipp Lukas sieht im 24-Jährigen jedenfalls einen der "vielversprechendsten heimischen Verteidiger", der in den entscheidenden Momenten jedoch nicht das entsprechende Vertrauen erhalten habe.
Neben dem Linzer Trainer gilt ÖEHV-Teamchef Roger Bader als einer der größten Förderer Wimmers. Der Schweizer nahm ihn 2022 zur A-Weltmeisterschaft nach Finnland mit, obwohl der damals 20-Jährige zu diesem Zeitpunkt lediglich elf ICE-Spiele in den Beinen hatte.
Das kam auch für Wimmer überraschend, die Erinnerungen daran sind noch frisch. "Die erste Woche hat in Linz stattgefunden. Ich bin hierher gekommen und dachte mir: Jetzt einmal eine Woche im A-Nationalteam, geil. Dann ist es immer weitergegangen."
Er sei von Woche zu Woche selbstbewusster geworden, hatte selbst den Eindruck, gut zu spielen. In Tampere bestritt er schließlich sechs der sieben Gruppenspiele.
Herzmuskelentzündung stoppte ihn
Mit dem gewonnenen Selbstvertrauen wollte der Verteidiger auch bei Red Bull Salzburg durchstarten, doch eine aus Corona-Zeiten verschleppte Herzmuskelentzündung setzte ihn bis Februar 2023 außer Gefecht.
"Die Diagnose war sehr tough", meint Wimmer, "aber ans Karriereende habe ich nie gedacht". Er hätte sich stets gut gefühlt, nie irgendwelche Probleme gehabt. Die Ärzte seien zuversichtlich gewesen, dass er wieder Eishockey spielen könne.
Wimmer: "Ich habe nur darauf gewartet, dass der Doktor sagt: Du kannst wieder spielen." Zwar war die Erkrankung nach zwei Monaten auskuriert, doch Herzrhythmusstörungen stoppten ein vorzeitiges Comeback.
Ich möchte beweisen, dass ich hierher gehöre und einen Platz in der Liga verdient habe.
Die Zeit ließ der Wiener trotzdem nicht tatenlos verstreichen. Er unterstützte die beiden Equipment Manager Ronny Lehmann und Marko Oksanen und blieb so am Team dran. "Das war auch eine witzige Zeit", kann Wimmer heute darüber lachen.
Wimmer will es allen zeigen
Nun startet der 24-Jährige in Linz in ein neues Abenteuer.
Dort möchte Wimmer beweisen, "dass ich hierher gehöre und einen Platz in der Liga verdient habe."