Federer setzt mit "100er" neuen Meilenstein

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Was für eine Bestmarke! Mit seinem Viertelfinal-Sieg über Kei Nishikori verbuchte Roger Federer seinen bereits 100. Sieg in einem Einzel-Match in Wimbledon.

Damit setzte der Schweizer Superstar wieder einmal eine neue Rekordmarke. Noch nie zuvor gelang es einem Spieler bei einem einzigen Grand-Slam-Turnier, 100 Siege im Einzel einzufahren.

„Ich habe jetzt nicht bei jedem Punkt an den 100er gedacht“, sagte Federer nach seinem historischen Erfolg.

„Nach dem Matchball habe ich es auch nicht gleich wieder gewusst, aber ein Fan hat mich darauf aufmerksam gemacht. Es ist wirklich ein sehr schöner Erfolg.“

Beeindruckende Bestmarke

Um zu verdeutlichen, wie schwer es ist, eine derartige Bestmarke zu erreichen, sei auf einen Vergleich mit Thomas Muster verwiesen: Der Sandplatz-König der 90er Jahre schaffte es bei den French Open in Roland Garros auf „nur“ 32 Siege.

Dominic Thiem kommt aktuell auf 24 Erfolge beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt.

Schon der „50er“ bleibt für fast alle Tennis-Asse eine unerreichbare Marke. Umso beeindruckender ist die Bilanz von Federer, der in den Top 5 dieser Wertung gleich drei Mal vertreten ist, wie ein Blick auf die folgende Tabelle zeigt:

Platz

Spieler Turnier Siege
1. Roger Federer Wimbledon 100
2. Jimmy Connors US Open 98
3. Roger Federer Australian Open 97
4. Rafael Nadal French Open 93
5. Roger Federer US Open 85
6. Jimmy Connors Wimbledon 84
7. Andre Agassi US Open 79
8. Ivan Lendl US Open 73
9. Pete Sampras US Open 71
10. Boris Becker Wimbledon 71
. Roger Federer French Open 70
. Novak Djokovic Wimbledon 70
. Novak Djokovic US Open 69
. Novak Djokovic Australian Open 68
. Novak Djokovic Paris 68
. John McEnroe US Open 65
. Pete Sampras Wimbledon 63
. Thomas Muster French Open 32
. Dominic Thiem French Open 24

Federer drei Mal in den Top 5

So fehlen Federer in Melbourne nur mehr drei Siege, um den „100er“ auch bei den Australian Open zu knacken. 85 Erfolge in Flushing Meadows können sich ebenfalls sehen lassen.

Nur in Paris hinkt Federer mit 70 Siegen etwas hinterher, was allerdings der freiwilligen dreijährigen Absenz in Roland Garros geschuldet ist.

Im aktuellen Tennis-Zirkus kann da nur Rafael Nadal mithalten: Dem Spanier fehlen in seinem Wohnzimmer in Roland Garros nur mehr sieben Siege auf den „100er“. Mit French-Open-Titel Nummer 13 könnte Nadal diesen Meilenstein im kommenden Jahr knacken.

Bescheidener Federer

Bereits mehrmals wurde Federer in diesen Tagen in Wimbledon auf den bevorstehenden Rekord angesprochen.

Wie gewohnt gab sich der 38-jährige Schweizer trotz seiner historischen Bestleistung bescheiden: „Es freut mich natürlich. Aber man muss schon dazu sagen, dass diese Siege nur schwer zu vergleichen sind. Früher haben viele Spieler beispielsweise die Australian Open ausgelassen.“

Zudem dauerten die Karrieren der Athleten meist deutlich kürzer, weil die gesundheitliche Betreuung noch nicht auf dem aktuell hohen Niveau war.

Connors mit 25 Profi-Jahren

Einziger Ausnahme-Sportler in dieser Kategorie ist Jimmy Connors, der unglaubliche 25 Profi-Jahre spielen konnte und erst 1996 im zarten Alter von 44 Jahren seinen Rücktritt von der ATP-Tour verkündete.

„Jimbo“ brachte es bei seinem Heim-Turnier in Flushing Meadows auf beeindruckende 98 Einzel-Siege. Unvergessen bleibt sein Halbfinal-Einzug im Jahr 1991 – mit 39 Jahren! Auch in Wimbledon verließ Connors starke 84 Mal als Sieger den Platz.

Djokovic in Lauerstellung

Von den großen Helden der 90er Jahre schaffte es kein einziger in den 80er Bereich. Andre Agassi siegte 79 Mal bei den US Open. Ivan Lendl (73), Pete Sampras (71) und Boris Becker (71) stellten ihre jeweiligen Bestmarken ebenfalls in Flushing Meadows auf.

Diesem Quartett droht allerdings in Bälde ein Rückfall im ewigen Ranking: Novak Djokovic befindet sich in Lauerstellung und könnte mit einem Turniersieg in Wimbledon auf 72 Siege kommen. Zudem ist der Serbe der mit Abstand konstanteste Spieler bei allen vier Grand-Slam-Turnieren: Bei den US Open kommt er auf 69 Erfolge, in Paris und Melbourne jeweils auf 68.

Zumindest mittelfristig könnte es also der „Djoker“ im Kampf um den Allzeit-Rekord einmal spannend machen, hat er doch gleich mehrere heiße Eisen im Feuer.

Doch wer weiß, ob Federer seinen Vorsprung nicht sogar noch ausbauen kann. Derzeit sieht es schließlich nicht so aus, als ob Wimbledon 2019 sein letzter Auftritt im Rasen-Mekka gewesen sein soll.

Laut den Buchmachern soll am Final-Sonntag allerdings Djokovic die Nase vorne haben: Bei tipp3 hat der Serbe eine Sieg-Quote von 1,55. Federer und Nadal haben jeweils eine 3,50-Quote. Wer auf Außenseiter Roberto Bautista Agut vertraut, wird mit dem 30-fachen Einsatz belohnt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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