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Thiem: "Es gibt immer Licht am Ende des Tunnels"

Rückkehr an Stätte des größten Erfolgs. Was Thiem aus dem Finale 2020 gelernt hat:

Thiem: Foto: © getty

Erstmals kehrt Dominic Thiem in dieser Woche in Flushing Meadows an die Stätte seines bislang größten Erfolgs seiner Tennis-Karriere zurück.

Der US-Open-Gewinner von 2020 wird nach seinem verletzungsbedingten Fehlen im vergangenen Jahr am Montagabend sein Erstrunden-Match gegen den Spanier Pablo Carreno Busta bestreiten.

"Ich habe es schon oft gesagt und ich werde es in Zukunft genauso oft sagen: Der Sieg bei den US Open war etwas Besonderes und wird es für mich immer bleiben. Es war etwas, das mich bis heute sehr glücklich macht", wird Thiem auf der ATP-Homepage zitiert.

Schwere Aufgabe in Runde eins

"Auf der anderen Seite ist der Sport ein schnelllebiges Geschäft und täglich ist jemand hungrig nach Erfolgen. Ich habe hier keine Vorteile, nur weil ich schon einmal Champion war", ist sich der 28-jährige Niederösterreicher der Ausgangslage bewusst.

Gegen Carreno Busta hat Thiem zwar eine 7:0-Bilanz. Während Thiem nach seiner langen Verletzungspause noch nach seiner Topform sucht und vor allem auf Hartplatz noch sehr wenig Spielpraxis hat, gilt der Spanier als einer der besten Hardcourt-Spieler seines Landes. 2017 und 2020 stand er jeweils im Halbfinale der US Open. 2020 verlor Carreno Busta nach einer 2:0-Satz-Führung noch gegen Alexander Zverev, den schließlich im Endspiel dasselbe Schicksal gegen Thiem ereilte.

Thiem bekämpfte Nervosität im Endspiel

"An den Morgen am Finaltag kann ich mich noch gut erinnern", so Thiem. "Es war alles ganz normal und auch das Aufwärmen mit Nico Massu verlief sehr gut. Ich fühlte mich großartig. Als das Finale dann losging, war ich aber trotzdem mit einem Schlag unglaublich nervös und angespannt."

Zverev gewann die ersten beiden Sätzen 6:2, 6:4 und sah im wegen der Corona-Pandemie leeren Arthur Ashe Stadion schon wie der sichere Sieger aus. "Ich habe dann versucht, mich zu entspannen und mich zu beruhigen. Ich habe mir gesagt, wenn ich jetzt nicht lockerer werde, verliere ich die Partie sowieso. Das war irgenwie die letzte Chance, die ich noch hatte, um aggressiver und schneller zu spielen."

Der Plan ging auf, Thiem sicherte sich die folgenden drei Sätze und holte sich seinen langersehnten ersten Grand-Slam-Titel, auf den Zverev, der im fünften Satz bei 5:3 schon auf den Sieg servierte, immer noch warten muss. In New York fehlt der Deutsche heuer wegen seiner in Paris erlittenen Fußverletzung. 

"Beide Spieler hatten das Gefühl, dass es ihre große Chance ist, endlich ein Grand-Slam-Turnier gewinnen zu können", erklärt Massu. "Deshalb waren auch beide Spieler extrem angespannt. Dominic war es zu Beginn, Sascha wurde es mit Fortdauer der Partie. Am Ende machten zwei Punkte den Unterschied aus. Manchmal gehen sie auf die eine Seite, dann wieder auf die andere. Für uns war es gut, dass es diesmal Dominic war, auf dessen Seite sie fielen."

Finalsieg spendete Trost während Verletzungspause

Gerade dieser Matchverlauf spendete Thiem auch in den vergangenen Monaten Trost, als er wegen seiner Handgelenks-Verletzung lange Zeit pausieren musste und nach seinem Comeback nur langsam wieder in die Spur und zurück zu alter Sicherheit bei den Schlägen fand.

"Die Lektion, die ich aus dem Finale mitgenommen habe, ist, dass es immer ein Licht am Ende des Tunnels gibt. Selbst wenn man glaubt, dass keines mehr da ist und die Dinge sehr schwierig und schmerzhaft laufen", so Thiem.

"Ich hatte das Gefühl bei meiner Verletzung sehr oft. Gerade zu Beginn meiner Handgelenksverletzung.  Irgendwie ging es aber trotzdem immer wieder mit kleinen Schritten vorwärts. Es ist sehr wichtig, diese kleinen positiven Dinge sehen zu können. Nicht nur im Tennis und im Sport, sondern im ganzen Leben."

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