Tschechin Krejcikova holt sensationell Paris-Titel

Tschechin Krejcikova holt sensationell Paris-Titel Foto: © getty
 

Das Überraschungsfinale der Damen bei den French Open endet mit einer Sensationssiegerin.

Die Tschechin Barbora Krejcikova bezwingt die Russin Anastasia Pavlyuchenkova im Endspiel zweier Major-Finaldebütantinnen mit 6:1, 2:6, 6:4.

Krejcikova erwischt einen idealen Start ins Finale in Roland Garros, im ersten Satz nimmt die 25-Jährige ihrer Gegnerin alle drei Aufschlagspiele ab. Im zweiten Satz bricht die Nummer der 40 der Welt allerdings ein und muss ihrerseits drei Breaks einstecken.

Im finalen Satz beweist Krejcikova aber die besseren Nerven und holt sich dank zwei Breaks den ersten großen Einzeltitel ihrer Karriere.

Bereits am Sonntag hat Krejcikova die nächste Chance auf einen French-Open-Titel. Die Tschechin steht auch im Doppel-Finale und trifft mit ihrer tschechischen Partnerin Katerina Siniakova auf das Duo Mattek-Sands/Swiatek (USA/POL) (ab 11:30 im LIVE-Ticker>>>).

Pavlyuchenkova muss weiter auf ersten GS-Titel warten

Krejicikova dominierte die Anfangsphase der Partie, auch wenn sie gleich im Auftaktspiel ihr Service abgegeben hatte. Die gebürtige Brünnerin legte dann aber ihre Nervosität ab, nahm ihrer Gegnerin deren ersten drei Aufschlaggames ab und ging in Sätzen mit 1:0 in Führung. Der zweite Durchgang verlief fast spiegelverkehrt, mit mehr Risiko erarbeitete sich Pavlyuchenkova eine 5:1-Führung. Bei 5:2 musste die 29-Jährige ein "Medical Timeout" nehmen, der Satzausgleich gelang ihr aber problemlos.

Am ausgeglichensten war der Entscheidungssatz. Krejcikova glich einen frühen Break-Rückstand aus und legte zum 4:3 nach. Nachdem die Siebente der Doppel-Weltrangliste dieses Break geschafft hatte, brachte sie ihr Aufschlaggame durch. Danach ging es mit dem Aufschlag bis zur Entscheidung. Für beide Spielerinnen war es das Debüt in einem Einzel-Major-Finale, ja sogar in einem -Halbfinale. Die um vier Jahre ältere Pavlyuchenkova hatte 52 Grand Slams auf diesen Einzel-Erfolg gewartet.

6. Debütsieg bei French Open in Folge

Es ist die sechste Debüt-Siegerin in Roland Garros in Folge. Davor hatten Garbine Muguruza (ESP), Jelena Ostapenko (LAT), Simona Halep (ROU), Ashleigh Barty (AUS) und Iga Swiatek (POL) zugeschlagen. Krejcikova holte in einem Turnier der Außenseiter-Siege den Titel. Reihenweise flogen die Favoritinnen aus dem Bewerb, letztlich standen vier Halbfinal-Debütantinnen unter den letzten Vier. Krejcikova hatte da schon beim Dreisatzsieg gegen Maria Sakkari (GRE) Nervenstärke bewiesen.

Emotional wurde es bei der Siegesrede von Krejcikova noch auf dem Court, war sie doch von der 2017 verstorbenen Jana Novotna trainiert worden. Die war wie Krejcikova im Einzel und Doppel Weltspitze. Krejcikova kann am Sonntag das Kunststück schaffen, das Double aus Einzel- und Doppel-Triumph zu schaffen. Nicht mehr zu nehmen ist ihr jetzt einmal der ersten Major-Erfolg einer Tschechin seit dem zweiten Wimbledonsieg von Petra Kvitova im Jahr 2014.

Novotna "schaut auf Krejicikova herunter"

Eine andere große Tschechin war bei der Siegerehrung bzw. bei der Pokal-Übergabe dabei, nämlich Martina Navratilova. Die Tennis-Legende hatte viele ihrer Erfolge für die USA errungen, hat seit 2008 aber wieder auch die tschechische Staatsbürgerschaft inne. "Ich bin einfach nur glücklich", sagte Krejcikova. "Ich kann nicht glauben, was gerade passiert ist, dass ich einen Grand Slam gewonnen habe. Ich bin durch eine harte Zeit gegangen, als Jana verstorben war."

Aber das habe sie stark gemacht. "Sie hat mir noch gesagt, dass ich einfach versuchen soll, ein Grand Slam zu gewinnen", erzählte Krejcikova über die 49-jährig wegen einer Krebserkrankung verstorbenen Novotna. "Sie schaut auf mich herunter, daher ist das diese beiden Wochen alles passiert. Sie war eine Inspiration für mich. Ich hoffe, dass sie da oben glücklich ist." Von Pavlyuchenkova gab es Anerkennung: "Ich weiß nicht, wie du es machst, im Einzel und Doppel so erfolgreich zu spielen."

Im Doppel-Endspiel am Sonntag trifft Krejcikova mit ihrer Landsfrau Katerina Siniakova als Nummer zwei gesetzt auf das US-polnische Duo Bethanie Mattek-Sands/Swiatek (14).


Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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