Rodionov hat Alcaraz-Duell "einfach noch nicht verdient"
Nach seiner Niederlage gegen Nikoloz Basilashvili hadert der Niederösterreicher mit seiner Aufschlagleistung - und trauert nicht um das verpasste Alcaraz-Duell.
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Jurij Rodionov hat in Wien die Davis-Cup-Generalprobe gegen Superstar Carlos Alcaraz verpasst.
Österreichs letzter im Einzel verbliebener Spieler im Hauptbewerb des ATP-500-Turniers unterlag am Mittwoch dem in starker Form befindlichen Georgier und zuletzt Finalisten in Almaty, Nikoloz Basilashvili, nach 1:34 Stunden 6:7 (3), 1:6.
Der 27-jährige Niederösterreicher hätte im Fall eines Sieges einen ersten Test vor dem Final 8 in Bologna am 26. November mit Alcaraz gehabt.
"Was mich heute am meisten im Stich gelassen hat, war der Aufschlag", war eine der Erkenntnisse in der Match-Analyse von Rodionov. "Das Tiebreak muss ich besser spielen." Auch davor seien ihm Fehler passiert, die man sich auf diesem Niveau nicht leisten darf.
Nach Streitfall spielte Rodionov stärker
Basilashvili ist im ATP-Ranking 95., rutschte aber aufgrund seines Erfolges in Kasachstan dank "special exempt" in den Hauptbewerb. Rodionov musste im ersten und dritten Game schon Breakbälle abwehren, dann aber zum 2:3 das Break zur Kenntnis nehmen.
Als im sechsten Spiel bei Aufschlag Basilaschwili ein Fehler Rodionovs nach angeblich zweimaligem Aufspringen nach einer überlangen Videostudie zuungunsten des Österreichers entschieden wurde, kam so richtig Stimmung bei den 9.800 Fans auf.
"Man kann streiten, wie man die Zeitlupe deutet, für mich war es (nur) ein Bounce", sagte Rodionov. Im Prinzip sei ihm der Punkt gar nicht so wichtig gewesen.
"Aber ich glaube, es hat mir einfach geholfen, ein bisschen Humor in die Sache reinzubringen", erklärte der gebürtige Nürnberger mit weißrussischen Wurzeln. In den ersten paar Games sei er nervös und "sehr unentspannt" gewesen.
Rodionov schaffte nach dem 2:4-Rückstand unter dem Jubel seiner Landsleute zum 5:5 den Ausgleich und erreichte nach 55 Minuten das Tiebreak. In diesem setzte sich der Favorit dann 7:3 durch. "Da habe ich mein Fenster verpasst", stellte Rodionov fest.
Unglücklicher Spielverlauf in Satz zwei
Im zweiten Durchgang ist es vom Spielverlauf nicht gut für ihn verlaufen. Rodionov fand schon im Auftaktgame drei Breakbälle vor, musste zum 0:2 selbst das Service abgeben und nutzte auch im dritten Game einen Breakball nicht.
So geriet Rodionov rasch mit 0:5 in Rückstand. Gefühlt hätte es für ihn nach vier Games auch 2:2 stehen können. "Dann ist es schwer, wieder zurückzukommen", so der Weltranglisten-137.
Alcaraz-Duell "noch nicht verdient"
Damit wurde es nichts aus dem zweiten Wien-Achtelfinale für Rodionov, der 2020 mit einem Sieg über den Kanadier Denis Shapovalov überrascht hatte.
Dem verpassten Duell mit Alcaraz wollte er nicht nachtrauern. "Ich hab's mir einfach noch nicht verdient. Für mich zählen andere Dinge. Ich hab morgen Doppel (mit Lukas Neumayer, Anm.) und muss am Montag beim Challenger in Bratislava sein."
An seinem großen Ziel hat sich nichts verändert: Rückkehr in die Top 100. "Einmal hab ich schon geschnuppert, gefühlt war das ein Wochenende. Das Potenzial ist da, es ist tastbar."