Miedler L / Oberleitner N M/O
Gille S / Vliegen J G/V
Beendet
2:0
7:6 , 7:5
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Zwischen Spaßvögeln und der "Auslöschung der Doppelspieler"

Mit dem Punktgewinn für Österreich gibt es bei der Paarung Miedler/Oberleitner viel zu Lachen. Allerdings bereitet den beiden die geplante Doppelreform Sorgen.

Zwischen Spaßvögeln und der "Auslöschung der Doppelspieler" Foto: © GEPA

Gelungenes Debüt der neuen Doppelpaarung Neil Oberleitner und Lucas Miedler!

Die beiden schlagen das belgische Duo Sander Gille und Joran Vliegen 7:6 (5), 7:5. und erspielen den ersten Matchball für das ÖTV-Team im Davis-Cup-Duell (Zum Spielbericht >>>).

Debütant Neil Oberleitner beschreibt die Erfahrung als überwältigend: "Ich bin sehr froh, dass ich meine Leistung heute so bringen konnte. Ein großer Grund dafür, sind die Fans, die heute hinter uns gestanden sind und natürlich der Luki an meiner Seite. Das freut mich sehr, dass unser Einstieg in unsere zukünftige Partnerschaft so startet."

"Unglaubliches Debüt vom Neil"

Der erste Satz war auf Messers Schneide. Im Tiebreak war lange nicht klar, welches Doppel im richtigen Moment die Nerven behält:

"Der erste Satz war richtig eng, es hätte auch in die andere Richtung gehen können. Ich glaube, dass wir heute in den entscheidenden Momenten echt stabil gespielt haben. Der Neil hat dann auch unglaublich retourniert, wenn es drauf angekommen ist. Ich bin happy, dass wir gleich so starten können", resümiert Lucas Miedler.

Lucas Miedler ist voll des Lobes für seinen neuen Doppelpartner: "Unglaubliches Debüt vom Neil. Es ist nicht selbstverständlich, dass man da so rausgeht und gleich so spielt, beim ersten Mal Davis-Cup."

Auch das neu errichtete Stadion hat den Niederösterreicher beflügelt: "Wieder unglaublich. Es war richtig voll, richtig gute Stimmung vom Anfang bis zum Schluss."

Anfang der Partnerschaft

Das große Ziel seien die Olympischen Spiele 2028. Bis dahin ist noch einiges an Zeit, die das Neo-Duo aber sofort mit einer Vielzahl an Turnieren bestreiten möchte:

"Also wir werden in Tokio starten und die Asien-Tour miteinander spielen. Ich hoffe, dass wir dann in Wien sein werden und dann noch das 1000er in Paris. Vielleicht hängen wir noch ein 250er-Turnier dran. Ziel ist Olympia 2028 und auf der ATP-Tour würde ich Top 30, Top 20 in Zukunft anpeilen - und bei den Grand Slams vielleicht was gewinnen", ergänzt Neil Oberleitner mit einem Augenzwinkern.

Die Entscheidung, gemeinsam zu spielen, ist Neil Oberleitner leichtgefallen: "Ich wollte immer schon mit Luki spielen, das habe ich ihm auch gesagt. Als er mich gefragt hat, war klar, dass ich mich für ihn entscheiden werde. Das habe ich Gott sei Dank gemacht. Ich bin glücklich über die Entscheidung und freue mich auf alles, was kommt."

Stabilität und die Moves am Netz

Dass dieses Team gemeinsam harmoniert, hat man im Davis Cup nun gesehen. Laut Miedler ergänzen sich die beiden auch in der Spielanlage optimal: "Er hat das, was ich brauche. Die Power, einen guten Aufschlag, einen sehr guten Return, ist am Netz sehr flink."

Dabei sollen die Stärken des Tullners noch besser zur Geltung kommen: "Ich kann ihm natürlich die Stabilität von hinten geben, kann ihn in die Position bringen, dass er vorne die Moves machen kann und die Volleys dann gut platzieren kann. Ja, es ist einfach ein Setup, das wieder gut harmonieren kann. Ich glaube, man hat es heute gesehen."

Neil Oberleitner freut sich auch über den gemeinsamen Spaß auf der Tour: "Der Luki hat gerne Spaß, ich habe auch gerne Spaß. Er sekkiert gerne ein paar Leute, aber er kitzelt irgendwie gute Laune aus einem heraus."

Die Möglichkeit, nach Bologna zu fahren, löst bei den beiden Euphorie aus: "Es wäre eine unglaubliche Leistung. Bis Bologna kann viel passieren noch. Aber wenn Österreich dort wäre, wäre es eine unglaubliche Sache, wieder unter den besten acht zu sein. Wir haben einfach vom Papier nicht diese Topspieler, wie es andere Nationen haben."

"Auf dem Papier sind wir von den großen Namen nicht vorne dabei. Aber ich glaube, Kampfgeist und Teamgeist, das verbindet uns", ergänzt Oberleitner.

"Auslöschung der Doppelspieler"

Im Fokus der Tenniswelt ist auch die Diskussion um eine große Doppel-Reform, geplant von der ATP.

Teilnehmerfelder sollen halbiert, Preisgelder umgeschichtet und der Zugang von Einzel-Profis erleichtert werden.

Doppel-Spezialist Miedler nimmt kein Blatt vor den Mund und hat dazu eine klare Meinung: "Der erste Plan war komplett radikal. Das war einfach eine Doppelspieler-Auslöschung. Das muss man so hart sagen. Die, die noch vorne drin gewesen wären, hätten sich noch gehalten, aber du hättest keine Chance mehr gehabt nachzukommen. Das ist einfach so."

Die Argumentation von ATP und Turnierdirektoren sorgt bei ihm für Unverständnis: "Auch das Argument, wir brauchen noch mehr Geld für Leute, die zwischen 30 und 100 stehen - einer, der zwischen 30 und 100 steht, macht eine Million mindestens. Natürlich nimmt der die 100.000 mehr, das ist klar. Du nimmst es aber von jemanden weg, der eh schon weniger verdient. Das kann nicht sein."

"Sagt man einem Hirscher, er hätte Abfahrt fahren sollen"

Ein Kritikpunkt der ATP ist, dass sich der Doppelsport zu einer eigenen Disziplin entwickelt hat. Viele Spieler sollen versuchen, nicht mehr eine Einzelkarriere zu verfolgen und starten gleich eine Doppelkarriere.

Dieses Argument stößt bei Lucas Miedler auch auf Unverständnis: "Natürlich führt der Weg wahrscheinlich zuerst zum Einzel und dann zum Doppel. Aber sagt man einem Hirscher, du hättest auch Abfahrt fahren müssen? Es ist natürlich eine andere Disziplin und es ist nicht das Hauptprodukt, das wissen wir alle, das ist das Einzel, aber darum geht es nicht."

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