Im Anschluss an das Novak-Match bekommt es nämlich Jurij Rodionov mit der koreanischen Nummer eins Soonwoo Kwon zu tun. Der Weltranglisten-65. ist der einzige Top-100-Spieler an diesem Wochenende und die große Hoffnung der Gastgeber auf einen Sieg.
Melzer: "Also wenn ich wählen hätte können, wer beginnt, hätte ich gewollt, dass es Dennis ist. Man kann sagen: Wir haben die Auslosung gewonnen“, lächelte der heimische Davis-Cup-Rekordmann. "Für Jurij wäre es aber sicherlich auch okay gewesen, zu beginnen, weil er sich die ganze Woche über sehr gut vorbereitet hat. Er hat sehr gut trainiert – Dennis auch."
Rodionov: "Erwarte von mir, dass ich performe"
Rodionov bestätigte: "Für mich persönlich macht es keinen Unterschied, ob ich als Erster oder Zweiter spiele, weil ich immer bereit bin, für Österreich aufzuschlagen, egal ob wir 2:0 vorne oder 0:2 hinten sind, und weil ich von mir selbst auch einfach erwarte, dass ich performe und für Österreich die Punkte hole."
Vor Kwon hat der 22-Jährige viel Respekt: "Von allen Spielern, die hier sind, ist er wahrscheinlich der Beste, und das spiegelt sich auch im Ranking wider. Da muss ich Jürgen und Dennis (in deren bereits zuvor geäußerten Meinungen über die Gefährlichkeit von Kwon; Anmerkung) Recht geben."
Dennoch gab sich Österreichs Nummer zwei durchaus zuversichtlich: "Ich habe auf jeden Fall ein Spiel, das sehr unangenehm ist und mit dem ich ihm wehtun kann, denke ich. Ich habe auch natürlich das Zeug dazu, um ihn zu schlagen. Ich habe meine letzte Davis-Cup-Partie gegen Dominik Koepfer in zwei Sätzen gewonnen, habe mir mit Jürgen zusammen viel von Kwon angeschaut, bin also gut vorbereitet und bereit für die morgige Partie."
Vorbereitung durch YouTube-Videos
Melzer indes "wusste bis zuletzt nicht richtig, wer bei Südkorea an zweiter Position spielen wird. So wie sie die gesamte Woche über trainiert haben, da hätte es jeder der drei anderen sein können. Was auffällig war: Dass Kwon eigentlich nie mit Nam Einzel gespielt hat. Und auch darum war ich mir nicht sicher, wer bei ihnen letztlich spielt. Nam ist natürlich jener mit dem besten Ranking – daher hat sich Südkoreas Kapitän wohl für ihn entschieden. Aber darauf haben wir ohnehin keinen Einfluss. Alles, was wir machen können, ist eben uns so gut wie möglich vorzubereiten. Das haben wir auch getan. Ich habe alle Spieler die ganze Woche über beobachtet, ich habe die letzten Tage alle möglichen YouTube- und Challenger-TV-Videos geschaut und werde mir heute speziell noch Videos von Nam in Matchsituationen ansehen" – um ja nichts dem Zufall zu überlassen.
"Man sieht immer wieder ein paar Sachen, die sich bei einem Spieler nicht ändern werden. Aber das Schöne im Davis Cup ist ja auch, dass man auf der Bank sitzt und direkt Einfluss nehmen kann, wenn einem etwas auffällt. Ich bin zuversichtlich, dass wir gut vorbereitet in die Partien gehen."
Die Davis-Cup-Matches vom Länderkämpf zwischen Südkorea und Österreich könnt ihr am Freitag und Samstag täglich ab 3 Uhr MEZ exklusiv im LIVE-Stream auf LAOLA1.at oder im linearen TV-Programm von LAOLA1 sehen.