Jurij Rodionov sagt für Davis Cup zu

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Jurij Rodionov verstärkt das ÖTV-Team für das anstehende Davis-Cup-Duell gegen Chile (1. und 2. Februar) in Salzburg.

Der 19-jährige Niederösterreicher wird für den ausgefallenen Dominic Thiem nachnominiert. Rodionov, der am Donnerstag beim Challenger in Rennes die Nummer eins des Turniers, Adrian Mannarino, eliminiert hat, wird gegen Chile sein Debüt für Österreich feiern.

Zwar habe Thiems Coach Günter Bresnik Koubek am Dienstag eine Nominierung Thiems zugesagt, allerdings unter der Prämisse, dass man die Befunde diverser Untersuchungen noch nicht hat. Am Tag nach dem ÖTV-Aufgebot kam dann die Absage aufgrund einer Arzt-Empfehlung, nach der Thiem sich Ruhe gönnen muss.

Plötzlich Außenseiter gegen Chile

Die Ausgangslage für Österreichs Team, das erstmals seit sechs Jahren wieder in der Weltgruppe spielt, ist freilich um einiges schlechter geworden. "Wenn man rein auf das Ranking schaut, sind wir krasse Außenseiter", meint ÖTV-Kapitän Stefan Koubek.

"Die haben zwei Top-100-Spieler und ich keinen. Dafür habe ich super Doppel-Optionen, egal wer spielt. Auf dem Papier bringt das einen Punkt, wir brauchen aber drei", rechnete Koubek vor.

Doch im Davis Cup, besonders auch im Heim- und Auswärts-Modus der Qualifikationsrunde für das neu geschaffene Finalturnier im November, kann viel passieren. Die Chancen seien natürlich geschrumpft, aber: "Wir sind jetzt Außenseiter, spielen trotzdem Zuhause, haben das Publikum hinter uns und haben ein Team, das voll motiviert ist. Es ist nicht aussichtslos."

Gute Erinnerungen an Russland

Was alles möglich ist, daran erinnert Koubek auch gerne, habe man 2018 in Russland gesehen. "Da war die Ausgangssituation viel schlimmer: Auswärts, Hardcourt und gegen drei Top-50-Spieler und wir haben es geschafft", erinnerte Koubek an den Sensationssieg in Moskau, damals ebenfalls ohne Thiem. "Jetzt spielen wir zu Hause auf Sand. Wir haben auch einen Dennis Novak, der im Davis Cup immer eine super Leistung gebracht hat."

Jürgen Melzer, der seine Einzel-Karriere im vergangenen Herbst eigentlich beendet hat, ist für das Doppel eine "echte Option" und für das Einzel "ein Joker".

"Er ist für mich immer eine Option. Einen viel größeren Patrioten haben wir noch nie im Davis Cup gehabt. Der hat uns riesig in Russland geholfen. Im Einzel weiß ich, dass er bis zum Umfallen kämpft. In Russland hat er nicht einmal mitgefeiert, weil er so fertig war."

Thiems Ausfall: "Warum gerade jetzt?"

Durchaus möglich ist aber, dass Österreichs Nummer 1 in Salzburg als Daumendrücker und Motivator doch dabei ist. Noch am Montag hatte Thiem - vor Erhalt der Befunde - für Koubek übrigens "super motiviert" geklungen.

"Das war halt, bevor er mit seinem Arzt und seinem Team gesprochen hat. Gesundheit geht nun einmal vor", bedauerte Koubek nochmals. "Man muss es so akzeptieren wie es ist. Natürlich bin ich nicht glücklich drüber, und ich denke mir, warum gerade jetzt?"

Wenn Thiem aber zur moralischen Unterstützung kommen möchte, sei er herzlich willkommen. "Natürlich, es mag ihn ja jeder. Wenn er Bock hat, kann er auch zum Trainieren kommen. Auch wenn er hinter der Bank sitzt und das Team unterstützt, ist das ein Zeichen", sagte Koubek, der seine Equipe Montagmittag in Salzburg versammelt.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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