Kriselt es zwischen Thiem und Bresnik?

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Kriselt es zwischen Dominic Thiem und Coach Günter Bresnik? Und wenn ja, wie stark?

Schon seit einigen Monaten wird in der Öffentlichkeit auch aufgrund so mancher Leistungsschwankung immer wieder mal über ein mögliches Ende der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Österreichs Tennis-Ass und dessen Erfolgs-Coach spekuliert.

Durch den Turniersieg von Thiem beim ATP-1000-Turnier in Indian Wells wurde die Diskussion über eine mögliche Krise in den (sozialen) Medien weiter angeheizt.

Schließlich war in Kalifornien nicht Bresnik, sondern mit Nicolas Massu der neue Touring-Coach des 25-jährigen Lichtenwörthers mit dabei.

Thiem nimmt Stellung

Bei einer Pressekonferenz des Generali Open Kitzbühel in der Südstadt - bei der Bresnik fehlte - nahm Thiem, der schon seit Kindheitstagen unter den Fittichen von Bresnik steht, nun erstmals Stellung zu den Gerüchten.

„Bis jetzt ist alles vorübergegangen“, meinte Thiem über bisherige Meinungsverschiedenheiten, die bei so langjährigen Beziehungen nun mal nicht auszuschließen sind.

„16 Jahre sind eine sehr, sehr lange Zeit. Da gibt es nun mal Hochs und Tiefs. In dieser Zeit haben wir mehr Zeit miteinander verbracht als ich mit meinen Eltern und er wahrscheinlich mit seinen Kindern. Das ist wie in einer Ehe, da gab es auch gute und schlechte Zeiten.“

„Jetzt ist es einmal gut, dass Massu das Team erweitert. Alles weitere werden wir sehen“, nimmt der Weltranglisten-Fünfte überraschend offen zu den Gerüchten Stellung.

Viel Lob für Neo-Coach Massu

Die Zusammenarbeit mit dem Chilenen laufe bislang ausgezeichnet. „Massu ist ein sehr netter Kerl, der eine sehr positive Ausstrahlung hat. Er geht bei den Matches sehr stark mit und das hat für mich eine positive Ausstrahlung“, so Thiem, der gleich beim zweiten gemeinsamen Turnier den bislang größten Erfolg seiner Karriere feiern durfte.



„Indian Wells war natürlich eine Riesenwoche für mich. Von ganz unten bin ich bis ganz oben gekommen. Für mich ist das der erste große Titel. Der ist vielleicht sogar ein bisschen höher einzuordnen als das Paris-Finale vom Vorjahr. Indian Wells ist fast ein fünfter Grand-Slam. Diesen Sieg kann mir keiner mehr nehmen“, streicht der Lichtenwörther den hohen Stellenwert des zwölften ATP-Titels seiner Karriere hervor.

Dementsprechend klar war auch eine Verlängerung des Vertrags mit Massu, mit dem Thiem bis Miami nur eine probeweise Zusammenarbeit vereinbart hatte.

Auch Fitness-Coach verstärkt das Thiem-Team

„Die Zusammenarbeit mit Nicolas Massu wird bis Jahresende fortgesetzt. Bei welchen Turnieren ist aber noch offen“, erzählt Thiem, der auch weiterhin auf den von Massu vermittelten Fitness-Coach Duglas Cordero vertrauen wird.

„Den habe ich jetzt auch ins Boot geholt. Duglas ist eigentlich aus Kuba, wohnt aber in Miami. Er wird circa 15-20 Wochen im Jahr dabei sein“, erklärt Thiem. An der Zusammenarbeit mit Physiotherapeut Alex Stober wird sich deshalb aber nichts ändern. „Alex bleibt dabei, er ist Physio, Duglas macht die Fitness.“

Massu selbst erzählte erst vor eineinhalb Wochen, wie gut sich Cordero und Stober bei der Zusammenarbeit mit Thiem ergänzen.

„Nach Rio war ich körperlich einfach nicht fit, weil mir wegen der Infektion davor viele Trainingsstunden gefehlt haben. In Indian Wells und Miami habe ich mit Duglas gearbeitet und er hat mich körperlich wieder auf ein höheres Niveau gebracht“, erklärt Thiem die Stärken von Cordero, der bereits Massu als aktiven Spieler betreute und unter anderem bereits mit Fabio Fognini zusammenarbeitete.

Zusammenarbeit mit Massu ähnlich wie mit Blanco

Die Arbeit mit Massu lasse sich vom Feeling her mit jener von Galo Blanco vergleichen. Der Spanier war im Vorjahr Touring-Coach von Thiem, musste aufgrund seines Engagements in der Organisation des neu aufgestellten Davis-Cup-Turniers die Verbindung mit Thiem beenden.

„Es war alles ein ziemlicher Zufall“, sagte Thiem über die von Bresnik eingefädelte Zusammenarbeit mit Massu, der im Februar als Davis-Cup-Kapitän Chiles nach Salzburg kam und einige Zeit später als neuer Thiem-Coach vorgestellt wurde.

„Wir haben uns aber von Anfang an gut verstanden und Indian Wells war natürlich das absolute Highlight. Es gibt einige Dinge, die mir an ihm gut gefallen wie zum Beispiel die Emotionen am Platz. Ein weiterer Vorteil ist, dass er selbst noch gegen einige Gegner gespielt hat, gegen die ich auch noch einige Jahre spielen werde.“

Schon Massu strich vor Miami heraus, wie wichtig ihm die taktische Einstellung seines Schützlings vor einem Match ist. „Wir haben uns alle seine Waffen angeschaut und dann entschieden, wann er sie am effizientesten einsetzen kann“, erklärte der Chilene, der „eine ganz enge Verbindung zu Dominics Spiel“ fühle.

Man darf gespannt sein, wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Der Beginn der Zusammenarbeit mit Massu lief jedenfalls mehr als vielversprechend ab.

In zwei Wochen startet Thiem beim Traditions-Turnier in Monte Carlo in die von ihm geliebte Sandplatz-Saison. Die Erwartungen sind wohl nicht nur in der Öffentlichkeit so hoch wie nie zuvor.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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