Massu: "Dominic hat Zeug zum absoluten Champion"

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Der Einstand hätte nicht viel besser sein können: Wenige Wochen nach dem Engagement von Nicolas Massu als neuen Touring-Coach feierte Dominic Thiem mit dem Triumph beim ATP-1000-Turnier in Indian Wells den bislang größten Sieg seiner Karriere.

"Das ist wirklich unglaublich, dass wir das bei unserem erst dritten gemeinsamen Turnier geschafft haben", ist Massu in einem Interview auf der ATP-Seite über den tollen Start selbst ein bisschen überrascht.

"Wir lernen uns ja gerade erst kennen. Er hat mich geholt, damit ich ihm zeige, wie er sein ausgezeichnetes Sandplatz-Spiel noch besser auf Hardcourt anwenden kann", erzählt der Chilene, seines Zeichens zweifacher Olympia-Sieger im Einzel bzw. Doppel.

"Am meisten hat mich beeindruckt, wie schnell er die angepeilten Resultate erreichte. Das hat sogar mich überrascht, weil ich zum ersten Mal dafür verpflichtet wurde, eine ganz bestimmte Rolle einzunehmen", erklärt der chilenische Davis-Cup-Kapitän, der in seiner Heimat auch eine Tennis-Akademie führt und als Spieler-Manager auftritt. "Es fühlt sich großartig an, Dominic zu helfen, seine Ziele zu erreichen."

Bresnik stellte Kontakt her

Den Kontakt zu Massu stellte Chef-Coach Günter Bresnik im Rahmen des Davis-Cup-Länderkampfes im Februar in Salzburg her. "Ich habe lange überlegt, wer zu Dominic passt. Das war nicht einfach für mich, da ich mit 57 Jahren altersmäßig schon sehr weit weg bin", erzählte der Niederösterreicher am Montag in der TV-Sendung " Sport und Talk im Hangar 7".

Schlussendlich fiel ihm der 39-jährige Massu ein, der schon zu seiner aktiven Zeit am Platz sehr emotional agierte und nun auch als Betreuer ein kleines Feuerwerk im Stadion abliefert. "Ich habe nicht das Temperament und die Fähigkeiten, Dominic zwei, drei Stunden lang aus der Box anzufeuern. Massu ist ein Energiebündel, der das machen kann", erklärt Bresnik seine Entscheidung.

"Dominic hat das Zeug zum absoluten Champion"

"Obwohl ich Dominic vorher nicht kannte, habe ich seinen Karriere-Verlauf natürlich schon seit langer Zeit mitverfolgt. Ich bin ein Bewunderer seines Spiels. Für mich hat er das Zeug zum absoluten Champion", freut sich Massu schon auf die kommenden Erfolge mit seinem neuen Schützling.

Die Aufnahme in das Thiem-Team verlief unkompliziert. "Im gesamten Team herrscht eine angenehme, familiäre Atmosphäre. Ich habe vorher auch schon mit anderen Teams gearbeitet und da einige Erfahrungen sammeln können. Alle in Dominics Gruppe verbreiten ein großes Gemeinschaftsgefühl. Mir standen alle Türen offen und sie haben mich in allen Dingen voll unterstützt, damit ich die passenden Werkzeuge habe, um meinen Job auszuführen."

Aufmerksamen Beobachtern fiel in Indian Wells beispielsweise ein neues Gesicht in der Thiem-Box auf: Fitness-Coach Duglas Cordero kam auf Empfehlung von Massu, um Thiem nach dessen Virus-Erkrankung zu Saisonbeginn körperlich so schnell wie möglich zurück zu alter Stärke zu führen.

"Duglas ist ein erfahrener Fitness-Coach, der zuvor schon mit Fabio Fognini und mir zusammengearbeitet hat. Er hat sich sehr gut mit Doms Physiotherapeut Alex Stober ergänzt. Derweil habe ich versucht, sein Spiel so gut wie möglich auf Hardcourt weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit von uns dreien hatte einen sofortigen Effekt", freut sich Massu. "Hinzu kommen unsere Leidenschaft und unsere positive Energie – dann versteht man schnell, warum sein Spiel in so kurzer Zeit so viel besser wurde."

Ausgearbeitete Matchplans für jeden Gegner

Massus spielerische Tipps sollen sich auf "Kleinigkeiten, die aber einen großen Unterschied ausmachen", beschränkt haben. "Ich war beeindruckt, wie schnell er etwas lernt und sofort in sein Spiel integriert. Er ist ein großes Talent und extrem diszipliniert", schwärmt der Chilene von seinem Schützling. "Es ist ein Privileg, mit einem Spieler von so einem Kaliber zusammenzuarbeiten."

Besonderes Augenmerk legte Massu dabei auf den Return – eine altbekannte Schwäche von Thiem im Vergleich zu den absoluten Weltklasse-Spielern. "Ich habe ihm erklärt, dass er öfter näher an die Grundlinie gehen muss", so Massu, der auch die verschiedensten Spielsituationen mit dem Niederösterreicher durcharbeitete.

"Wir haben uns alle seine Waffen angeschaut und dann entschieden, wann er sie am effizientesten einsetzen kann", streicht der Südamerikaner die große Bedeutung eines guten Matchplans hervor.

"Fühle eine enge Verbindung zu Dominics Spiel"

Für die Ausarbeitung dieser sei Massu laut eigener Einschätzung der perfekte Mann: "Ich fühle ein ganz enge Verbindung zu Dominics Spiel und ich erkenne dabei die wichtigsten Schnittstellen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich zu meiner Zeit ähnliche Stärken hatte, wie die gute Beinarbeit oder die Bewegung auf dem Platz, um sich in eine gute Position zu bringen."

"Wir sind allerdings komplett verschiedene Persönlichkeiten – er ist immer noch Österreicher und ich Chilene. Aber deshalb ergänzen wir uns wahrscheinlich so gut. Ich kann es eigentlich kaum glauben, dass wir uns vor einem Monat noch gar nicht kannten. Mittlerweile sind wir als Team gewachsen."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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