Thiem: "Daniil hat es wirklich verdient"

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Erneut hat es nicht sollen sein. Wie im Vorjahr musste sich Dominic Thiem im Endspiel der ATP Finals trotz 1:0-Satz-Führung am Ende noch geschlagen geben müssen.

"Natürlich bin ich enttäuscht, aber zur gleichen Zeit bin ich auch stolz auf die Vorstellungen in der ganzen Woche", bilanzierte der 27-jährige Niederösterreicher über die abgelaufene Woche, die trotz der großen Enttäuschung am Ende alles andere als schlecht lief.

Schließlich erreichte der Weltranglisten-Dritte dieses Endspiel erst dank Siegen über die Superstars Novak Djokovic und Rafael Nadal sowie Titelverteidiger Stefanos Tsitsipas und begeisterte dabei mit seinem hochklassigen Tennis.

Von höchstem Niveau war schließlich auch das Endspiel gegen den schon seit einigen Wochen in Topform spielenden Daniil Medvedev. Schon vor zwei Wochen zeigte der Russe bei seinem Turniersieg in Paris-Bercy, dass mit ihm in London zu rechnen sein werde. Eine Prognose, die Medvedev nur allzugern bestätigte.

"Daniil hat es wirklich verdient, ein tolles Match. Gratuliere - du hattest einen tollen Monat November mit den Titeln in Paris-Bercy und hier", zog auch Thiem seinen Hut vor der Leistung des um drei Jahren jüngeren Russen. Im Head-to-Head liegt trotz der Niederlage in London immer noch Thiem knapp mit 3:2 voran.

Thiem: "Es war mir eine Freude heute"

"Ich hoffe, dass wir viele weitere Duelle vor uns haben. Es war mir eine Freude heute, auch wenn ich verloren habe", gab sich der Österreicher als gewohnt fairer Verlierer.

Thiem bedankte sich bei seinem Team mit Coach Nicolas Massu, Physio Alex Stober und Manager Herwig Straka, das "ohne Fans sogar noch wichtiger ist". "Wir hatten ein unglaubliches Jahr, ihr habt in all den 'Bubbles' gut auf mich aufgepasst."

Matchplan hätte laut Thiem gestimmt

Rückblickend hätte Thiem im Finale auch taktich nicht viel anders gemacht, wenn er noch einmal die Chance dazu bekommen würde. "Generell war es ein guter Match-Plan, das Match war die ganze Zeit am Limit. Ich habe sogar eine Riesenchance gehabt, Satz und Break in Führung zu gehen", erinnerte sich Thiem. Dann sei Medvedev im dritten Satz mit dessen aus Thiem-Sicht besten Game das Break zum 3:2 geglückt.

Deshalb könne ihn diese knappe Niederlage auch ganz sicher nicht von seinem weiteren Weg abbringen oder nachdenklich stimmen. "Ich bin auch entspannt, weil es wieder ein unglaubliches Turnier war und auch ein Superjahr und ich habe absolut alles gegeben und kann mir nicht wirklich viel vorwerfen."

Daran ändere auch die natürlich im ersten Moment überwiegende Enttäuschung nichts. "Es ist bitter, weil ich heute richtig bereit war. Ich war topmotiviert, habe gut gespielt und habe mich körperlich gut gefühlt. Aber so ist das in großen Finali gegen große Spieler manchmal, dass selbst eine richtig gute Leistung nicht reicht, weil der andere besser ist." Er habe aber bis zum Ende gefightet.

Medvedev ungeschlagen zum Titel

Medvedev, der im Vorjahr bei seinem Finals-Debüt noch mit drei Niederlagen gleich ausgeschieden war, ist nun sogar ungeschlagener Champion. Er erhält dafür 1.500 Punkte sowie 1,56 Millionen Dollar.

"Was für ein Match, es war einer meiner schönsten Siege", freute sich der coole Medvedev, der noch vor der Siegerehrung auf der Spielerbank mit dem Handy Nachrichten geschrieben hat. "Ich gratuliere dir, Domi für all die Dinge, die du jetzt schon erreicht hast. Dein Name ist schon jetzt in den Geschichtsbüchern des Tennis", streute Medvedev dem Österreicher Rosen.

Besonders freute es Medvedev, dass er den russischen Kreis am Austragungsort London geschlossen hat. 2009 hatte Nikolay Dawidenko die erste Auflage in der imposanten O2-Arena gewonnen, Medvedev vor der Übersiedelung nach Turin nun die letzte. "Vielen Dank an Nikolay Davydenko, der eine Inspiration für mich und viele andere Kinder war", sagte Medvedev.

Viele Fragezeichen hinter Urlaub und Tour-Start

Für Thiem heißt es nun raus aus der "Bubble" und zurück in die vom Lockdown geprägte Heimat. Wo Thiem nun den wohlverdienten Urlaub macht, weiß er noch nicht.

"Ich wollte nach Island und Schweden fliegen, aber das ist nicht mehr möglich", erzählte Thiem. Zudem müsse man abwarten, wie es mit Australien ausschaut. Aktuell darf der Tennis-Tross nicht vor dem 1. Jänner 2021 nach Australien einreisen.

Textquelle: © LAOLA1.at

ATP Finals: Melzer/Roger-Vasselin verpassen Titel

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare