Thiem: "Unfassbarer Fight" in Paris-Bercy

Thiem: Foto: © getty
 

Nach exakt 2:28 Stunden konnte Dominic Thiem am Donnerstabend den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale des Masters-1000-Turniers in Paris-Bercy fixieren (Spielbericht).

Dass sein Gegner Borna Coric sehr stark aufspielte und Thiem auch als Verlierer vom Platz hätte können, ist dem Lichtenwörther bewusst. "Es war ein unfassbarer Fight von uns beiden. Ich habe eigentlich einen guten Start erwischt, hatte gleich zu Beginn drei Breakbälle, die ich aber nicht nutzen konnte. Von da an war es sehr offen", sagt Thiem nach seinem Sieg im Sky-Interview.

Coric spielte "unfassbares" Tiebreak

"Wenn eine Nummer 13 gegen eine Nummer acht spielt, kommt immer ein sehr, sehr enges Match raus, vor allem wenn beide einen so großartigen Kampf liefern, wie wir es heute gemacht haben," erklärt Thiem bei der anschließenden Pressekonferenz.

Thiem hatte vor allem im dritten Satz eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle erlebt. Vor den Augen seiner Freundin Kiki Mladenovic stellte Thiem dann aber im Head-to-Head mit dem 21-jährigen Coric doch noch auf 3:1.

Coric habe im ersten Satz ein "unfassbares" Tiebreak gespielt. "Da habe ich mir nicht viel vorwerfen können. Der zweite Satz war enger, als es das Ergebnis aussagt und der dritte Satz war ein bisserl eine Achterbahnfahrt. Zum Glück habe ich es nach 0:30 noch ausserviert."

Die Unterstützung des Publikums freute Thiem ebenfalls. "Ich glaube, die Leute mögen mich hier, was natürlich mit Roland Garros zu tun hat, weil ich da immer gut spiele. Und es hat natürlich auch private Gründe, denke ich, das ist auch sicher", meint er lachend in Bezug auf seine in Paris lebende Freundin Mladenovic. "Es war unglaublich, es war dritte Runde und die Halle war fast voll. Das hat extrem Spaß gemacht", sagt der Niederösterreicher.

Sock alles andere als ein leichter Gegner

Im Viertelfinale wartet nun am Freitag (2. Spiel nach 14 Uhr - im LIVE-Ticker) Jack Sock. Im insgesamt vierten Duell mit dem Titelverteidiger ist Thiem nun Favorit.

Sock hat nach einer schwachen Saison überraschend das Viertelfinale erreicht, allerdings hatte er ja im Achtelfinale nicht wie geplant gegen Rafael Nadal spielen müssen. Thiem führt gegen den US-Amerikaner mit 2:1-Siegen (alle auf Hardcourt). Das bisher letzte Match hatte vor zwei Jahren just in Paris-Bercy stattgefunden und war an Sock gegangen.

"Überall anders wäre er ein ganz gutes Los gewesen, hier nicht", weiß Thiem über die Stärken Socks gerade in Bercy. "Ich werde versuchen, ihn über die Rückhand zu attackieren", verrät Thiem auch schon die Taktik.

Jedenfalls ist der Niederösterreicher, der im Westen der Stadt in Roland Garros nach zwei Semifinali im vergangenen Juni erstmals ein Grand-Slam-Endspiel erreicht hatte, erstmals auch in Bercy in die entscheidende Turnierphase vorgedrungen.

Thiem dreht das Spiel

Viel hätte nicht gefehlt und er wäre neuerlich vorzeitig gescheitert. Thiem begann stark, machte die ersten sechs Punkte und hatte in den ersten beiden Aufschlag-Games von Coric auch insgesamt drei Breakbälle. Diese blieben aber ungenutzt. In der Folge ging es ohne Serviceverlust nach 50 Minuten ins Tiebreak. Doch in diesem hatte Coric seine bis dahin beste Phase und dank sehr aggressivem Spiel holte er sich nach 58 Minuten eine 6:2-Führung, Satzball Nummer zwei verwertete der Weltranglisten-13. aus Zagreb.

Thiem schaltete dann nach einem 0:1-Rückstand im zweiten Satz einen Gang höher: mit acht Punkten in Folge und vor allem einem sehr starken Game als Rückschlager schaffte der French-Open-Finalist das Break des Spiels zur 2:1-Führung. Thiem behielt Oberwasser und schaffte zum 5:2 auch ein weiteres Break. Nach 93 Minuten hatte Thiem den Satzausgleich in der Tasche.

Im völlig verrückt verlaufenen dritten Durchgang sah es zunächst nicht gut aus für Thiem, der nach einem Serviceverlust 1:3 in Rückstand geriet. Doch Thiem fing sich, schaffte das sofortige Rebreak und nahm dem zusehends entnervt wirkenden 21-jährigen Kroaten erneut den Aufschlag zum 4:3 ab. Doch die Weichen zum Sieg waren nicht gestellt, denn Thiem musste selbst seinen Aufschlag gleich wieder abgeben und Coric gelang die Führung zum 5:4.

Thiem drehte das Match neuerlich, schaffte das Break zum 6:5. Bei eigenem Service 0:30 retour, vermied Thiem aber den neuerlichen Gang ins Tiebreak und stellte auf 7:5.

London-Ticket winkt

Am späten Abend fixierte dann auch der Japaner Kei Nishikori sein Viertelfinalticket. Damit ist Dominic Thiem noch nicht fix für die ATP-Finals qualifiziert. Sollte sich jedoch das in den Sozialen Netzwerken kursierende Gerücht über Juan Martin del Potros Absage für London bewahrheiten, hätten sowohl Thiem als auch Nishikori das Ticket fix in der Tasche.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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