Von Tennis-Vätern und ihren Söhnen

Von Tennis-Vätern und ihren Söhnen
 

Wie der Vater so der Sohn. Auch im Sport ist es nicht unüblich, dass sich die Kinder bei der Berufswahl an ihren Eltern orientieren. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.

Gerade im Tennis ist es allerdings alles andere als einfach, sich von ganz unten nach oben zu kämpfen. Dementsprechend selten ist es auch, dass beide Generationen erfolgreich auf der ATP-Tour durchstarten können.

Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung von Sebastian Korda. Der Sohn des ehemaligen Weltranglisten-Zweiten Petr Korda scheint auf dem besten Weg, gemeinsam mit seinem Daddy das bislang erfolgreichste Vater-Sohn-Gespann der Tennis-Tour zu werden.

Aus diesem Anlass haben wir einige prominente Tennis-Familien herausgesucht, wo beide Generationen auf der Profi-Tour aktiv waren und es zumindest eine Generation in die Weltklasse schaffte.

Petr Korda und Sebastian Korda

Foto: © getty

Wohl keine Familie hat den Begriff Sportfamilie so verdient, wie die Familie Korda. Petr Korda gewann 1998 die Australian Open und stand kurz danach im ATP-Ranking auf Platz zwei. Seine Frau Regina lernte er ebenfalls über das Tennis kennen. Unter ihrem Mädchenname Rajchrtova schaffte die Tschechoslowakin Anfang der 90er Jahre auf den 26. Weltranglistenplatz. 1993 hängte sie das Racket an den Nagel und widmete sich der gemeinsamen Familiengründung.

Die Töchter Jessica (Geburtsjahr 1993) und Nelly (1998) wurden Profi-Golferinnen auf der LPGA Tour, Sohn Sebastian (2000) startet gerade auf der ATP-Tour durch. Mit seinem Viertelfinal-Einzug beim ATP-1000-Turnier in Miami machte der Youngster deutlich, dass er punkto Talent seinem Vater in nichts nachsteht. 2018 holte Sebastian übrigens genau 20 Jahre nach dem Melbourne-Triumph seines Vaters den Junioren-Titel bei den Australian Open. Wenn das kein gutes Omen ist.

Alexander Zverev junior und senior

Foto: © getty

Alexander Zverev senior brachte gleich beide seiner Söhne auf die ATP-Tour. Und beide schafften es, ihren Erzeuger zu überflügeln. Zverev sr. bestritt zwischen 1979 und 1987 36 Davis-Cup-Länderkämpfe für die Sowjetunion, meistens war der Mann aus Sotschi aber auf der Challenger-Tour unterwegs. In der Weltrangliste schaffte er es immerhin auf Positon 175. Auch seine Frau Irina Zverev versuchte sich auf der WTA Tour (Career High: 380). Durch die Einschränkungen der Sowjetregierung blieben ihr höhere Weihen aber verwehrt.

Aufgrund der Fluchtgefahr durfte das Ehepaar nie zeitgleich das Land verlassen. Kein Wunder, dass sie nach dem Fall des eisernen Vorhangs Russland den Rücken kehrten und sich in Deutschland ansiedelten. Der 33-jährige Mischa schaffte es in Folge im ATP-Ranking auf Position 25 und agiert heute vor allem als Betreuer seines noch einmal deutlich erfolgreicheren Bruders Alex.

Stefanos Tsitsipas und Mutter Julia Postoli

Das Tennis in die Wiege gelegt wurde auch Stefanos Tsitsipas. Der Weltranglisten-Fünfte aus Griechenland gehört aktuell zu den besten Tennis-Spielern der Welt. 2019 gewann der 1,93 Meter große Feschak das ATP World Tour Finale in London. Während Vater Apostolos „nur“ normaler Tennis-Trainer war, war Mama Julia selbst auf der WTA-Tour aktiv.

Unter ihrem Mädchennamen Salnikova stand sie in den 80er Jahren im russischen Fed-Cup-Team. Nach einer mehrjährigen Auszeit wegen ihres Publizistik-Studiums an der Moskauer Universität, schaffte sie es Anfang der 90er Jahre – da bereits unter griechischen Flagge - immerhin unter die Top 200 der Welt. Vater Sergei Salnikov, der Opa von Stefanos Tsitsipas, war im Fußball übrigens ebenfalls eine große Nummer: Der 20-fache russische Teamspieler gewann 1956 sogar die Olympische Goldmedaille und spielte viele Jahre für Spartak Moskau, wo er später auch das Traineramt übernahm.

Björn Borg und Leo Borg

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In die wohl größten Fußstapfen muss Leo Borg treten. Vater Björn gilt als einer der besten Tennis-Spieler aller Zeiten. Der ehemalige Weltranglisten-Erste gewann elf Grand-Slam-Titel. Der heute 65-Jährige gewann fünf Mal in Folge Wimbledon und vier Mal hintereinander die French Open, beendete allerdings 1983 mit gerade einmal 26 Jahren seine aktive Karriere.

Sohn Leo ist 17 Jahre alt und wagte in den letzten Wochen seine ersten (allerdings noch erfolglosen) Schritte auf der Profi-Tour. Bei den Junioren kratzt er immerhin schon an den Top 10. Den unvermeidlichen Vergleichen mit Papa Björn begegnet der Teenager offensiv: im Spielfilm „Borg/McEnroe“ verkörperte er seinen Vater sogar teilweise. „Ich weiß, dass mich das mein Leben lang begleiten wird. Genau deshalb ist es aber keine große Sache, weil es einfach etwas ist, mit dem ich sowieso immer klarkommen muss.“

Toni Nadal und Joan Nadal Vives

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Superstar Rafael Nadal hat zwar noch keine Kinder und auch sein Vater Sebastian war nie Tennis-Profi, trotzdem wollten wir euch einen kommenden Familien-Nachfolger nicht vorenthalten. Joan Nadal Vives ist der 16-jährige Sohn von Onkel Toni, der bekanntermaßen seit den Jugendjahren als Coach seines Neffen Rafael Nadal arbeitet. Zu Jahresbeginn trat Nadal Vives bei seinem ersten ITF-Turnier bei den Erwachsenen an, verlor dort aber in der ersten Runde gegen den Weltranglisten-1.213. Kuzey Cekirge.

Ob’s zur großen Tennis-Karriere reichen wird, werden wir erst in einigen Jahren wissen. An den Genen sollte es aber nicht scheitern: Schließlich hat er nicht nur seinen berühmten Cousin Rafael in der Familie, sondern auch seinen Onkel Miguel Angel Nadal, der acht Jahre lang beim FC Barcelona spielte und auch 62 Länderspiele für die spanische Nationalmannschaft bestritt.

Agassi-Sohn versucht sich im Baseball

Der im Vorfeld am höchsten gehandelte Tennis-Sohn wird übrigens keine Karriere auf der ATP-Tour machen. Jaden Gil Agassi, der Erstgeborene der beiden Superstars Andre Agassi und Steffi Graf, strebt stattdessen eine Laufbahn im Profi-Baseball an.

Im Herbst begann er an der berühmten University of California seinen Einstieg im College-Baseball. Sein Jugendtrainer Evan Greusel attestiert ihm eine "hervorragende Hand-Augen-Koordination und außergewöhnliche Fähigkeiten als Pitcher (Werfer) und als Batter (Schlagmann), dazu schnelle Beine". Eigenschaften, die ihm wohl auch bei einer möglichen Tennis-Karriere nicht geschadet hätten.

Englische Sportwettenanbieter ahnten derartiges schon und boten im Jahr seiner Geburt 2001 Wetten auf einem möglichen Wimbledonsieg von Jaden Gil an. Diesen Wetteinsatz werden die mutigen Zocker aufgrund der Schläger-Wahl Jaden Gils aber nun wohl trotz aller guten Ansätze abschreiben müssen. Die Auszahlungsquote wäre beim 500fachen Einsatz gelegen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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