Spannung im Kampf um den Grand-Slam-Rekord

Spannung im Kampf um den Grand-Slam-Rekord Foto: © getty
 

Mit seinem Titel bei den Australian Open macht Novak Djokovic den Kampf um den Grand-Slam-Rekord immer spannender. Sein neunter Triumph beim "Happy Slam" in Melbourne ist sein insgesamt 18. Major-Titel.

Damit hat der Serbe nur mehr zwei Grand Slams weniger auf der Habenseite als die ex aequo an der Spitze liegenden Rafael Nadal und Roger Federer. Mit 33 Jahren ist Djokovic aber erstens der Jüngste des Trios und zweitens am wenigsten verletzungsanfällig. Nadal hat mit 34 Jahren aber wohl auch noch einige Jahre vor sich und bei seinem Lieblingsturnier den French Open die nächste Chance, die alleinige Führung zu übernehmen.

Für Federer wird es mit seinen bald 40 Jahren immer schwieriger, weitere Siege auf höchster Tennis-Ebene einzufahren. Denn nicht nur Nadal und Djokovic sind heiß auf Major-Siege, auch die nächste Generation um Dominic Thiem, Daniil Medvedev oder Stefanos Tsitsipas macht den Kampf um die bedeutendsten Tennis-Titel immer spannender.

Ivanisevic prophezeit Zweikampf

Für Djokovic-Coach Goran Ivanisevic ist klar, dass sich sein Schützling und Rafael Nadal den Rekord untereinander ausmachen werden. Er muss sich daher nicht weit aus dem Fenster lehnen, wenn er prophezeit, dass sein Schützling Federer überholen wird.

"Die beiden überraschen mich jeden Tag. Rafa wird sicher noch einen gewinnen, ich hoffe nicht zwei. Sie spielen immer noch immer besseres Tennis", erklärte Ivanisevic, der es in seiner aktiven Zeit bis zur Nummer zwei der Tennis-Weltrangliste schaffte.

Natürlich wäre sogar der allgemeine Rekord, aktuell von Margaret Court mit 24 Titeln gehalten, noch in Reichweite. Für Federer wird es nach über einem Jahr Pause und mit fast 40 trotz seines Ausnahmetalents freilich enorm schwer werden. Seit den Australian Open 2018 hat der Schweizer Superstar kein Major mehr gewonnen.

Djokovic in Australien eine Klasse für sich

Djokovic ließ bereits durchblicken, dass er sich noch mehr auf die Majors konzentrieren wird (mehr Infos >>). Zudem wird er seine Bauchmuskelverletzung jetzt auskurieren. "Ich habe ein weiteres MRI gemacht und der Schaden hat sich im Vergleich zum ersten MRI vergrößert", berichtete er nach dem glatten 7:5,6:2,6:2 über Daniil Medwedew.

Begeistert über Djokovic' Melbourne-Auftritt haben sich auch andere ehemalige Tennis-Größen geäußert. "Das war eine unglaubliche Performance. Es war auch ein starkes Statement in Richtung der nächsten Generation, an uns, die ganze Welt. Novak ist so ein kompletter Spieler", meinte Mats Wilander als Eurosport-Experte.

Und Ex-US-Open-Sieger Andy Roddick schwärmte auf Twitter: "Djoker ist so gut. Es gibt keine Möglichkeit, ihn auf dem Court zu attackieren. Es ist wie wenn man nicht imstande ist, einen Boxer zu schlagen und dieser Boxer K.o.-Power in beiden Händen hat."

Starkes Comeback nach durchwachsenem 2020

Angeschlagen wie ein Boxer war Djokovic allerdings im vergangenen Jahr öfters: Sowohl mit der Organisation der Adria-Tour, wo Spieler Partys gefeiert und sich auch mit dem Coronavirus infiziert hatten, als auch mit der Disqualifikation bei den US Open, nachdem er unabsichtlich eine Linienrichterin mit einem weggeschlagenen Ball getroffen hatte. Im Vorfeld der Australian Open hatte sich Djokovic wegen der Quarantänebestimmungen und seiner Forderung nach Lockerung für die Spieler unbeliebt gemacht.

Konstante Medienschelte ist Djokovic, der im Beliebtheitsgrad mit Federer und Nadal weltweit gesehen trotz all seiner sichtbaren Bemühungen nicht mithalten kann, gewohnt. "Natürlich tut das weh. Ich habe Emotionen und ich genieße es nicht, wenn mich jemand in den Medien attackiert. Aber ich habe in all den Jahren eine dicke Haut entwickelt", erklärte Djokovic dazu. Nach seinem neunten Sieg in seinem "Wohnzimmer Rod Laver Arena" gab sich der Serbe aber versöhnlich. Er ist in Melbourne ebenso eine Macht wie Nadal in Paris und Federer es viele Jahre in Wimbledon war.

Es wird neben den weiteren Steigerungsmöglichkeiten von Dominic Thiem, Daniil Medwedew, Alexander Zverev und Co. die vielleicht spannendste Frage in diesem Jahr: Was kann Roger Federer nach seiner langen Pause wieder leisten? Einen ersten Eindruck davon kann man sich in knapp zwei Wochen machen, wenn der Eidgenosse in Doha auf die ATP-Tour zurückkehrt.

Herren-Bestenliste Grand-Slam-Titel:

Platz Name Nationalität Titel Zeitraum noch aktiv
1. Roger Federer Schweiz 20 2003-2018 ja
1. Rafael Nadal Spanien 20 2005-2020 ja
3. Novak Djokovic Serbien 18 2008-2021 ja
4. Pete Sampras USA 14 1990-2002 nein
5. Roy Emerson Australien 12 1961-1967 nein
6. Björn Borg Schweden 11 1974-1981 nein
6. Rod Laver Australien 11 1960-1969 nein

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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