ATP Finals: Deshalb gewinnt Thiem gegen Federer

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Da darf man schon einmal kurz schlucken: Novak Djokovic, Roger Federer und den derzeit in Überform agierenden Matteo Berrettini in einer Vierer-Gruppe zugelost zu bekommen, ist wahrlich nicht des Glückes höchste Form.

„Das ist natürlich eine absolute Hammergruppe“, war demnach auch die erste Reaktion von Dominic Thiem auf die Gruppe „Björn Borg“ beim ATP World Tour Finale.

Zwei Siege werden notwendig sein, um das von Dominic Thiem ausgelegte Ziel - im vierten Anlauf in London erstmals ins Halbfinale zu kommen - zu erreichen.

Neben einem Erfolg über Berrettini, den er erst vor kurzem im Halbfinale der Erste Bank Open dank tollem Kampfgeist in drei Sätzen in die Knie zwang, muss der Niederösterreicher also entweder Djokovic oder Federer schlagen.

Thiem peilt Halbfinale an

„Wenn man zwei Spieler von den Top 8 herausheben kann, dann sind es vermutlich diese zwei. Federer spielt in der Halle unfassbar und ist deshalb noch ein bisschen gefährlicher als normal“, so Thiem, der sich deshalb trotzdem nicht entmutigen lassen will. „Mein Ziel bleibt gleich – das ist das Halbfinale – und ich werde alles dafür geben, dieses Ziel zu erreichen.“

Am Sonntag startet Thiem gegen Federer (ab circa 20:30 Uhr im LIVE-Ticker). Der Ausgang dieser Partie ist voraussichtlich vorentscheidend: Bei einem Sieg hätte Thiem alle Trümpfe in der Hand, bei einer Niederlage muss er wohl einen "Plichtsieg" über Djokovic einfahren.

Keine leichte Aufgabe, doch auf den zweiten Blick gar nicht so unrealistisch. Bei einem dritten Blick legen wir uns sogar fest: Dominic Thiem wird sein Auftaktmatch gegen Roger Federer gewinnen! Warum? Wir haben fünf gute Gründe für den erfolgreichen Start in London:

1. Thiem ist ein Angstgegner von Federer

Im Mai feierte Thiem im Viertelfinale von Madrid im sechsten Duell mit dem Eidgenossen seinen bereits vierten Sieg. Nur neun Spieler konnten Federer auf der Tour öfter schlagen als der Niederösterreicher. Doch damit nicht genug. Kein aktiver Spieler, der öfter als einmal gegen Federer gespielt hat, hat auf der Tour gegen den Tennis-Maestro eine bessere Sieg-Bilanz als Thiem.

2. Thiem im Herbst so gut wie nie zuvor

Dominic Thiem spielt in der Saison 2019 den mit Abstand besten Herbst seiner bisherigen Karriere. In den vergangenen Jahren ging dem 26-jährigen Lichtenwörther am Saisonende meistens etwas die Luft aus. Heuer ist alles anders: In Peking und Wien gewann er innerhalb kürzester Zeit zwei 500er-Turniere, bei denen er in der Vergangenheit nicht übermäßig erfolgreich abschnitt. „Ich gehe mit der besten Form in das Turnier, die ich bis jetzt in dieser Phase der Saison gehabt habe. Ich spiele sehr gut und fühle mich körperlich sehr gut“, reiste Thiem mit breiter Brust nach London.

3. Federer beim Saison-Finale mit Schwächen

Sechs Mal konnte Roger Federer das ATP-World-Tour-Finale bereits für sich entscheiden. Sein letzter Triumph liegt allerdings schon acht Jahre zurück. Zuletzt im Endspiel stand der Eidgenosse im Jahr 2015. Damals unterlag er Novak Djokovic glatt in zwei Sätzen. Von seinen letzten fünf Auftaktspielen in London verlor Federer immerhin zwei.

4. Thiem hat mehr Erfahrung als früher

Als einziger Spieler des erlesenen Achter-Starterfelds ist Dominic Thiem 2019 zum bereits vierten Mal in Folge beim ATP World Tour Finale in London mit von der Partie. Bislang blieb dem 26-jährigen Lichtenwörther der Sprung ins Halbfinale versagt. Ein Gruppensieg erwies sich jedes Mal als zu wenig, auch wenn er es dadurch immerhin immer bis zum letzten Gruppenspiel spannend machen konnte. „In den ersten beiden Jahren war ich eher froh, dass ich überhaupt dabei bin und habe gar nicht so auf die Ergebnisse geschaut“, erinnert sich Thiem zurück. „Das ist heuer definitiv anders. Ich will unbedingt ins Halbfinale kommen und wäre schon enttäuscht, wenn es nicht klappen würde.“

5. Federer mit durchwachsener zweiter Jahreshälfte

Seit dem hauchdünn verlorenen Wimbledon-Finale gegen Novak Djokovic lief es für Roger Federer in dieser Saison nicht mehr nach Wunsch. Bei den US Open war ebenso wie später beim 1000er in Shanghai bereits im Viertelfinale Endstation. Danach holte der Schweizer zwar wie gewohnt zum bereits zehnten Mal den Heimsieg in Basel, mit Ausnahme von Stefanos Tsitsipas, der kein ausgewiesener Hallen-Spezialist ist, hatte er durch den verletzungsbedingten Ausfall von Stan Wawrinka aber keinen absoluten Top-Spieler aus dem Weg zu räumen. Für das 1000er-Turnier in Paris-Bercy sagte er ab, um sich für das Tour-Finale zu schonen. Ob er ausgerechnet während dieser Pause zu seiner alten Form fand?

Textquelle: © LAOLA1.at

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