Touchdown Tuesday: Wer wird MVP?

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Und da sind wir schon wieder!

Die Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen?

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 8 der Saison 2016:

Und der 1298. AFC-East-Titel in Folge geht an - ta-da - die New England Patriots. Wer auch nur ansatzweise glaubte, die Bills würden nach dem Brady-losen-16:0 in Foxboro auch das zweite Duell gegen Belichick gewinnen, dem sei folgendes gesagt: Haha, good one. Belichick verpasste seinem Intimfreund Rex Ryan eine 41:25-Ladung und wird wie die letzten sieben Male die Division mit seinem Team für sich entscheiden. So viel steht jetzt schon fest. Übrigens, für alle Freunde der Statistik (und der Patriots): New England gewann seit 2003 nur einmal die Division nicht. 2008 schafften es die Dolphins. Denn da war der Herr Brady mit einem Kreuzbandriss die gesamte Saison außer Gefecht...

Wir geben es ja ehrlich zu. Montagabend stand hier ein ganz anderer Loser, von dem die Internet-Welt nie erfahren wird. Unsere - unabgesprochenen - Gedanken mussten wohl so gelautet haben: "Wir wollen endlich mal den TT rechtzeitig fertig haben." "Wir haben beide am Feiertag etwas vor." "Ach, im MNG passiert schon nix." Tja, falsch gedacht! Und wie was passiert ist! Die Minnesota Vikings haben es tatsächlich geschafft, in Chicago ziemlich chancenlos zu sein. In Chicago! Muss man sich langsam Sorgen machen um die Blitzstarter aus Minneapolis? Gerade offensiv ging wieder einmal wenig bis gar nichts. Im zweiten Spiel nach der Bye-Week setzte es die zweite Niederlage. Und besonders ärgerlich: Da die NFC-North-Konkurrenz aus Green Bay und Detroit patzte, hätte man sich bereits ein angenehmes Ruhepolster verschaffen können. Und selbstverständlich auch ein Wort zu Chicago: Ein Bravo vor allem an Jordan Howard, was für eine Leistung. Aber natürlich auch an Jay Cutler. Totgesagte leben länger! In diesem Sinne Happy Allerheiligen!

Fast, aber wirklich nur fast, hätte es binnen einer Woche das dritte NFL-Remis gegeben. Nach dem 6:6 zwischen den Cardinals und den Seahawks sowie dem 27:27 zwischen den Bengals und den Redkins wäre es beinahe auch zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Oakland Raiders soweit gekommen. Gut, die Bucs wollten einfach nicht gewinnen (Oakland verbuchte 23 Strafen, 23!!! Rekord!!!) und am Ende auch nicht Remis spielen. So ließen sie Seth Roberts nach Pass von Derek Carr schnurrstracks gen Endzone laufen. Die Verteidiger liefen hingegen zusammen, 1:45 Minuten vor Ende der Overtime. Die Raiders gewannen auch ihr fünftes Auswärtsspiel in der Saison. Mit einem denkwürdigen Play!

Eieiei, da war alles angerichtet für die Seahawks - und dann vergeigen sie es in New Orleans. Beim Team ohne Defense. Arizona verlor parallel gegen die Panthers (auch irgendwie ein Oh Boy in dieser Saison) und Seattle hätte nach dem unsäglichen Remis im direkten Duell vergangene Woche wegziehen können. Doch sie vergaben die Chance und verloren "lieber" in New Orleans. Dank einer O-Line, die nicht einmal dem Druck der Saints-Defensive standhielt. Da kann dann auch Russell Wilson wenig machen...

Das war GARANTIERT ein bisserl voreilig vom Super-Bowl-Champion-Quarterback der New York Jets (eine rare Spezies, dagegen kommt der Yeti oft vor). Aber durchaus amüsant seine Tweets während eines Jets-Spiels. Mit diesem hier hatte er sogar recht:

Letzte Woche ließ es sich bei Meeresbrise recht idyllisch darauf warten, bis Kollege Kastler seinen Teil des TT fertig hatte. Ich hoffe, die nun folgenden Zeilen sind nicht bereits museumsreif, wenn wir online gehen, hahaha. Ich bin zwar wieder in heimischen Gefilden, aber genügend Kilometer von Wien entfernt, um ein wenig frech sein zu dürfen. Weniger Respektabstand als ich gerade von Kollegen Kastler hatte Wade Phillips zu Melvin Gordon. Ich denke, das hat sich beinahe jeder von uns schon einmal gefragt, wie es endet, wenn er von einer dieser "NFL-Maschinen" umgerannt wird. In meinen Augen war dies eine wirklich schreckliche Szene, aber beim Defensive Coordinator der Denver Broncos kann man Entwarnung geben. Und das ist gut so, nicht nur weil Phillips einer der meist respektiertesten Coaches der Liga ist, sondern weil solch eine Kollision mit 69 Jahren definitiv nicht ohne ist. Aber gut, kommen wir zum aktuellen Geschehen auf dem Feld. Wir haben quasi Saison-Halbzeit, also eine gute Gelegenheit, um das Playoff-Feld vorherzusagen. Nach aktuellem Erkenntnisstand würde ich wiefolgt tippen.

AFC: New England (1), Denver Broncos (2), Pittsburgh Steelers (3), Indianapolis Colts (4), Oakland Raiders (5), Kansas City Chiefs (6).

NFC: Seattle Seahawks (1), Green Bay Packers (2), Dallas Cowboys (3), Atlanta Falcons (4), Minnesota Vikings (5), Carolina Panthers (6).

Die eine oder andere Anmerkung dazu: In der AFC sind es die fünf besten Teams plus Indy. In der AFC South setze ich also auf Risiko. Ich gebe zu, ich habe mir für dieses Tippspiel jetzt nicht die Mühe gemacht, alle Schedules anzuschauen, sondern vertraue mehr den bisherigen Eindrücken. Lediglich in der AFC South habe ich mir das Restprogramm angesehen. Houston hat bisher zu Hause alles gewonnen und auswärts alles verloren - es stehen nur noch drei Heimspiele am Programm. Tennessee wäre verlockend, hat jedoch nicht das leichteste Programm. Houston und Tennessee müssen noch nach Indy, den Tie-Breaker gegenüber den Titans haben sie schon, also vielleicht geht noch etwas. Aber egal, wer es wird, in den Wild Cards ist gegen Oakland Endstation. So "berechenbar" die AFC erscheint, so schwierig ist es in der NFC, in der bis auf die abgeschlagenen 49ers offenbar jeder jeden schlagen kann (für die Bears gilt das ja so nicht mehr). Im Prinzip ist bis auf diese beiden Nachzügler jedes Team zumindest im Wild-Card-Rennen, also gehe ich davon aus, dass zumindest ein Team in den Playoffs landet, mit dem aktuell niemand rechnet, das jedoch eine starke zweite Saison-Hälfte hinlegt. In meinem Tipp sind dies die Carolina Panthers, die ich vor allem deshalb gewählt habe, damit ich am Ende der coole Guru bin, der es Ende Oktober vorhergesagt hat *grins* Noch kurz zur Erklärung, warum Seattle an 1 steht: Wer - trotz der Pleite in New Orleans - so viele Probleme halbwegs unbeschadet übersteht und schon oft bewiesen hat, genau dann da zu sein, wenn es darauf ankommt, verdient dieses Vertrauen. Wenn Russell Wilson irgendwann wieder Russell Wilson ist (meine Fantasy-Saison in der TT-Liga hat er mir eh schon gekostet), und Russell Wilson wird demnächst wieder Russell Wilson sein, dann sehe ich die Seahawks mit dieser Defense schlichtweg vor der NFC-Konkurrenz. Aber gut, wir können uns sicher sein, dass es nicht haargenau so kommen wird, wie von mir getippt - dafür ist noch viel zu viel Football zu spielen. Und darauf freuen wir uns riesig!

PS.: MVP wird Tom Brady. Ob wir das wollen oder nicht. Zwischenbilanz: Ein absurdes QB-Rating von 133,9, 12 TD-Pässe, 0 Interceptions und unschlagbar. Wer hätte es vor Saisonbeginn gedacht?

Meine Ausführungen werden diesmal ein wenig Oakland-lastig, weil ich später indirekt noch mal auf die Raiders zurückkommen muss. Aber sie verdienen es sich derzeit definitiv. What a game @ Tampa Bay!! Ich habe durchaus mit mir gerungen, ob ich sie in der AFC West (für mich derzeit die stärkste NFL-Division nach einigen Jahren der Dominanz der NFC West - auch weil San Diego schlechter als nötig dasteht) nicht an eins setzen soll. Aber der signifikante Qualitäts-Unterschied in Sachen Defense hat das Pendel doch zu Gunsten Denvers ausschlagen lassen. Wie dem auch sei: In einer AFC, in der gefühlt ohnehin immer die gleichen acht Teams um die Playoff-Plätze streiten, sind die Raiders ein mehr als willkommener Farbtupfer. Zwei wichtige Erkenntnisse aus dem Sieg bei den Bucs: Erstens, Head Coach Jack Del Rio hat einmal mehr Eier bewiesen (denkt an Week 1 und die Two-Point-Conversion in New Orleans - eine Szene mit Signalwirkung für die restliche Saison) und kurz vor Ende der Overtime einen vierten Versuch ausgespielt anstatt zu punten und auf das Remis zu hoffen. Dieser Spielzug resultierte im siegbringenden TD. Nicht immer wird dieser Mut belohnt, aber aus genau diesem Holz muss man geschnitzt sein, wenn man nicht ewig im Mittelmaß festsitzen will. Zweitens sind die Anzahl der Strafen gegen die Raiders natürlich ein Wahnsinn. Schon vor diesem Spiel führte Oakland die Liga in dieser wenig rühmlichen Kategorie an, in Tampa Bay kamen noch einmal 23 akzeptierte Penalties dazu - neuer NFL-Rekord. Das führte zu einem Raumverlust von sage und schreibe 200 Yards! Einfach irre! Kein Wunder, dass Derek Carr einen Career-Day mit 513 Passing-Yards einlegen musste, um dies zu kompensieren. Von Beginn der Saison 2001 bis vor diesen Spieltag kassierten die Raiders 1.961 Strafen - das sind um 207 mehr als das Team mit den nächstmeisten Gelben Flaggen. Die meiste Zeit über in diesem Jahrtausend waren die Raiders auch ein schlichtweg mieses Football-Team. Schmutzig zu agieren passt vermutlich auch ganz gut zur Piraten-Gangster-Bad-Guy-Attitüde der Franchise aus der Bay Area. Gut gemeinter Ratschlag: Hört auf damit! Bringt Disziplin rein! Dieses Team ist inzwischen gut genug, um auf legale Art und Weise kompetitiv zu sein. Zum Reifeprozess gehört dazu, dass sich Refs kein Rückenleiden mehr zuziehen, wenn sie sich nach Gelben Flaggen bücken. Denn bessere Kontrahenten werden es gekonnter als die Bucs zu nutzen wissen, wenn man ihnen derart viel Raumgewinn schenkt. Noch ein Wort zu Carr: Die Story mit Bruder David Carr und meine Theorie, dass Derek nur wegen dessen bitteren Scheiterns kein Erstrunden-Pick wurde, habe ich schon mehrmals verbreitet. Ich nehme an, inzwischen bereut es das eine oder andere Team, nicht zugeschlagen zu haben. Charisma, Entschlossenheit und vor allem Können des 25-Jährigen faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Seine TD/Interception-Ratio steht bei 17/3, womit er mit seiner Offense natürlich der Mastermind hinter der 5-0-Auswärtsbilanz ist. Nun wäre ein guter Moment, auch zu Hause in Oakland siegreicher zu agieren. Denn immerhin warten ein Team namens Denver Broncos. Was für ein Matchup!

Amüsant war sie, die Wer-wird-Offensive-Rookie-of-the-Year?-Bowl zwischen Dallas und Philadelphia. Alle standen sie auf dem Feld, Ezekiel Elliott, Dak Prescott und Carson Wentz. Und die Herren lieferten auch. Ich hatte in dieser Saison noch nicht so oft die Gelegenheit, mir die Cowboys in voller Länge anzuschauen. Spätestens jetzt weiß ich auch, warum alle so von "Dak" - eigentlich heißt er ja Rayne Dakota Prescott - schwärmen. Ruhig, abgeklärt und auch in brenzligen Situationen mit guten Nerven - im Schlussviertel zehn Punkte Rückstand aufgeholt und in der Overtime ein wirklich beeindruckender Drive zum Sieg. Gut gemacht! Über all die Jahre hat man schon zu viele gehypte Jungstars scheitern sehen, deswegen heißt es am Boden zu bleiben und an den Schwächen zu arbeiten. Denn die gibt es sehr wohl noch. Die Kollegen von NBC haben ganz gut herausgearbeitet, dass beispielsweise die Entscheidungsfindung des Spielmachers in der Red Zone teilweise noch richtig schwach ist. Aber hey, woher soll ein Rookie auch die Erfahrung eines Brady, Brees oder Rodgers haben? Mir gefällt einfach, dass er ohne große Einlagen das abliefert, was er kann - nicht mehr und nicht weniger. Es soll ja bisweilen Spielmacher geben, die spektakulärer wirken wollen, als es ihr Können eigentlich zulässt. Rookie of the Year wird aber dennoch Elliott, wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt. Denn das Potenzial dieses jungen Herrn ist einfach nur spektakulär (und macht auch Prescotts Leben bedeutend leichter)!

"Enough is enough!" Zuerst einmal: Gratulation Cam Newton und den Carolina Panthers zu dieser Performance gegen Arizona. Ich würde sagen, das war eine überzeugende Bewerbung für die Wer-wird-das-diesjährige-Kansas-City-Kampagne. Ebenso Gratulation an Cam Newton für seine Outfit-Wahl bei der Postgame-Pressekonferenz. Mir ist Mode ja grundsätzlich relativ wurscht, aber diese Kombo aus rosa Anzug und grünem Hut ist sogar mir ins Auge gestochen. Mutig, mutig! Ich würd's nicht tragen, aber wer's tragen kann, der kann. And yes he Cam! Aber kommen wir zum Geschäftlichen: Bei ebendieser PK beschwerte sich Newton über einen gefährlichen Hit gegen seine Person, der nicht geahndet wurde, er hätte sich einen Kreuzbandriss zuziehen können, er fühle sich nicht mehr sicher und es würde ihm den Spaß am Spiel nehmen. Außerdem werde er sich bei Commissioner Roger Goodell beschweren. Ich gebe zu, ich tue mir nicht gerade leicht, diese Worte einzuordnen. In der Sache gebe ich Newton durchaus Recht: Sicherheit ist wichtig und diese Diskussion wird bezüglich seiner Person in dieser Saison ja nicht das erste Mal geführt. Andererseits komme ich nicht umhin, Newton ein wenig Verfolgungswahn zu unterstellen. Ich denke nicht, dass die Refs genau bei ihm immer wegsehen und bei jedem Stupser gegen andere QBs die Flagge werfen. Und genau das will uns der MVP meinem Gefühl nach mit seinen Worten weiß machen ("The story of my life!"). Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien und glaube auch diese nicht. Ich fürchte, Newton hat beim No-Call bei der Attacke von Calais Campbell eher Pech gehabt, als das Opfer einer aufwändig inszenierten Intrige gegen seine Person geworden zu sein. Das ist natürlich wenig spektakulär, aber nicht unwahrscheinlich. Außerdem ist Newton inzwischen leider bekannt dafür, dass er - speziell nach Niederlagen - keinen Spaß mehr hat und wortkarg wird, sich dafür aber in der Stunde des Triumphes gerne feiern lässt. Kollege Kastler hat es in dieser Saison schon moniert, ich habe es nach der Super Bowl hautnah erlebt. Ich bin mir nicht sicher, ob er sich und seiner Sache mit solchen Auftritten hilft. Noch ein Wort zu Arizona: "mundafinga", WTF war denn da los? Zwischenzeitlich waren die Cardinals mit einem 2. Vesuch und 44 (vierundvierzig!) konfrontiert! Ich habe das Gefühl, das sagt irgendwie alles...

Kicker bekommen bei uns selten einen eigenen Absatz, und wenn haben sie grandios versagt. In dieser Saison bietet sich dafür jede Menge Gelegenheit. Oder Dustin Hopkins? Oder Mike Nugent? Oder...? Alle Kicker-Fails in Woche 8 (und den Spieltagen davor) abzuarbeiten, sprengt den ohnehin großzügigen TT-Rahmen, aber in Tampa Bay gab es ein durchaus interessantes Duell, das ich erwähnenswert finde. Hier im roten Bereich tauchen Sebastian Janikowski (Raiders) und Roberto Aguayo (Buccaneers) auf, weil die beiden in diesem Matchup nicht gerade die beste Treffsicherheit bewiesen haben - im Falle von Aguayo, der einen wichtigen Extrapunkt versemmelte, muss man leider sagen: wieder einmal. Generell sollen diese Zeilen aber ein Mutmacher für den umstrittenen Bucs-Kicker sein. Vorne weg: Ich halte weniger als nichts davon, Kicker zu draften, noch dazu frühzeitig, denn die Herren Spezialisten findet man auch so. Janikowski und Aguayo verbindet das "Schicksal", früh gedraftet worden zu sein. Rookie Aguayo in diesem Jahr in Runde 2 (was ich, sorry liebe Bucs, angesichts der Löcher in diesem Kader nach wie vor für einen schlechten Witz halte), Oldie Janikowski im Jahr 2000 sogar in Runde 1 an 17. Stelle - immerhin zwei Picks vor einem gewissen Shaun Alexander, der es 2005 immerhin zum NFL-MVP schaffte. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir uns früher über die Raiders lustig machten, deren Kader nach der Super-Bowl-Teilnahme 2002/03 immer mieser wurde, während Alexander immer besser wurde. Gut, Janikowski ist inzwischen so lange in der NFL und hat seine Klasse nachgewiesen, dass ich mittlerweile sogar Nachsicht für diesen Pick üben würde. Zumindest weiß der 38-Jährige, wie sich Aguayo fühlen muss. Auf einen derart früh gedrafteten Kicker schaut die Öffentlichkeit halt doch ein bisserl mehr und bisher tut er genau gar nichts, um seine frühe Wahl zu rechtfertigen. Nur 7 von 12 Field-Goal-Versuchen hat er verwertet, das entspricht peinlichen 58,3 Prozent - mit Abstand die schlechteste Quote aller 31 Teams. Kommen wir zum Mutmacher: Ich kann mich noch erinnern, wie es Janikowski am Anfang seiner Karriere ähnlich erging. In seiner Rookie-Saison hat er knapp ein Drittel aller FG-Versuche verhaut, nur 22 von 32 hat er versenkt. Es hat gedauert, bis er sich etabliert hat - letztlich hat sich die Geduld ausgezahlt. Ich nehme an, dass auch die Bucs mit einem Zweitrunder ein wenig mehr Geduld haben werden. Und irgendwie muss er ja ein gehobenes Potenzial haben, wenn er so früh gedraftet wird, nicht wahr? PS.: Der letzte Kicker vor Aguayo, der in Runde 2 gedraftet wurde, war Mike Nugent 2005 von den New York Jets. Darüber, ob sich das ausgezahlt hat, lässt sich nicht streiten...

Gratulation an die New Orleans Saints für eine effiziente Darbietung gegen Seattle. Das Benchen von Mark Ingram für Tim Hightower hat sich zumindest temporär ausgezahlt. Man sieht, was mit effektiverem Laufspiel und Kontrollieren der Uhr möglich wäre. Die eigenen Defense sollte ja angesichts ihrer Qualität tatsächlich so selten wie möglich auf dem Feld stehen. Diesmal hat sie nicht so schlecht ausgesehen, wobei ich mich schon frage, was die Seahawks daran gehindert hat, derart stur darauf zu verzichten, die Secondary der Saints ernsthaft zu testen. Die soll ja nicht die beste der Liga sein. Hört man. Vielleicht lag es auch daran, dass die O-Line Seattles wieder einmal eine, sagen wir bescheidene, Darbietung abgeliefert hat. Laut "Spotrac" investieren die Seahawks nur 9 Millionen Dollar in ihre O-Line - mit Abstand die niedrigste Summe der Liga. Zum Vergleich: Oakland bezahlt in dieser Saison 37,7 Millionen Dollar. Sicher, jedem Team sind andere Mannschaftsteile wichtiger und die Verteilung des Gehalts innerhalb der Salary Cap hängt von vielen Faktoren ab - etwa von den Dienstjahren in der Liga. Dallas etwa rangiert in dieser Wertung derzeit nur auf Platz 18, man darf jedoch davon ausgehen, dass die Vertragsverlängerungen dieser O-Line nicht gerade billig werden. In Seattle setzt man in der Line indessen schon traditionell auf Billigware. So ließ man etwa Russell Okung ziehen, der in Denver 2017 11,7 Mio. Dollar gegen die Salary Cap zählen wird - also mehr als die komplette aktuelle O-Line der Seahawks (Starter und Backups). Darüber ob diese Politik der Gesundheit von Russell Wilson gut tut, lässt sich streiten. Und ich weiß nicht, ob es nur an der eingeschränkten Mobilität des QBs und an Christine Michael liegt, dass man sich derzeit schwer tut, die 100 Rushing Yards zu durchbrechen, nachdem dies in der Vorsaison noch Standard war (in 15 von 16 Spielen). Mit George Fant musste in New Orleans ein Spieler starten, der sein letztes Football-Spiel in der Unterstufe gestartet hat. Eigentlich unglaublich! In der High School und am College konzentrierte er sich auf Basketball und schnupperte erst im letzten College-Jahr wieder ein bisschen ins Football-Leben. Es spricht für die bekannte Kreativität der Seahawks, dass sie sein Talent erkannten, ihn vom Tight End zum klassischen Liner umschulten und offenbar auf taugliches Niveau coachten. Die Vergangenheit lehrt, dass diese Personalie aufgehen und noch für Schlagzeilen sorgen wird. In der Gegenwart ist den Seahawks damit jedoch wenig geholfen. Manchmal kann man es mit solchen Experimenten nämlich auch übertreiben.

Glaubt ihr, Kollege Altmann kennt das Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze"? Ich glaube (nein, ich weiß es) nicht. Aber er weiß den Urlaub offensichtlich zu genießen - heißt für mich: Ich habe am Montag zum Lesen seiner Magisterarbeit begonnen und bin heute endlich fertig geworden. *grins* Ich werde mich etwas kürzer halten. Deutlich kürzer. MVP? Ja, natürlich Tom Brady. Sorry, Matty Ice Ryan. Aber das Problem ist, dass die Patriots ein vollauf funktionierendes Team haben. Die Abwehr der Falcons lässt einfach viel zu viel zu. So stehen die einen bei 7-1 und die anderen bei 4-3. Und das färbt auch gegen Ende der Saison auf die MVP-Wahl ab. Da kann Matty Ice noch so geniale Winning Drives abfahren, bei 10-6 wirkt das einfach anders. Und Cam Newton wurde übrigens 2015 auch nach einer 15-1-Saison MVP. Es gibt aktuell keinen Anlass zu glauben, dass die Patriots die Regular Season nicht mit 15-1 beenden. Nach der Bye-Week kommen die Seahawks, aber zu Hause. Und dann gegen Ende müssen sie noch gegen die Broncos ran. Der Rest ist easy. Und Tom Brady ist im Deflategate-Revenge-Modus.

Ja, das war der Aaron Rodgers, den ich kenne. Präzise und gut gelaunt. Bis zum Schluss. Okay, bis rund drei Minuten vor Schluss. Aber es war natürlich nicht seine Schuld, dass die Packers in Atlanta verloren haben. Die vier Touchdown-Pässe waren wunderbar, aber auch seine Rushing Yards. Run Boy Run. 60 Yards, so viele hat er in einem Spiel noch nie erlaufen. Da kramen wir das gute alte R-E-L-A-X hervor. Es geht also auch ohne Running Back. Packers, ihr habt mich sehr gut unterhalten!

Die Halbzeit-Ansprache der Woche kam von Jets-Head-Coach Todd Bowles. Seine Jungs lagen in Cleveland - genau, die ohne Sieg - peinlicherweise 7:20 zurück. Joe Namath hatte - siehe Tweet of the Week - einen Vorschlag, dem Bowles nicht entsprach. Er wählte eine andere Methode und die fruchtete. Bowles war einfach grantig. Und sagte: "Spielt mit einer Einstellung. Und kommt nicht hierher zurück ohne Sieg." Es folgten 24 unbeantwortete Punkte und es gab den Sieg. Es kann so einfach sein. By the week: Top-2-PKs in der vergangenen Woche. Nummer 2: Josh Norman und seine Pressekonferenz über die Refs. Nummer 1: Richard Sherman und seine Pressekonferenz unter der Woche. An dieser Stelle, happy Halloween nachträglich!

Ja, in dieser Saison werden gerne die Offensive Coordinators gefeuert. Buffalo tat es. Baltimore tat es. Und nun auch die Jacksonville Jaguars. Gut, bei den Bills wurden danach vier Spiele in Serie gewonnen. Fair enough. Aber wie bei den Jags wurden sie nach schlechten Defensiv-Leistungen gefeuert. Und in beiden Fällen sind die Head Coach defensiv-minded... Während es mir bei Buffalo noch eher egal war, frage ich mich bei den Jags schon: Vor einem Jahr leitete Greg Olsen noch eine der impulsivsten Offenses der Liga, und dieses Jahr ist schon wieder alles für den Hugo? Blake Bortles spielt einfach nicht gut und das fällt natürlich auch in den Verantwortungsbereich des OCs. Nun wurde Nathaniel Hackett, richtig, zuvor QB-Coach, befördert. Darauf bin ich ja mal sehr gespannt, ob sich dann der Erfolg einstellt.

Unsung Heroes dieses Wochenendes: Kirk Cousins mit seinem Karriere-Bestwert von 458 Yards. Auch wenn ein roter Pfeil daneben ist (hat nur mit der fehlenden Aufmerksamkeit dafür zu tun), das ist so etwas wie Lob. Gilt auch für Josh McCowns 228 Yards in der ersten Hälfte. So viele wie seit Bernie Kosar 1986 nicht. Und Rob Gronkowski ist nun Karriere-TD-Leader der Patriots: Der Herr "Gronk" hat nun 69 und den Franchise-Rekord. Nicht nur Mama ist stolz.

Vergangene Woche Arian Foster, diese Woche Andre Johnson. Binnen weniger Tage hängen also zwei absolute Texans-Legenden ihre Football-Schuhe an den Nagel. Der 35-jährige Johnson trat als Tennessee Titan am Montag zurück, spielte vergangene Saison für die Colts und davor natürlich zwölf Jahre für die Texans. Er war der dritte Draft-Pick 2003 und sorgte mit 1062 Catches in der Regular Season sowie 14185 Yards und 70 Touchdowns für Franchise-Geschichte. Wie so oft bei solchen Receiver-Legenden reichte es nicht für einen Titel (schaut auch nicht gut für Larry Fitzgerald aus), aber sie haben dem Spiel ihren Stempel aufgedrückt. Und auch das ist viel wert und bleibt unvergessen. Danke für's dabei sein, Nummer 80!

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl LI, die am 5. Februar kommenden Jahres in Houston, Texas, stattfinden wird.

Das NRG Stadium war bereits einmal Schauplatz eines NFL-Endspiels - die New England Patriots bezwangen dort 2004 die Carolina Panthers mit 32:29.

Wir sind wie immer zuversichtlich, in irgendeiner Woche mit einem Pick richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Week-8-Pick:

Green Bay Packers vs. Kansas City Chiefs

Die Packers deswegen, weil ich sie bislang noch nicht hatte und sie mir am Sonntag gezeigt haben, dass sie es auch mit vielen Verletzten drauf haben, jeden schlagen zu können. Die Chiefs deswegen, weil sie damit für die Wiederholung der allerersten Super-Bowl-Paarung sorgen würden. Am 1. November kann man gerne mal zurückblicken.

Week

NFC-Team AFC-Team
01 Arizona Cardinals Pittsburgh Steelers
02 Seattle Seahawks Denver Broncos
03 Philadelphia Eagles New England Patriots
04 Minnesota Vikings Denver Broncos
05 Dallas Cowboys New England Patriots
06 Atlanta Falcons New England Patriots
07 New York Giants San Diego Chargers

PETER ALTMANN und sein Week-8-Pick:
Seattle Seahawks vs. Oakland Raiders
Kollege Kastler hat tatsächlich schon den einen oder anderen Tipp getätigt, der mich reizen würde (Seattle-Denver, Minnesota-Denver, Dallas-New England), also wage ich ausnahmsweise auch mal was Unkonventionelles - und zwar die bestimmt schmutzigste Super Bowl aller Zeiten (geahndet werden halt nur die Fouls der Raiders, hahaha). Oakland steht auswärts bei 5-0. Zwar musste man in der Fremde nicht bei der Liga-Elite bestehen, aber es bringt sicher Selbstvertrauen, das man als Wild-Card-Team bräuchte. Und angesichts der bisherigen Leistungen in Heimspielen sollte man die Division eh besser nicht gewinnen. Wie auch immer: Derek Carr und Co. gehören inzwischen zu den unterhaltsamsten Teams der Liga. Und wenn man irgendwann vielleicht auch noch die eigene Defense in den Griff bekommt...

Week

NFC-Team AFC-Team
01 Green Bay Packers New England Patriots
02 Carolina Panthers New England Patriots
03 Minnesota Vikings New England Patriots
04 Seattle Seahawks New England Patriots
05 Arizona Cardinals New England Patriots
06 Atlanta Falcons New England Patriots
07 Green Bay Packers Denver Broncos

Trommelwirbel!!! So schaut es also aus, das Halbzeit-Ranking der Touchdown-Tuesday-Fantasy-Liga. Gratulation an "snoob", der bislang eine hervorragende Saison spielt! Verfolgt wird er, was uns besonders freut, von der charmanten Lebensgefährtin von Christopher Ryan, der selbst seinem Guru-Ruf auf Rang neun nur bedingt gerecht wird. "muehli17" überzeugt als Dritter. Alle anderen Teams haben doch schon einen gewissen Respektabstand aufgerissen. Entsetzlich bisher die Performance von Kollegen Altmann, während Kollege Kastler als immerhin 24. von 28 positiv zu überraschen weiß (dieser Satz stammt vom selbstkritischen Kollegen Altmann und ist sogar ein bisschen ernst gemeint *grins*). Wir veröffentlichen übrigens nur die Top 10 plus Kollegen Kastler, denn wir wollen natürlich niemanden bloßstellen. Alle anderen können noch fließig aufholen. Noch stehen neun Spieltage an!

Platz

Team Punkte
1. Snoobs Muhkuhs 20.029
2. Go Hedgehog Go 19.626
3. Mühlis 49ers 19.538
4. New York Titans 19.131
5. Derris Emblems 19.057
6. Mischmaschine 18.852
7. Vienna Patriots 18.676
8. LAOLA1Altmann 18.658
9. Jinxed Guru 18.515
10. Jagers Bears 18.406
...
24. LAOLA1Kastler 16.562

In dieser Kategorie lassen sich die beiden NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 9 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 9

  • Mark Ingram wird gegen den dezent Laufverteidigungs-schwachen Haufen der 49ers diesmal nicht für Fantasy-Minuspunkte (nach einem Fumble) sorgen (und gebenched werden), sondern mit 500 Yards sein glorreiches Comeback geben.
  • Okay, anscheinend gibt es ab sofort jede Woche ein Remis. Gut, dann entscheide ich mich für eines zwischen Atlanta und Tampa Bay. 46:46.
  • Hey, Cleveland: Natürlich klappt es gegen die Dallas Cowboys mit dem ersten Sieg. (Dafür verlieren die Indians die Woche noch zwei Mal...)
PETER ALTMANN über Week 9
  • Cam Newton verkleidet sich auf der Pressekonferenz nach dem Sieg in Los Angeles als Hillary Clinton und faselt irgendwas von "Ich werde immer zu Unrecht angegriffen". Ja, nächste Woche ist Wahl-Woche!

  • Joe Namath garantiert nach der 28:0 Pausenführung in Miami per Twitter den Super-Bowl-Sieg der New York Jets, nur um sich nach der bedauerlichen 28:29-Niederlage selbst als Head Coach zu fordern. Hoch die Tassen!

  • Oakland kommt beim Sieg gegen Denver auf mehr Strafen als Broncos-QB Trevor Siemian Completions.

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