Black Monday: Diese NFL-Coaches müssen gehen

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Der "Black Monday" ist in der NFL in vollem Gange.

Freiwillig seinen Head-Coach-Posten räumt Gary Kubiak nach zwei Saisonen beim entthronten Super-Bowl-Champ Denver Broncos. Der 55-Jährige geht aus gesundheitlichen Gründen.

"Es ist eine extrem schwierige Entscheidung, als Head Coach zurückzutreten. Ich liebe die Arbeit, ich liebe den Football, aber unter dem Strich sind die Anforderungen dieses Jobs nicht länger gut für mich", sagt Kubiak, der unter Migräne-Attacken litt.

Die San Diego Chargers trennen sich nach vier Saisonen von Head Coach Mike McCoy, der das Team aus Kalifornien in dieser Saison nur zu fünf Siegen geführt hat.

Einen kompletten Neustart wird es bei den San Francisco 49ers geben, wo Head Coach Chip Kelly nach nur einer Saison mit einer Bilanz von 2-14 gehen muss. Auch General Manager Trent Baalke wird gefeuert.

Bereits vor dem Ende der Regular Season mussten folgende Trainer gehen: Jeff Fisher bei den Los Angeles Rams, Gus Bradley bei den Jacksonville Jaguars und Rex Ryan bei den Buffalo Bills.

LAOLA1 bietet einen Überblick über die offenen Head-Coach-Positionen:

DENVER BRONCOS:

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GARY KUBIAK: Dieser Personalwechsel ist tendenziell der überraschendste, wenngleich er nicht gänzlich aus heiterem Himmel kommt. Proaktiv hätten die Broncos Kubiak, der sie zum Triumph in Super Bowl 50 geführt hat, trotz enttäuschender Spielzeit wohl nie ziehen lassen, doch die gesundheitlichen Probleme des früheren Quarterbacks wurden in den letzten Jahren immer offenkundiger. "Ich habe in den vergangenen beiden Jahren alles, was in mir steckt, für dieses Team gegeben, aber speziell diese Saison war schwierig für mich. So schwer der Abschied fällt, weiß ich, dass es die beste Entscheidung für mich selbst, meine Familie und die Denver Broncos ist", so der 55-Jährige. Schon während seiner Zeit in Houston erlitt er 2013 einen leichten Schlaganfall. In dieser Saison litt er unter Migräne-Problemen und musste zwischenzeitlich einen Spitals-Aufenthalt einlegen. Kubiak verpasste mit Denver zwar die Qualifikation für die Playoffs, verabschiedete sich jedoch mit einem souveränen 24:6-Erfolg gegen die Oakland Raiders. Nach dieser Partie verkündete er seinen Spielern gegenüber seinen Rücktritt. Jetzt wo Kubiaks Abgang offiziell ist, ist in Denver einer der begehrtesten Coaching-Jobs, der in dieser Offseason zu bekommen ist, frei. Denn auf dieser Defense lässt sich aufbauen. Zu lösen gilt es die QB-Frage mit den beiden unerfahrenene Spielmachern Trevor Siemian und Paxton Lynch.

SAN DIEGO CHARGERS:

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MIKE MCCOY: Nach einer entäuschenden 4-12-Saison 2015 durfte McCoy weitermachen, nach einer 5-11-Bilanz in dieser Spielzeit ist seine Amtszeit in San Diego nach vier Jahren vorbei. Dabei legte er in Südkalifornien mit zwei 9-7-Saisonen einen guten Start hin, erreichte in seiner ersten Spielzeit sogar die Playoffs. Die Jahre 2015 und 2016 waren von enormen Verletzungssorgen geprägt, zudem setzte es gerade in dieser Spielzeit auch eine Reihe von unglücklichen Niederlagen - zu viele, um in der beinharten AFC West kompetitiv zu sein. "Die enttäuschende Performance unseres Teams kam nicht an das Potenzial dieser Mannschaft heran", kritisiert Chargers-Boss John Spanos. Angesichts eines potenziellen Umzugs nach Los Angeles macht ein Neustart wohl Sinn. Außerdem neigt sich die Ära von Quarterback Philip Rivers ihrem Ende zu - ein sich schließendes Zeitfenster, das man mit einem neuen Coach nutzen möchte. Ob in San Diego oder in L.A.

SAN FRANCISCO 49ERS:

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CHIP KELLY: Nach nur einem Jahr und einer 2-14-Bilanz ist die Amtszeit von einem der polarisierendsten Coaches der NFL - und damit womöglich auch seine Karriere in dieser Liga - wieder vorbei. Dem Offense-Guru wurde dabei ein denkbar schlechter Roster zum Verhängnis, den der ebenfalls gefeuerte General Manager Trent Baalke zu verantworten hatte. Da der schwer in der Kritik stehende Owner Jed York einen kompletten Neustart hinlegen möchte, ist es verständlich, den neuen GM auch seinen eigenen Head Coach wählen zu lassen. Baalke brachte es nach seinem gewonnenen Machtkampf mit Erfolgs-Coach Jim Harbaugh fertig, aus einem der tiefsten und besten Roster der NFL binnen drei Jahren einen der schlechtesten zu machen. Kelly coachte dieses dürftige Spielermaterial lediglich zu zwei Siegen gegen die Los Angeles Rams. Für den 53-Jährigen geht es nun vermutlich zurück aufs College, wo er einst in Oregon für Furore sorgte. Am Ende der Vorsaison aus Philadelphia davongejagt, wäre es eine Überraschung, wenn er bald eine dritte Chance in der NFL bekäme.

BUFFALO BILLS:

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REX RYAN: Das Großmaul wurde bereits vor einer Woche, nachdem keine theoretische Chance mehr auf die Postseason bestand, gefeuert - ausgerechnet vor dem Saison-Finale bei seinem langjährigen Arbeitgeber New York Jets. Interims-Coach Anthony Lynn, dem durchaus Chancen auf das Erbe Ryans eingeräumt werden, konnte in dieser Partie angesichts einer 10:30-Pleite keine Eigenwerbung betreiben, wobei man fairerweise anmerken muss, dass Quarterback Tyrod Taylor aus Business-Gründen nicht zum Einsatz kam und sich RB LeSean McCoy früh in der Partie verletzte. Gesucht wird ein Coach, der für die notwendige Disziplin sorgen kann, nachdem einige Star-Spieler vergangene Woche monierten, dass dies unter Ryan ein Manko gewesen sei.

JACKSONVILLE JAGUARS:

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GUS BRADLEY: Bereits vor zwei Wochen musste Bradley nach knapp vier Saisonen im Amt den Hut nehmen. Die Entscheidung über einen Nachfolger steht noch aus. Höchstinteressant ist, dass vergangene Woche mit Tom Coughlin Gespräche über eine potenzielle Position innerhalb des Teams geführt wurden. Der 70-Jährige ist der erste Head Coach der Franchise-Geschichte. Eine Rückkehr 14 Jahre nach seinem Abschied wäre eine Entscheidung, die bei den Fans sicherlich gut ankommen würde. Immerhin ist der Disziplin-Fanatiker inzwischen zweifacher Super-Bowl-Champion mit den New York Giants.

LOS ANGELES RAMS:

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JEFF FISHER: In der Show-Hauptstadt sind große Namen gefragt, also gibt es auch spektakuläre Gerüchte bezüglich der Nachfolge des Mitte Dezember entlassenen Jeff Fisher. Das interessanteste ist, dass die Rams versuchen, Sean Payton aus New Orleans loszulösen und die Gespräche dabei "von beiderseitigem Interesse" sein sollen. Der langjährige Saints-Mastermind wäre durchaus eine Option, den jungen Quarterback Jared Goff weiterzuentwickeln. Die Offense-Probleme sind offenkundig. Kein NFL-Team erzielte in dieser Saison weniger Punkte, die Rams kamen im Schnitt lediglich auf 14,5.

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