Bernhard Seikovits klopft an Türe zur NFL

Bernhard Seikovits klopft an Türe zur NFL Foto: © GEPA
 

Indianapolis-Rookie Bernard Raimann ist nicht der einzige Österreicher, der in der kommenden NFL-Saison auf Einsätze hofft.

Sein Ex-Teamkollege Bernhard Seikovits geht bei den Arizona Cardinals ins zweite Jahr und will den Sprung vom Trainingskader ins 53-Mann-Aufgebot schaffen. Im Camp ab 21. Juli will der 1,96-Meter-Mann überzeugen, "damit ich dann meinen Teil der Rechnung erledigt habe", sagt der Wiener bei einem Heimatbesuch in der Bundeshauptstadt.

"Dieses Jahr wird auf jeden Fall erwartet von mir, dass ich den nächsten Schritt mache, und das wurde mir auch so kommuniziert", erklärt Seikovits der APA. Der 24-Jährige hatte es im vergangenen Jahr über das International Player Pathway Program (IPPP) der NFL zu den Cardinals geschafft, einem Team mit Super-Bowl-Potenzial um den jungen Quarterback Kyler Murray (24).

"Deshalb war ich die ganze Zeit auf 180"

Nach der Preseason erhielt der Tight End einen geschützten Platz im Trainingskader, darüber hinaus kam er jedoch nicht. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Über einen regulären Spot im Trainingskader könnte er im Fall von Verletzungen leichter in den Matchkader berufen werden.

"Ich habe auf jeden Fall sehr viel gelernt, sehr viel neue Erfahrungen", fasste der ehemalige Spieler der Vienna Vikings sein erstes Jahr in den USA zusammen. "Aber das Wichtigste ist, dass ich mich eben jetzt sicherer fühle, selbstbewusster fühle. Letztes Jahr wusste ich nicht so ganz, was zu erwarten ist, wo und wann man Leistung bringen muss. Deshalb war ich die ganze Zeit auf 180. Dieses Jahr weiß ich eben, im Trainingscamp kommt es darauf an. Da muss man einfach da sein."

Seikovits "auf einem anderen Level"

Die Rückmeldungen von den Trainern seien gut. "Mein Special-Teams-Coach sagt mir immer wieder, dass ich im Vergleich zu den internationalen Spielern, die er bis jetzt kannte, auf einem anderen Level bin", erzählte Seikovits. "Natürlich ist das Level von Football auch überwältigend höher als in der AFL. Da fühle ich mich jetzt auf jeden Fall sicherer und bereit, wirklich einen Push zu machen."

Athletisch könne er gut mithalten, der größte Unterschied zu in den USA aufgewachsenen Spielern sei fallweise die footballspezifische Technik. "Die machen das seit der High-School. Es gibt eben dieses Sprichwort, dass 10.000 Wiederholungen aus jedem einen Meister machen. Und diese Leute haben einfach schon mehr Wiederholungen auf einem höheren Niveau."

Voller Bewunderung spricht Seikovits über Zach Ertz, den nominell besten und erfahrensten Tight End im Kader. Der 31-Jährige, der 2018 mit den Philadelphia Eagles die Super Bowl gewonnen hat, helfe ihm sehr viel. Angst, seinen Platz an den Österreicher zu verlieren, habe Ertz nicht. "Das wäre sehr komisch. Ich glaube, das spielt mir aber auch in die Karten, weil er dadurch offen ist." Ertz "will, dass das Team gut ist. Wenn er helfen kann, indem er Tipps und Tricks verrät, dann macht er das."

"Es ist halt nicht Wien"

Noch bis 8. Juli weilt Seikovits in Wien und genießt die Zeit mit seiner Familie und Freundin Lena. Die Cheerleader-Trainerin war im vergangenen Winter schon in Arizona, wo ihr Freund in Tempe eine Wohnung bezogen hat, musste aber nach drei Monaten zurück nach Österreich.

"Mehr durfte sie nicht", sagte Seikovits. "Wir versuchen, das mit dem Visum zu klären. Aber es ist schwer mit der Arbeit, und sie studiert ja auch. Ich bin froh, wenn sie drei Monate da ist, auch wenn sie dann wieder zurück muss."

Grundsätzlich habe er sich in seiner neuer Heimat schon gut eingelebt. Durch die trockene Hitze "schwitzt man nicht so viel, das ist ganz angenehm. Ich fühle mich wohl dort, aber es ist halt nicht Wien", meinte Seikovits vor dem Schloss Belvedere und lachte.

"Phoenix ist eine kleinere Großstadt", habe aber die Vorteile eines breiten sportlichen Angebots. Ein Basketballspiel der Phoenix Suns, ein Baseballspiel, College-Football und sogar eine Eishockey-Partie der Arizona Coyotes habe er schon gesehen. "Da sind wir mit Decken reingekommen", berichtete seine Freundin über die deutliche Abkühlung in der Eishalle.

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