Jakob Pöltl: "No excuses ist die Devise"

Jakob Pöltl: Foto: © getty
 

Die Zwangspause von Jakob Pöltl und seinen San Antonio Spurs nähert sich ihrem Ende.

Am Morgen nach dem Auswärtsspiel in Charlotte, am 15. Februar, wurden Teamkollegen von Österreichs NBA-Export positiv auf COVID-19 getestet. In der Nacht auf Donnerstag können die Texaner endlich wieder in das Spielgeschehen der NBA einsteigen.

Österreichs Vertreter in der besten Liga der Welt erklärt im Interview, wie die letzten zehn Tage für ihn ausgesehen haben.

Frage: Jakob, wie hast du von den positiven Tests erfahren und wie ist die unmittelbare Zeit danach abgelaufen?

Jakob Pöltl: Bei den täglichen SMS-Updates wurde uns mitgeteilt, dass es positive Tests gegeben hat und wir bis auf weiteres im Zimmer bleiben müssen. Es folgte jede Menge Abwarten, die Tests wurden wiederholt und die Ergebnisse daraufhin bestätigt. Insgesamt kamen wir rund drei Tage nicht aus dem Hotelzimmer in Charlotte raus, danach durften die negativ Getesteten zumindest mal Krafttraining machen und am nächsten Tag für Individualtrainings – ein Spieler mit einem Coach – in die Halle. Danach kam es aber zu einem weiteren positiven Test und am darauffolgenden Tag sind wir nach San Antonio geflogen. Das erste Teamtraining hatten wir erst am Montag.

Frage: Die viele Zeit im Hotelzimmer oder allein zu Hause wird auf die Dauer sicher zur Belastung?

Pöltl: Ich denke, dass ich besser damit umgehen kann als so manch anderer, aber natürlich geht mir gerade das Soziale ab. Zumindest mal mit jemandem essen gehen wäre schon etwas, ist aber nicht möglich. Ich bin derzeit eben mehr auf Skype oder FaceTime unterwegs.

Frage: Wie geht es den betroffenen Mitspielern?

Pöltl: Soweit ich weiß, geht es allen fünf Spielern gut. Ihre Isolationszeit ist bald vorbei, danach stehen verschiedene Untersuchungen an. Es wird also noch ein wenig dauern, bis alle wieder spielen können. Gegen OKC könnte möglicherweise zusätzlich DeMar DeRozan fehlen. Sein Vater ist leider verstorben, er ist soviel ich weiß nach Hause nach Los Angeles geflogen. Dafür ist LaMarcus Aldridge wieder fit.

Frage: Die Pause kam euch und dir nicht gelegen, sowohl als Team als auch für dich persönlich lief es in den letzten Spielen ja hervorragend. Mit den vielen Ausfällen seid ihr nun in den nächsten Spielen wohl eher Außenseiter.

Pöltl: Wir hatten einen ganz guten Run und hoffentlich können wir da ansetzen, wo wir aufgehört haben. Ich sehe uns trotz der fehlenden Spieler nicht als Außenseiter. "No excuses" ist die Devise: Es gibt genug andere Teams, die Ausfälle zu verkraften haben, auch in Spielen gegen uns war das öfters der Fall. Diese Saison ist vielleicht nicht in jeder Phase "fair", aber das war von Anfang an klar.

Frage: Die unmittelbare Konkurrenz hat in der Zwischenzeit nicht brilliert, ihr steht mit Platz fünf im Westen und dem achtbesten Record in der Liga weiterhin super da.

Pöltl: Ich muss ehrlich sagen, ich habe seit dem letzten Spiel gar nicht mehr auf die Tabelle geschaut. Im Endeffekt geht es darum, dass wir in der Endabrechnung auf einem Playoff-Platz stehen, aber es ist natürlich gut, dass wir im Moment gut unterwegs sind und am Ende nicht einem Playoff-Platz nachrennen müssen. Es wird aber sicher noch hart, die versäumten Spiele müssen nachgeholt werden, es wird wohl zu einigen Back-to-back-Sequenzen kommen.

Frage: Die nächsten Gegner sind Oklahoma City und New Orleans.

Pöltl: Wir haben gegen beide Teams schon gespielt. OKC hat junge, talentierte Spieler und ist einer der Gegner, die wir schlagen müssen, um in die Playoffs zu kommen. Gegen die Pelicans haben wir das erste Duell verloren, obwohl wir gewinnen hätten sollen, auch das wird ein wichtiges Spiel.

Frage: Texas war von schweren Unwettern betroffen, was hast du davon mitbekommen?

Pöltl: Persönlich habe ich es zum Glück verpasst, weil wir zu diesem Zeitpunkt nicht in San Antonio waren. Ich habe aber von Freunden einiges mitbekommen und ich wurde auch bezüglich meines Apartments regelmäßig informiert. Es gab teilweise tagelang keinen Strom und es kam zu Wasserrohrbrüchen. In meiner Wohnung ist alles in Ordnung, aber einige Teamkollegen hatten nach der Rückkehr nach San Antonio noch immer kein Wasser, die Situation ist nicht so easy.

Frage: Ab 5. März beginnt die All-Star-Pause. Was ist erlaubt, was hast du geplant?

Pöltl: Reisen innerhalb der USA sind soweit erlaubt. Man muss sich weiterhin täglich testen lassen, die Vorsichtsmaßnahmen bleiben gleich. Ich würde gerne über das Wochenende nach Utah fliegen, habe aber noch nichts fixiert.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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