Bryant-Helikopter hatte Sondergenehmigung

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Der Hubschrauber, in dem Kobe Bryant zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Gianna sowie sieben weiteren Personen am Sonntag den Tod fand, hatte laut einem Bericht der "New York Times" - die sich auf Audio-Mitschnitte aus der Unglücks-Maschine bezieht - eine Sondergenehmigung für den Start.

Schlechtes Wetter bedingte irreguläre Sichtverhältnisse, starker Nebel sorgte dafür, dass sogar Polizei-Helikopter am Boden blieben. Mit entsprechender Ausstattung können Hubschrauber allerdings auch bei solchen Verhältnissen fliegen - dem Mitschnitt zufolge könnte diese Ausrüstung aber nicht zum Einsatz gekommen sein.

Die "LA Times" berichtet indes im Bezug auf Experten, dass sich die Ermittlungen um die schlechten Sichtverhältnisse und mögliche technische Probleme drehen werden.

2020 Aufnahme in die Hall of Fame

Nach seinem Tod soll Kobe Bryant dieses Jahr in die Ruhmeshalle des Basketballs aufgenommen werden. "Kobe wird auf die Weise geehrt, wie es sein sollte", wird der Präsident der Hall of Fame, Jerry Colangelo, von einem Reporter des Portals "The Athletic" zitiert.

"Es ist erwartbar die epischste Klasse der Geschichte mit Kobe, Tim Duncan und Kevin Garnett."

Spieler können drei Jahre nach ihrem Karriereende in die Ruhmeshalle aufgenommen werden. Im gleichen Jahr wie Bryant (2016) hatten auch die NBA-Superstars Duncan und Garnett aufgehört.

Fans fordern neues NBA-Logo

Fans und einzelne Profis haben sich zudem dafür eingesetzt, dass das Logo der NBA zu Ehren der gestorbenen Ikone geändert wird. Bei der Plattform "change.org" unterzeichneten bereits bis Montagvormittag mehr als 145.000 Menschen eine entsprechende Petition.

Das blau-rot-weiße Logo der National Basketball Association wird seit 1969 von einer Silhouette geziert, die laut dem Designers Alan Siegel dem damaligen Los-Angeles-Lakers-Profi Jerry West nachempfunden ist. "Kobe muss das neue NBA-Logo sein", twitterte Ex-NBA-Profi Jamal Crawford, der seine Karriere vorige Saison beendete.

West war General Manager der Los Angeles Lakers, als das Team Bryant 1996 in der NBA unter Vertrag nahm. "Ich habe mich wirklich wie ein Ersatzvater für ihn gefühlt", sagt der 81-Jährige nach dem Tod Bryants. "Das ist einer der schlimmsten Tage meines Lebens."

West würde es begrüßen, wenn das Logo geändert würde, da er selbst nie "diese Form der Aufmerksamkeit gewollt" hatte, wie er in der Vergangenheit bereits mehrmals in Interviews betont hat.

Die Dallas Mavericks teilten indes am Sonntag mit, dass sie die Nummer 24, die Bryant von 2006 bis zu seinem Karriereende 2016 in der NBA bei den Los Angeles Lakers getragen hat, nicht mehr vergeben werden.

"Kobe war ein Botschafter für unser Spiel, eine hochdekorierte Legende und eine globale Ikone", erklärt Mavs-Besitzer Mark Cuban in einem Statement. "Kobes Vermächtnis übersteigt die Grenzen des Basketballs, weswegen unsere Organisation beschlossen hat, dass die Nummer 24 bei den Dallas Mavericks nicht mehr vergeben wird."

Betroffenheit in Bryants Ex-Heimat Italien

In Italien löst Bryants Tod besondere Betroffenheit aus. Der Star verbrachte mehrere Jahre seiner Kindheit und Jugend in Italien, auch seine vier Töchter haben italienische Namen. Die italienische Basketball-Verband setzte eine Trauerwoche an, bei allen Spiele sollte es eine Gedenkminute geben.

"Kobe Bryant ist hier aufgewachsen und war für uns alle einer von hier", schreibt der Bürgermeister der Stadt Reggio Emilia, Luca Vecchi, auf Facebook. Die Stadt werde ihn immer in Erinnerung halten, "Ciao Kobe".

Bryant lebte in verschiedenen Städten in Italien, weil sein Vater dort professionell Basketball spielte. Er sprach auch gut Italienisch. Der Bürgermeister von Pistoia in der Toskana erklärte, die ganze Stadt sei tief betroffen vom Tod des 41-Jährigen.

"Für uns ist es eine besondere Trauer, er ist nicht nur der große Champion, nicht nur eine Legende", sagt Alessandro Tomasi laut Nachrichtenagentur ANSA, "er ist eine Persönlichkeit, die als Bub hier gespielt hat und unseren Boden betreten hat."

Namensgebende Stadt in Japan erschüttert

Auch die zentraljapanische Hafenstadt Kobe, nach deren berühmtem Rindfleisch Bryants Eltern ihren Sohn benannt haben, trauert um den tödlich verunglückten Basketball-Star. "Wir sind geschockt und traurig, von seinem plötzlichen Tod zu hören", erklärt Tetsunori Tanimoto von der "Kobe Beef Marketing and Distribution Promotion Association" nach Angaben der Tageszeitung "Kobe Shimbun".

Laut Bryants offizieller NBA-Biografie hatten die Eltern die Bezeichnung Kobe auf einer Speisekarte gelesen. Der Superstar war 2001 zum Botschafter der über 1,5 Millionen Einwohner zählenden Hafenstadt ernannt worden. Drei Jahre zuvor hatte er die Stadt besucht, um für die Opfer einer Erdbeben-Katastrophe, die die Stadt 1995 heimgesucht hatte, zu spenden.

Man sei Bryant "sehr dankbar, dass er geholfen hat, den Namen "Kobe Beef" in der Welt zu verbreiten", betont Tanimoto. Kobes Vater, Joe Bryant, war ebenfalls ein früherer NBA-Spieler und hatte später mehrere Teams in Japans Basketball-Liga trainiert.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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