So relevant ist der Motorsport

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"Wo bleibt die Vorreiterrolle der Formel 1 auf dem Gebiet der Technik?"

Sebastian Vettel äußerte zuletzt Kritik am Zustand und der zukünftigen Ausrichtung der "Königsklasse" (HIER nachlesen>>>). Einst hat sie sich durch ihren technischen Innovationsgeist an die Spitze des Motorsports gesetzt und Herstellern die Möglichkeit gegeben, Weiterentwicklungen im Wettkampf zu finden und zu erproben, die auch Einzug in die Massenproduktion fanden.

Nun drohen andere Rennserien, ihr den Rang abzulaufen. Die Formel E legte in den letzten Jahren den Grundstein zu Formel-Sport völlig ohne Verbrenner, auch die World Endurance Championship bzw. Le Mans haben mit ihrem "Hypercar"-Konzept eine völlig andere Richtung eingeschlagen und damit viele Marken wieder zurückgelockt.

In Zeiten, in denen der Motorsport seine Legitimation erkämpfen muss, ist Innovationsgeist wieder zu einem zentralen Aspekt geworden.

Ein Überblick, welche Technologien die Auto-Industrie dem Motorsport zu verdanken hat:

Scheibenbremsen: Eine Standard-Lösung, die lange keine war

Speziell im Bereich der Sicherheit gab es in grauer Urzeit des Motorsports derart innovative Neuerungen, dass sie seit Jahrzehnten nicht mehr aus sämtlichen Autos wegzudenken sind - egal, für welchen Geschwindigkeitsbereich sie gemacht sind.

Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts lösten Scheibenbremsen die bis dahin üblicherweise verwendeten Trommelbremsen ab. Nicht nur, dass sich diese Technologie als wesentlich effizienter erwies, auch die Hitze-Entwicklung und damit das Risiko von Materialversagen wurden mit einem Schlag drastisch reduziert. Mittlerweile sind Trommelbremsen eine völlig überholte Technologie.

Es geht aber noch grundlegender: Auch Rückspiegel sind - trotz der Einfachheit des Instruments - erst einige Jahrzehnte nach Beginn des Automobil-Baus aufgetaucht, und das zuerst im Motorsport. Treibender Gedanke war weniger die Sicherheit, sondern Kontrahenten im Auge zu behalten.

Neue Materialien halten Einzug

Apropos Bremsen: Aktuell ist die Formel 1 schon einen Schritt weiter, setzt auf Bremsen aus Keramik, einem extrem widerstandsfähigen Material - das in der Breite allerdings erst bei Sportwägen zum Einsatz kommt.

Ähnliches gilt für die Verwendung von Monocoques. Die einteiligen Kernbestandteile des Autos, die den Fahrer schützen sollen, sind besonders widerstandsfähig, der Rest des Fahrzeugs quasi "drum herum" gebaut.

Die Wichtigkeit dieses Bauteils wurde erst beim Horror-Crash von Romain Grosjean in Bahrain wieder offensichtlich: Trotz der totalen Zerstörung seines Haas blieb das Monocoque fast unbeschadet, der Franzose kletterte nahezu unverletzt raus.

Weil Werkstoffe, die für den Monocoque-Bau verwendet werden, teuer und schwer zu verarbeiten sind, ist auch dieses Bauteil erst bei höherpreisigen Sportwägen im Straßenfahrzeug angekommen. Einst galt dies aber für viele Materialien, die heute alltäglich geworden sind, etwa das gegenüber Stahl deutlich leichtere Aluminium, welches auch zuerst im Motorsport aufschlug.

Straßen-Autos werden komplexer

Noch komplexere Dinge wurden erfunden, um entscheidende Vorteile gegenüber der Konkurrenz herauszukitzeln. Bestes Beispiel ist die aktive Radaufhängung, die Williams 1992 und 1993 derart überlegen machte, dass das System bald verboten wurde - zu teuer war die Entwicklung für die Konkurrenz.

Viele unterschiedliche Systeme setzten sich aber im Straßenverkehr durch, um den Komfort im Fahrzeug ebenso wie die Sicherheit durch ruhigere Straßenlage zu erhöhen.

Überhaupt hat die zunehmende Komplexität von Straßen-Autos in vielerlei Hinsicht in der Formel 1 ihre Ursprünge. Telemetrie-Daten sind dort seit Jahrzehnten essentiell, mittlerweile aber Alltag - und die Überwachung etwa des Reifendrucks vom Fahrersitz aus jederzeit möglich.

Selbst die Steuerung funktioniert in vielen Fällen schon voll elektronisch ("Drive-by-Wire"), statt klassisch mechanisch - natürlich in der Formel 1 entstanden.

Effizienz als neue Prestige-Marke

Besonders in den letzten Jahren hat sich der Motorsport in eine sehr relevante Richtung für die Breitentechnik entwickelt: Effizienz. Vorhandene Energie soll nicht mehr ungenutzt verpuffen, sondern mit ausgeklügelten Ansätzen verwertet werden.

Aerodynamik an sich ist schon ein solches Beispiel, denn sie sorgt nicht nur für Anpressdruck - verringerter Luftwiderstand verringert auch den Spritverbrauch eines Autos.

Das Zeitalter der hochkomplexen F1-Fahrzeuge begann 2019 mit "KERS" - dem "Kinetic Energy Recovery System". Wie der Name schon verrät, diente es dazu, Brems-Energie in elektrische Energie umzuwandeln, die phasenweise zur Leistungserhöhung eingesetzt werden konnte.

Seit 2014 geht es noch einen Schritt weiter: Mit dem "ERS" ("Energy Recovery System") wird nicht mehr nur die Brems-Energie aufgefangen, sondern auch die Energie aus dem Strom der Abgase wieder zurückgeführt.

Zwar sind diese enorm komplizierten Systeme noch lange nicht reif für einen breiten Einsatz in "normalen" Autos, aber etwa für Ferrari war es schon eine Prestige-Sache, diese Technik in ihren Supersportlern testweise umzusetzen.

Gar so kompliziert müssen die Systeme aber gar nicht sein, um in ihrer Funktionsweise sehr breitenrelevant zu werden. Die Formel 1 setzt auf Hybrid - und die Kombination aus klassischer Verbrennungs- mit Elektro-Energie ist schon lange am Markt angekommen und wird immer weiterentwickelt.

Nicht "größer" und "lauter", sondern "effizienter" ist die Prestige-Marke im Jahr 2021. Beeindruckt wird nicht mit Gigantismus, sondern mit hohen Wirkungsgraden - die bei gleichem Output "Downsizing" der Motoren selbst ermöglichen und damit die Tür zur Zukunft neben reinen Elektro-Antrieben offen lassen.

Suzuki Swace: Vollgepackt mit Technologie

Es braucht aber kein Formel-1-Engagement: Wie sehr der Motorsport in der Weiterentwicklung des Autos allgemein hilft, beweist auch der Suzuki Swace 1.8 Hybrid, mit dem Suzuki seine Hybrid-Modellpalette erweitert. Bei der Entwicklung hat sich die Marke auch mit der Toyota Motor Corporation zusammengetan, die ihrerseits zu den Vorreitern im Hybrid-Bereich gehört.

Neben der Kombination eines verbrauchsarmen Elektromotors mit einem 1,8-Liter-Benzinmotor, die für entsprechend niedrige CO²-Werte sorgt, sorgt auch ein E-CTV-Automatikgetriebe mit drei Fahrmodi (Normal, Eco und Sport) für den Antrieb.

Besonders im Bereich der Sicherheits-Gimmicks, die der Swace zu bieten hat, offenbart sich aber die ganze Rafinesse technischer Fortschritte der letzten Jahre im Autobau:

  • Intelligenter Parkassistent (S-IPA - Simple Intelligent Parking Assist): Das System, das mittels Ultraschallsensoren arbeitet, unterstützt den Fahrer beim Einparken in eine Parklücke sowie beim parallelen Ein- und Ausparken durch akustische und visuelle Hinweise, auch das Lenken erfolgt automatisch.
  • Notbremsassistent mit Front- und Kollisionswarner (PCS - Pre Collision System): Der Notbremsassistent erkennt mit Hilfe eines Millimeterwellen-Radars und einer Monokamera andere Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer. Um Kollisionen zu verhindern, liefert das System zusätzliche Bremsunterstützung und bremst das Fahrzeug notfalls automatisch ab.
  • Spurhalteassistent mit Lenkhilfe und Spurverfolgungsassistent (LTA - Lane Tracing Assist): Bei einem drohenden unbeabsichtigten Verlassen der Fahrbahn wird der Fahrer durch einen aktiven Lenkeingriff dabei unterstützt, das Fahrzeug zurück in die Mitte der Spur zu steuern.
  • Verkehrszeichenerkennung (RSA - Road Sign Assist): Verkehrszeichen am Fahrbahnrad werden erkannt und auf dem Multi-Informations-Display angezeigt.
  • Adaptiver Tempomat mit Abstandsregelung und Geschwindigkeitsbegrenzer (DRCC - Dynamic Radar Cruise Control): Der adaptive Tempomat funktioniert in allen Geschwindigkeitsbereichen und hält automatisch einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Dazu gehört auch, dass der Suzuki Swace bis zum Stillstand abgebremst wird, wenn das vorausfahrende Fahrzeug anhält und diesem dann beim erneuten Anfahren automatisch weiter folgt.
  • Toter-Winkel-Warner (BSM - Blind Spot Monitor): Das System warnt den Fahrer, sobald sich ein anderes Fahrzeug auf der benachbarten Fahrspur nähert oder sich im toten Winkel des Rückspiegels befindet.
  • Querverkehrswarner (RCTA - Rear Cross Trafic Alert): Der Querverkehrswarner unterstützt den Fahrer dabei, Kollisionen beim rückwärtigen Ausparken zu vermeiden. Erkennt das System ein Fahrzeug, das sich von der Seite nähert, wird der Fahrer akustisch gewarnt und auf die Position des anderen Fahrzeugs hingewiesen.
  • eCall - Automatischer Notruf: Bei einem Unfall alarmiert das eCall-System automatisch den Rettungsdienst und übermittelt den genauen Standort des Fahrzeuges.
  • Berganfahrhilfe und Bremshaltefunktion: Kommt das Fahrzeug zum Beispiel an der Ampel zum Stillstand, hält die elektrische Parkbremse den Bremsdruck solange aufrecht, bis der Fahrer das Gaspedal betätigt. Damit wird ein Vor- oder Zurückrollen verhindert.

Nicht nur auf der technischen Seite ist dabei Vielseitigkeit angesagt, denn im Inneren sorgen kombi-typische Stauräume und Beinfreiheit sowie ein Multimedia-Audio-System mit 8-Zoll-Bildschirm, DAB-Radio, Bluetooth und Lenkradbedientasten für den nötigen Komfort. Nach außen strahlt der Swace auch mit seinen 16-Zoll-Leichtmetallrädern Sportlichkeit aus.

Nähere Informationen zum Suzuki Swace gibt es unter www.suzuki.at!

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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