Nach Crash in Baku: Alpine-Boss Briatore droht Colapinto
Beim Großen Preis von Aserbaidschan sorgte ein Unfall von Alpine-Fahrer Franco Colapinto für große Aufregung im Fahrerlager. Sein Boss droht dem Argentinier nun mit Konsequenzen.
Alpine-Fahrer Franco Colapinto drohen nach seinem folgenschweren Unfall beim Großen Preis von Aserbaidschan interne Konsequenzen.
Nach seinem Crash mit Teamkollege Pierre Gasly und Lando Norris kassiert der Argentinier nicht nur eine Grid-Strafe für das nächste Rennen, sondern bekommt von Alpine-Boss Flavio Briatore auch deutliche Kritik aus dem eigenen Lager zu hören.
"Solche Vorfälle dürfen nicht passieren, insbesondere wenn wir mit beiden Autos gut unterwegs waren und in den Punkterängen lagen", so der Italiener. Gleichzeitig entschuldigte er sich bei Gasly und Norris beziehungsweise McLaren für die Folgen des Unfalls.
"Es tut mir sehr leid für das Team und für Pierre, der das ganze Wochenende über einen großartigen Job gemacht hat, und ich möchte mich auch bei Lando und McLaren dafür entschuldigen, dass wir ihr Rennen ruiniert haben", so Briatore.
"Sehr schwache Aktion"
Auch Colapinto selbst übernahm nach dem Unfall die Verantwortung. Für Briatore war die Sache damit allerdings noch lange nicht erledigt. Der Alpine-Boss kritisierte insbesondere die Entscheidung seines Fahrers, beim Restart zu spät zu bremsen.
"Ich weiß, dass Franco die volle Verantwortung dafür übernommen hat, wie es auch sein sollte", sagte Briatore. Anschließend wurde er noch deutlicher: "Tatsächlich hat er angesichts der Situation im Rennen und des Neustarts hinter dem Safety-Car viel zu spät gebremst."
Sein abschließendes Urteil fiel entsprechend scharf aus: "Es war eine sehr schwache Aktion für einen Fahrer seiner Erfahrung."
Crash könnte Konsequenzen haben
Briatore deutete zudem an, dass der Crash intern Konsequenzen haben könnte. Eine konkrete Maßnahme kündigte der Italiener allerdings zunächst nicht an.
"Ich möchte mir Zeit nehmen, darüber nachzudenken und zu überlegen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, damit wir daraus lernen und eine solche Situation in Zukunft vermeiden können", erklärte er.
Colapinto hatte sich in dieser Saison trotz eines nicht immer konkurrenzfähigen Alpine regelmäßig in den Punkterängen gezeigt und seinen Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert.
Mit 27 WM-Punkten liegt der Argentinier in der Gesamtwertung auf Rang zwölf und damit nur zwei Plätze sowie 14 Zähler hinter seinem Teamkollegen Gasly.
Colapinto kassiert Strafe
Der folgenschwere Zwischenfall ereignete sich nach dem Restart in Runde 36. Colapinto kam im Ausgang der ersten Kurve von hinten auf Gasly zu, bremste zu spät und fuhr mit zu hoher Geschwindigkeit auf der Innenseite in die nächste Kurve.
Dabei traf er seinen Teamkollegen, der anschließend mit Norris kollidierte. Für alle drei war das Rennen damit beendet.
Die Rennkommissare sahen die Hauptschuld bei Colapinto. Einen milderen Maßstab aufgrund der ersten Kurve nach einem Neustart wendeten sie ausdrücklich nicht an. Nach ihrer Einschätzung leistete kein anderer Fahrer einen relevanten Beitrag zum Unfall.
Da Colapinto nach der Kollision selbst nicht mehr weiterfahren konnte, konnte die reguläre Zehn-Sekunden-Strafe nicht mehr angewendet werden. Die FIA wandelte diese deshalb gemäß den Sportregularien in eine Rückversetzung um fünf Startplätze beim nächsten Rennen in Malaysia um.