Nachtschicht für die Computer
Auch bei Mercedes selbst war der Samstag nicht der Moment für große Kampfansagen.
"Es steht 1:0 für Red Bull. Sie haben die Reifen im letzten Run in das perfekte Fenster gebracht. Das Teamwork mit dem Windschatten hat einwandfrei funktioniert und deswegen stehen sie auf der Pole", fasste Toto Wolff neidlos zusammen.
Die Hoffnung ruht nun auf der strategischen Seite, auf der Hamilton mit dem Medium startend mehr Flexibilität auf seiner Seite weiß. "Wir haben am Start wohl einen kleinen Nachteil, das gilt auch für die ersten sechs, sieben Runden, falls Verstappen schnell startet", so der Teamchef.
"Wenn er es aber managt, ist es kein großer Vorteil für Red Bull, und wir können länger fahren. Wir könnten einen aggressiven Undercut fahren und die Position auf der Strecke kontrollieren", so Wolff. "Wir werden über Nacht viele Programme und Algorithmen durchlaufen lassen."
War Verstappen-Verbremser Absicht?
Bezüglich des vermeintlichen Strategie-Vorteils vertritt Hamilton sogar eine besondere Meinung. In seinen Augen sei der Verbremser, der Verstappens Medium-Reifen ruinierte und ihn zur Soft-Strategie zwang, sogar ein Bluff gewesen.
"Niemand verbremst sich so in Kurve 1. Sie haben das meiner Meinung nach absichtlich gemacht, um den Soft zu wählen", spekuliert der siebenfache Weltmeister.
So oder so werde es schwer, eine passende Antwort zu finden - viel hänge auch von den ersten Runden ab. "Ihr Longrun auf Soft war stark. Aber wenn er so abbaut, wie wir annehmen, sind wir trotzdem in einer guten Position", bleibt der Brite zuversichtlich.