Wolffs "Wingman"-Sager schmerzt Bottas

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Der Grand Prix von Ungarn war nicht das Rennen von Valtteri Bottas: Vom zweiten Startplatz losgefahren musste sich der Finne schlussendlich mit Rang fünf begnügen, während Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton vom obersten Podest lachte.

Dazu stand der 28-Jährige in der Schlussphase zweimal im Fokus, als er sowohl bei den Überholmanövern von Sebastian Vettel, als auch Daniel Ricciardo mit dem jeweiligen Konkurrenten kollidierte. Für letzteren Zwischenfall setzte es auch eine nachträgliche Zehn-Sekunden-Strafe, die aber am fünften Endrang nichts änderte.

Naturgemäß war Bottas mit seinem Abschneiden nicht zufrieden, von Toto Wolff gab es aber ein Lob: "Valtteri war heute ein sensationeller 'Wingman' für den Sieg von Lewis. Er hat die Ferrari über 20 Runden hinter sich gehalten und hätte sich einen Podestplatz verdient", so der Mercedes-Motorsportchef.

Eine Formulierung, über die sich Bottas gar nicht freuen konnte. "Wingman? Um ehrlich zu sein, das tut weh. Ich denke, wir werden uns unterhalten müssen. Die Saison ist zur Hälfte erledigt und der Punkteunterschied ist groß, ich denke, das Team wird sich bald entscheiden müssen", so der Finne, dem in der WM 81 Punkte auf Leader Hamilton fehlen.

Wolff stellt Aussage klar

Weiteren Zündstoff lieferte die Absage von Bottas' Medientermin nach dem Rennen, der eine solche Aussprache unmittelbar vermuten ließe. Doch angesichts der Spekulationen ruderte man bei Mercedes schnell zurück.

"Das kommt dabei raus, wenn die Dinge nicht von Gesicht zu Gesicht besprochen werden und sich völlig falsch entwickeln", bedauerte Wolff etwas später. "Valtteris Rennen war von der ersten Sekunde an das perfekte Rennen eines 'Wingmans', aber das hat nichts mit verteilten Rollen zu tun. Wir haben keine Nummer eins, wir haben keine Nummer zwei, so hat sich das Rennen einfach entwickelt", meinte der Teamchef, der sich aus diesem Grund über "das wohl beste Mercedes-Rennen der letzten zwei bis drei Jahre" freute.

Wolff habe einfach nicht damit gerechnet, dass man die Ferraris dermaßen souverän kontrollieren könne.

"Es hat uns überrascht, wie er Sebastian und Kimi hinter sich halten konnte. Das Wort 'Wingman' wird ihm vielleicht wirklich nicht gerecht, aber er ist ein sensationelles Rennen gefahren, mit dem er Lewis geholfen hat."

Bottas' Ärger kühlt ab

Auch Bottas selbst ließ ein Statement folgen, in dem er seine ursprüngliche Aussage relativierte.

"Ich habe kein Meeting mit den Bossen einberaumt, weil ich 'Wingman' genannt wurde. Dafür gibt es keinen Grund. Ich war mit dem Ausgang meines Rennens enttäuscht und habe einen Moment lang alles negativ gesehen, aber ich weiß, was Toto meinte. Und er hätte über Lewis das Gleiche in einer ähnlichen Situation gesagt", so der Finne über die sozialen Medien.

"Wir sind gleichberechtigt und in dieser Sache vertraue ich dem Team zu hundert Prozent. Es ist alles gut! Wir pushen weiter und ich werde wieder kommen."


Textquelle: © LAOLA1.at

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