Fünfter Saisonsieg für Hamilton in Ungarn

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Lewis Hamilton gewinnt den Grand Prix von Ungarn und feiert damit seinen fünften Formel-1-Saisonsieg.

Der britische Mercedes-Fahrer fährt am Hungaroring einen ungefährdeten Erfolg von der Pole Position ein und teilt sich das Podest mit den Ferrari-Piloten Sebastian Vettel (GER) und Kimi Räikkönen (FIN). Vierter wird Daniel Ricciardo (AUS/Red Bull Racing), der sich vom zwölften Startplatz nach vorne arbeitet und in der letzten Runde den angeschlagenen Valtteri Bottas (FIN/Mercedes) überholt.

Die Top-10 komplettieren Pierre Gasly (Toro Rosso), Kevin Magnussen (Haas), Fernando Alonso (McLaren), Carlos Sainz (Renault) und Romain Grosjean (Haas).

Max Verstappen (Red Bull) scheidet wie schon in Deutschland mit einem technischen Defekt aus.

Lewis Hamilton baut die WM-Führung nach 12 der 21 Rennen damit auf 24 Punkte aus, hinter Sebastian Vettel klafft ein Loch - Teamkollege Kimi Räikkönen hat weitere 43 Zähler Rückstand.

Keine Siegchance für Ferrari

Was bei Mercedes als Schadensbegrenzung betrachtet wurde, brachte am Ende eine unerwartet eine Pole und einen Start-Ziel-Sieg für Hamilton. "Wir nehmen diesen Sieg als Bonus. Das war ja nicht wirklich unsere Strecke", bejubelt Hamilton ein wegen der Hitze anstrengendes Rennen. Räikkönen etwa muss in der ungarischen Tiefebene sogar ohne Flüssigkeit auskommen, weil man bei Ferrari vergessen hatte, seine Trinkflasche anzuschließen.

Nur ein Mercedes-Doppelsieg ging sich wie zuletzt in Hockenheim nicht aus, obwohl der von Platz vier gestartete Vettel trotz mutiger Reifentaktik nach einem verpatzten Boxenstopp keine Siegchance hat. Mit einem euphorischen Überholmanöver gegen Bottas samt leichter Kollision gelingt dem Deutschen aber wenigstens Platz zwei und die maximale Schadensbegrenzung.

Mit seinen 55 Runden alten Reifen muss Pechvogel Bottas am Ende auch noch Daniel Ricciardo passieren lassen. Zwar wehrt sich der Finne auch hier heftig und kollidiert breitseits mit dem nur von Platz 12 aus gestarteten Red Bull des Australiers, gibt den vierten Platz dann aber auf Teamanweisung zurück. Während Max Verstappen nach nur fünf Runden mit einem defekten RB14 ausscheidet und erneuten Team-Ärger über den Renault-Antrieb auslöst, wird Ricciardo zum Mann des Rennens gewählt.

Nachträgliche Strafe für Bottas

"Der Start war chaotisch und frustrierend", erzählt Ricciardo, der anfangs bis auf Platz 16 zurückgefallen war. "Aber das Auto war fantastisch und am Ende hat es Riesenspaß gemacht." Zum Crash mit Bottas meint er: "Ich habe gesehen, dass er leicht zu überholen ist und bin aber trotzdem extra weit hinaus gefahren. Er hat mich trotzdem getroffen." Wegen der Rückgabe des Ranges sei es aber okay, dies als "Rennunfall" einzustufen.

Dennoch fasste Bottas nach Rennende eine Zehn-Sekunden-Strafe aus, die aber aufgrund des 23-Sekunden-Vorsprungs auf den sechstplatzierten Toro-Rosso-Piloten Pierre Gasly keine Auswirkungen haben sollte.

Bis auf die dramatische Schlussphase verläuft das letzte Rennen vor der Sommerpause bis zum Rennen in vier Wochen in Spa (26. August) relativ ereignislos. Hamilton und Bottas kommen aus der Pole perfekt weg und machten sich breit. Bei Ferrari lässt der besser gestartete Räikkönen seinen als Einziger der Top-Vier auf dem härteren und etwas langsameren Reifen gestarteten Teamkollegen Vettel rasch wieder vorbei.

Keine idealen Stopps in Rot

Bei Ferrari passieren am Ende einer schwierigen Woche mit dem Tod von Ex-Chef Sergio Marchionne die gröbsten Fehler an der Box. Räikkönen muss neben seinem Trinkflaschen-Malheur sogar zweimal an die Box. Als Hamilton seinen Reifenwechsel absolviert, geht Vettel in Führung und versucht aus dem Boxenstopp-Fenster zu kommen.

Der Deutsche wird aber sowohl vom Verkehr als dann beim eigenen Reifenwechsel auch von einem Schlagschrauber-Problem gebremst, das ihn mehrere Sekunden kostet und erst hinter Bottas wieder auf die Strecke bringt.

Das ist dann auch die Entscheidung. Während Hamilton vorne ungefährdet ist und am Ende 17 Sekunden Vorsprung hat, musste Vettel warten, bis die Reifen von Bottas den Geist aufgeben. Selbst da benötigt der Deutsche ein Brechstangen-Manöver, um am kämpferischen Finnen vorbei zu kommen.

Bottas ein "sensationeller Wingman"

"Wir waren schnell, aber nicht in der Position, um das auszunützen", gibt es von Hamiltons WM-Verfolger Selbstkritik. "Es war blöd, dass ich rein musste und erst hinter Valtteri wieder rausgekommen bin. Ich konnte ihn nicht attackieren, weil er frischere Reifen hatte und habe dann alles auf die letzten zehn Runden gesetzt."

An der Kollision sieht sich Vettel schuldlos. "Ich war vorne, habe die Innenseite abgedeckt und dann einen Schlag von hinten bekommen. Es war Glück, dass beim Auto nichts passiert ist."

Gejubelt wird vor allem bei Mercedes, obwohl seit 2004 (Michael Schumacher) kein Ungarn-Sieger mehr Weltmeister geworden ist. "Die Pole und der Superstart von Lewis war die halbe Miete", sagt Teamchef Toto Wolff.

Für Bottas gibt es Riesenlob. "Valtteri war ein sensationeller Wingman und hat die beiden Ferraris 20 Runden hinter sich gehalten. Am Schluss ist ihm halt der Reifen ausgegangen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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