Ihren ersten Sieg im Rahmenprogramm der Formel 1 hat Emma Felbermayr bereits gefeiert.
Die Oberösterreicherin triumphierte Mitte Juni in Kanada erstmals in der F1 Academy, am Wochenende hofft die 18-Jährige in Zandvoort nach einer erholsamen Sommerpause auf den nächsten Erfolg in der Nachwuchsserie für Frauen.
Ihr großes Karriereziel ist die Formel 1, Felbermayr bleibt aber am Boden. "Der Weg dorthin ist hart. Deshalb sehe ich das alles immer sehr realistisch", sagt sie.
Derzeit dreht Felbermayr in der F1 Academy in einem Formel-4-Auto ihre Runden und sammelt dabei Erfahrungen im direkten Duell gegen 17 andere Frauen. Nach vier von sieben Stationen liegt die Pilotin des Teams Rodin Motorsport in der Gesamtwertung auf dem neunten Platz.
Dass Felbermayr nur gegen Frauen antritt, spielt für sie aber keine große Rolle. "Ich wollte immer die Schnellste von allen sein und nicht nur von den Mädels. Weil wenn du in die Formel 1 willst, musst du alle schlagen können und nicht nur die Mädels", betont sie im APA-Interview.
Formel 3 als nächstes Ziel
Die Motorsport-Königsklasse ist für Felbermayr aber noch lange kein Thema. Erst einmal stehen die eigene Lernkurve und der Aufstieg in höhere Formel-Serien im Fokus.
"Es ist nichts unmöglich. Zumindest in die Formel 3 oder Formula Regional kann es gehen", betont Felbermayr, die nebenbei auch in der spanischen Formel 4 aktiv ist.
Mit ihrer Rookie-Saison unter der Schirmherrschaft des F1-Teams von Sauber ist Felbermayr nur "mittelmäßig" zufrieden.
"Vor allem am Anfang habe ich viele Fehler gemacht. Aber der Sieg hat mir natürlich Selbstbewusstsein gegeben", blickt sie auf ihren größten Karriereerfolg zurück. Besonders bei ihren Starts und in der ersten Runde gebe es noch Verbesserungspotenzial. "Aber eigentlich bin ich ganz happy."
Felbermayr-Team in Le Mans als Traum
Felbermayr, die vor Kurzem ihre Matura mit gutem Erfolg absolvierte, wurde der Motorsport in die Wiege gelegt.
Ihr verstorbener Großvater Horst Felbermayr senior und Vater Horst Felbermayr junior nahmen mehrmals am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil, ihr 20-jähriger Bruder Horst Felix fährt ebenfalls Rennen. Da die Familie ein internationales Transport- und Bauunternehmen betreibt, ist auch das finanzielle Fundament im teuren Motorsport vorhanden.
In fünf Jahren will das Felbermayr-Trio erneut beim Langstrecken-Klassiker an den Start gehen, gemeinsam in einem Team. "Es ist ein großer Traum von meinem Papa, die 24 Stunden von Le Mans zu seinem 60. Geburtstag zu dritt in einem Auto zu fahren", erzählt Felbermayr.
Saisonfinish in Las Vegas
Bis dahin will sich Felbermayr noch in der F1 Academy steigern und sich für zukünftige Aufgaben präsentieren.
Nach den beiden Rennen in Zandvoort am Samstag (17:05 Uhr) und Sonntag (10:40 Uhr/live auf ORF Sport+) geht es Anfang Oktober nach Singapur, ehe zum Abschluss Ende November das Highlight in Las Vegas auf dem Programm steht. "Ich war noch nie dort, das ist extrem cool", sagt Felbermayr mit einem Lächeln.