Cockpitschutz "Halo" spaltet die Formel 1

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Der von der FIA ab 2018 beschlossene Cockpitschutz "Halo" sorgt für viele Diskussionen und spaltet die Formel 1.

"Wenn Teile von Autos rumfliegen, wird es dich nicht schützen. Ich verstehe nicht, warum wir es brauchen", kritisiert etwa Red-Bull-Pilot Max Verstappen vor dem Grand Prix von Ungarn die Entscheidung des Weltverbandes.

Auch andere Fahrer zeigen Unverständnis über die Einführung des ringförmigen Bügels, der mittig an einer Strebe des Rennwagens fixiert ist und sich über den Helm des Piloten spannt.

Dagegen sagt WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel mit Verweis auf frühere Unfälle: "Es wäre dumm und ignorant, so etwas nicht zu nutzen."

Wird die Formel 1 zu sicher?

Der Streit entzündet sich vor allem an der Frage, ob im Bemühen um noch mehr Sicherheit mit dem Stahl-Bauteil den Autos ihr spezieller Charakter geraubt wird. "Es muss einen besseren Weg geben. Wir kommen in einen Bereich, wo es zu sicher ist, um noch aufregend zu sein. Ein gewisses Risiko gehört zum Image der Formel 1", meint Haas-Pilot Kevin Magnussen.

Ähnlich argumentiert Renault-Fahrer Nico Hülkenberg: "Ich bin nicht sicher, ob diese zusätzliche Sicherheit nötig ist", sagt der Deutsche. Das neue System würde vor Vorfällen schützen, deren Wahrscheinlichkeit bei "eins zu einer Million" liege.

Niki Lauda spricht von einer "Überreaktion" der FIA, da das Restrisiko für die Fahrer schon sehr klein sei.

Doch auch das andere Lager ist groß. "Die Sicherheit steht immer an erster Stelle", betont Force-India-Pilot Sergio Perez.

Routinier Fernando Alonso verweist wie Kollege Vettel auf die Todesfälle der früheren Rennfahrer Henry Surtees und Justin Wilson, die durch einen Cockpitschutz wohl verhindert worden wären. "Wenn wir in der Zeit zurückgehen könnten, um ihre Leben zu retten, wären wir glücklich. Die Ästhetik kümmert mich nicht", so der Spanier.

Whiting: "Es wird nicht so schlimm"

Auch die FIA weist auf dem Hungaroring erneut die Kritik zurück. "Die Fans werden sich daran gewöhnen", sagt FIA-Renndirektor Charlie Whiting. Der Verband argumentiert, die bisherigen Tests mit dem sogenannten "Halo" (Heiligenschein) hätten überwältigend positive Ergebnisse erzielt.

Zudem haben die Teams bis zum Beginn der kommenden Saison die Chance, das "Halo"-System im Rahmen des Regelwerks ins Design ihrer Autos einzubeziehen und auch mit Werbung zu verzieren. "Es wird nicht so schlimm, wie manch einer denkt", versichert Whiting.

Darauf setzt auch Lewis Hamilton. "Die Autos sind schon jetzt zu schwer. Ich hoffe, sie verringern das Gewicht noch", sagt der britische Mercedes-Star. Seine Prognose: "Ich denke, dass wir uns auf ein geschlossenes Cockpit zubewegen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

So bereitet sich Lucas Auer auf Formel-1-Premiere vor

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare