Mit dem Titelsponsoring des Teams im Besitz des US-amerikanischen Maschinenfabrikanten Gene Haas und dem Cockpit für seinen Sohn hat sich Mazepin seinen F1-Traum erfüllt, dessen erster diesbezüglicher Versuch in England gerichtsanhängig ist: Denn er versuchte 2018, das damals vor der Pleite stehende Force-India-Team zu übernehmen, scheiterte aber am kanadisch geführten Konsortium um Lawrence Stroll, das die Mannschaft zu Racing Point und mittlerweile Aston Martin machte.
Mazepin klagte gegen den Zuschlag für Stroll, der seiner Ansicht nach nicht rechtens gewesen sei. Wer auch immer vor Gericht gewinnt, ein gemeinsames Ziel haben die ehrgeizigen Väter Stroll und Mazepin für ihre rennbesessenen Söhne Lance und Nikita erreicht: Den Kauf eines F1-Cockpits.
Schumacher: "Bin stolz, den Namen wieder in die F1 zu bringen"
Schumacher hingegen war schon aufgrund seines Namens ab dem Beginn im Kartsport für die Formel 1 bestimmt. "Ich bin stolz, den Namen wieder in die Formel 1 zu bringen und will ihm alle Ehre machen. Mein Ziel ist es, mich ständig zu steigern und stets die bestmögliche Leistung abzurufen", erklärt Mick.
Als er gefragt wird, ob er erst im zweiten F1-Jahr mit Spitzenresultaten rechne, da er doch in den Nachwuchsklassen immer erst nach einem Lernjahr erfolgreich wurde, meint Mick lakonisch: "Diese Frage ist wohl am besten nach der Saison 2021 zu beantworten." Ferrari sei er für die bisherige Unterstützung sehr dankbar, betonte der Akademieschüler Schumacher – der im Debütjahr für Haas auch in Maranello unter Beobachtung steht.
Jedenfalls beginnt der Deutsche seine F1-Laufbahn mit weniger Druck als der Teamkollege. Denn der 22-jährige Mazepin fiel bisher durch einige Strafen nach zweifelhaften Manövern auf, vor allem aber durch eine im Internet verbreitete Grapsch-Affäre, was ihm keine Sympathien, aber sehr schnell ein unrühmliches Image bescherte.
Und in dieser Konstellation zweier unerfahrener Debütanten und eines investierenden Russen in einem amerikanischen Team sitzt der Südtiroler Teamchef Günther Steiner als Katalysator. "Wir stehen vor einem außerordentlich spannenden und aufregenden Jahr – hoffentlich im positiven Sinn", sagte der Meraner, der den gesamten Winter in den USA verbrachte, "weil es zu schwierig war, nach Europa zu kommen. Wohin uns die Pandemie noch führt – ich weiß es nicht, wüsste es aber gern."
Spontanes Aufholen zur Spitze erwartet Steiner nicht. "Wir müssen uns 2021 so verbessern, dass unsere zwei jungen Fahrer 2022 bereit für Spitzenresultate sind."