Honda-Ausstieg: Das ist der Plan von Red Bull

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Die Verlautbarung von Honda, Ende 2021 das Formel-1-Engagement zu beenden, schlug Freitag wie eine Bombe ein. Damit muss sich Red Bull für seine beiden Teams um einen neuen (alten?) Motorenpartner umsehen, will man weiter in der Formel 1 verbleiben.

Während Christian Horner, Teamchef bei Red Bull Racing, noch in dieser Woche erklärte, "Red Bull und Honda müssen langfristig zusammenbleiben", stellt Red Bulls Motorsportboss Helmut Marko fest, er und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hätten "schon länger" von Hondas Entscheidung gewusst.

Im Interivew mit LAOLA1-Kolumnist Gerhard Kuntschik spricht Marko über die Möglichkeit, einen eigenen Motor zu produzieren, einen Ausstieg von Red Bull aus der Formel 1 und die Fahrerpaarung für das kommende Jahr.

LAOLA1: Was wird Red Bull im Hinblick auf die neue Situation nach 2021 unternehmen?

Helmut Marko: Es werden alle Möglichkeiten sortiert und danach wird Red Bull entscheiden, was passiert.

LAOLA1: Nach derzeitigem Stand kommt von den bestehenden Motorenlieferanten nur Renault in Frage, da Mercedes schon vier Teams und Ferrari drei versorgt. Und Ferrari eröffnet derzeit wohl keine Siegperspektive…

Marko: Ich wiederhole: Wir sortieren, legen ein Konzept vor, dann wird entschieden. Wir werden alle Möglichkeiten recherchieren.

LAOLA1: Kann man sich vorstellen, mit finanzieller Hilfe eines Partners einen eigenen Motor zu entwickeln?

Marko: Wir arbeiten in alle Richtungen, weil wir von Hondas Entscheidung schon lang wussten.

LAOLA1: Christian Horner sagte noch diese Woche, man wolle lang mit Honda kooperieren…

Marko: Herr Horner ist Team Principal, aber nicht in strategische Dinge involviert. Herr Mateschitz und ich wissen schon lang Bescheid.

LAOLA1: Wie lang?

Marko: Länger. Im Laufe der heurigen Saison.

LAOLA1: Das heißt, es wird schon länger an Lösungen gearbeitet?

Marko: Ich denke nach, ja.

LAOLA1: Red Bull Racing und AlphaTauri haben wie alle anderen aktuellen F1-Teams den neuen Concorde-Vertrag für drei Jahre unterschrieben, haben sich also zur weiteren Teilnahme an der F1-WM verpflichtet.

Marko: Wir können jährlich den Vertrag kündigen. Es besteht am Ende jeden Jahres eine Ausstiegsmöglichkeit.

LAOLA1: Kann das passieren?

Marko: Das ist nicht unsere Priorität. Jetzt wird einmal sortiert, und wenn wir die Fakten beisammenhaben, wird Herr Mateschitz entscheiden.

LAOLA1: Werden Sie sich also mit Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, mit dem es in der Vergangenheit kein besonders harmonisches Verhältnis gab, wieder an einen Tisch setzen?

Marko: Es wird alles sortiert, wenn wir Ergebnisse haben, sehen wir weiter.

LAOLA1: Bis wann will man bei Red Bull Klarheit haben, in welche Richtung es gehen wird?

Marko: Unser Plan ist zum Ende des Jahres.

LAOLA1: Noch eine andere Frage zum Fahrpersonal. Zuletzt wurden die auf dem Markt befindlichen Sergio Pérez und Nico Hülkenberg mit Red Bull in Verbindung gebracht. Kommen sie als Fahrer für 2021 in Betracht?

Marko: Wenn Alex Albon seine Leistungen erbringt, bleibt er. Wenn nicht, wird es Überlegungen geben. Wir würden dann schauen, welche Fahrer, die gut sind, auf dem Markt sind. Aber das steht im Moment nicht zur Debatte.

LAOLA1: Wie hat Ihnen Sotschi mit Fans gefallen?

Marko: Sehr gut. Dort herrschte tolles Leben, gut gelaunte Fans, bestes Wetter, einfach gute Stimmung in der Stadt. Es gab außerhalb des Fahrerlagers nur ganz wenige Personen, die mit Masken herumliefen.

LAOLA1: Aber das Virus ist auch in Russland präsent…

Marko: Es wird mit den restriktiven Maßnahmen so nicht weitergehen können. Wir hatten einen Fahrer, dessen Freundin infiziert war, und er war nicht infiziert. Ein anderer war auf einer Party, auf der drei Infizierte zugegen waren, und auch der war negativ.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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