Saison 7 der Elektrischen: Alle sind optimistisch

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Das verflixte siebente Jahr? Und wenn ja, für wen? Wenn es nach den Aussagen der zwölf Teams in der heuer erstmals zur offiziellen FIA-WM aufgewerteten ABB Formel E geht, sind alle für die bevorstehende Saison sieben höchst zuversichtlich.

Der erste Vergleich geht derzeit noch bis Dienstag auf dem Tormo-Kurs bei Valencia, dem üblichen Wintertest-Domizil, in Szene, wobei der Montag für Medien-Aktivitäten reserviert ist. Nicht mehr dabei ist nun nach dem Rückzug aufgrund der wirtschaftlichen Lage die voestalpine als Partner der Europa-Rennen.

In den dreieinhalb Monaten seit dem Finale der Saison sechs in Berlin-Tempelhof waren alle Teams emsig: "Wir ließen uns durch Pandemie-Einschränkungen und dadurch herbeigeführte Logistik-Probleme nicht aufhalten", sagt etwa der Technische Direktor von Jaguar, Phil Charles.

Apropos Jaguar: Da fällt das Fehlen des bisherigen Hauptsponsors im Teamnamen (Panasonic) auf, doch gibt es für die Briten auch neue Partner wie Dow.

Zahlreiche Wechsel am Fahrermarkt

Auf dem Fahrermarkt tat sich einiges. Bei Audi macht der bereits für Berlin aktivierte DTM-Dreifach-Champion René Rast an der Seite von Lucas di Grassi weiter. BMW-Andretti sorgte mit der Verpflichtung von Ex-Aston-Fahrer Jake Dennis als Partner von Max Günther für einen überraschenden Ersatz für Alex Sims, der mit Alex Lynn das Duo bei Mahindra bildet.

Audi hat "alles neu gedacht"

Damit blieben Philipp Engs Hoffnung auf ein Formel-E-Renndebüt unerfüllt. Bei Mahindra beendete Jérome d’Ambrosio - Ferdinand Habsburgs Schwager - die aktive Laufbahn und wechselte ins Management von Venturi an die Seite von Teamchefin Susie Wolff als deren Stellvertreter.

Gespannt darf man bei Envision Virgin auf das Debüt des aus Japan geholten Nick Cassidy (neben Robin Frijns) sein. Der Neuseeländer ersetzt Routinier Sam Bird, der zu Jaguar an die Seite von Mitch Evans wechselte. Unverändert blieben die Besetzungen bei Mercedes (Nyck de Vries, Stoffel Vandoorne), dem Meisterteam DS Techeetah (Antonio Felix da Costa/Jean-Éric Vergne holten die letzten drei Fahrertitel) und Nissan (Sébastien Buemi/Oliver Rowland).

Zurück in der Elektroserie ist Tom Blomqvist bei Nio neben Oliver Turvey, der Daniel Abts Comeback-Hoffnung beendete. Porsche hat nun mit Pascal Wehrlein an der Seite von André Lotterer eine deutsche Paarung.

Bei Rokit Venturi bekommt Norman Nato die Chance als Massa-Nachfolger neben Edo Mortara. Offen ist bisher noch das zweite Cockpit bei Dragon-Penske neben Sergio Sette Camara, das bisher Nico Müller innehatte.

Von der Papierform her sollten DS Techeetah (Vergne und da Costa mit drei Titeln und neun bzw. fünf Rennsiegen) und Jaguar (Evans und Bird mit zwei bzw. neun Rennsiegen) die klar stärksten Fahrerpaarungen haben.

Audi hat mit dem neuen e-tron FE07 erstmals einen E-Boliden komplett im eigenen Haus entwickelt. "Wir haben alles neu gedacht bei der Umsetzung des FE 07", sagt Audis britischer Projektleiter Tristan Summerscale, "der Energieverlust im Antriebssystem wurde auf ein Minimum reduziert, der neue Inverter erreicht 97 Prozent Effizienz."

Hohe Erwartungen bei Mahindra

Hohe Erwartungen hegt auch Mahindra. "Nicht in den ersten Drei der Teamwertung zu landen, wäre für uns enttäuschend", sagt Teamchef Dilbagh Gill – nach dem mehr als durchwachsenen Jahr bisher ohne Podestplatz und Rang neun unter den Teams. Der nach Banbury übersiedelte Rennstall setzt nun auf die Technologie-Partnerschaft mit ZF, wo der neue Antrieb entwickelt wurde.

"Wir haben alle Zutaten, um erfolgreich zu sein", erklärt Max Günther vor Beginn der zweiten Saison bei BMW-Andretti. Der Deutsch-Österreicher, mittlerweile in Monaco ansässig, war im Vorjahr bei den Tests Schnellster und wurde zum Siegfahrer. Dass er nun das Team und alle Abläufe bestens kennt, wertet er als großen Vorteil.

Weil Mercedes nach der erfolgreichen Debüt-Saison mit seinem Fahrerduo "sehr zufrieden" war (Teamchef Ian James), sah der Brite auch keinen Grund für Veränderungen: "Wir setzen auf Kontinuität." Der EQ Silver Arrow 02 ist eine Weiterentwicklung des Debütwagens.

Eine Weiterentwicklung, allerdings mit neuem Antriebsstrang, ist der Porsche 99X Electric. Simona de Silvestro bleibt Ersatz-Pilotin, als zweiter Reservist löste der bisherige Stammfahrer Neel Jani den Linzer Thomas Preining ab. "Seit Berlin haben wir jedes Detail genau analysiert und optimiert", sagt Einsatzleiter Amiel Lindesay.

Jaguar sucht die Konstanz

Starker Saisonstart, tiefer Fall im Finale: Bei Jaguar soll sich die Saison sieben anders gestalten als das Vorjahr. "Wir wollen konstant auf hohem Niveau fahren und stets um Siege kämpfen, dafür haben wir auch eine der stärksten Fahrerpaarungen und die neu entwickelte Motor-Inverter-Einheit im I-Type-05", erklärt Teamchef James Barclay, "unser Hauptaugenmerk galt Gewichtsreduzierung, Effizienzsteigerung und Absenken des Schwerpunkts."

Bei den Champions regiert Gelassenheit: So wird DS Techeetah die Saison mit dem Vorjahresmodell (mit neuer Software) beginnen und vermutlich erst ab Rom den neu entwickelten Antrieb einsetzen. "Unser Team ist flexibel genug, schnell Entscheidungen auf kurzen Wegen umsetzen zu können", sagt der zweifache Ex-Champion Vergne.

Saison sieben beginnt am 16. Jänner 2021 in Santiago, wo wie auf Station zwei in Ad-Diriyah ein Doppel absolviert wird. In Saudi-Arabien wird es auch das erste Nachtrennen der FE geben.

Weitere Stationen sind Rom, Paris, Monaco, Seoul, Berlin, New York und London (im Finale gibt es wieder ein Doppel). Ein Schauplatz (=Termin) ist noch offen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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