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Iran stellt WM-Teilnahme infrage – scharfe Kritik an FIFA

Der iranische Verband geht auf Konfrontationskurs mit der FIFA. Vor der WM fordert man klare Bedingungen und kritisiert auch politischen Einfluss scharf.

Iran stellt WM-Teilnahme infrage – scharfe Kritik an FIFA Foto: © GETTY

Der iranische Fußball-Verband hat den Weltverband FIFA scharf kritisiert und Bedingungen für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft gestellt.

"Ich habe die FIFA noch nie so schwach erlebt", sagte Verbandschef Mehdi Tadsch laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Anstatt gegen "Beleidigungen und Erniedrigungen gegenüber dem Iran" vorzugehen, lasse sich die FIFA von der Politik einschüchtern und begnüge sich mit verbalen Verurteilungen.

Klare Worte in Richtung Trump

Die FIFA müsse laut Tadsch vor allem verhindern, dass sich Donald Trump in sportliche Belange einmischt. Der Iran habe sich sportlich qualifiziert, Trump sei "nicht auf dem Niveau, darüber zu entscheiden".

"Dafür braucht der Iran keine Erlaubnis", betonte Tadsch. Der Iran soll am 15. Juni gegen Neuseeland in die WM starten, weitere Gruppengegner sind Belgien und Ägypten.

Konkrete Forderungen des Verbands

Der Verband will seine Bedingungen bei einem Treffen mit FIFA-Vertretern konkretisieren. Gefordert werden unter anderem:

  • keine politischen Kommentare gegen das Team

  • Verwendung der offiziellen Flagge

  • umfassende Sicherheitsgarantien für Spieler und Betreuer

"Nur unter diesen Bedingungen werden wir teilnehmen", sagte Tadsch.

Trump überlässt Entscheidung der FIFA

Trump hatte zuletzt erklärt, er überlasse die Entscheidung FIFA-Präsident Gianni Infantino. Dieser hatte beim FIFA-Kongress betont, dass der Iran bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko eingeplant sei.

Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA, die Waffenruhe gilt als fragil.

Zwischenfall bei Anreise

Tadsch und zwei weitere Funktionäre hatten ihre Reise zum FIFA-Kongress nach Vancouver abgebrochen. Laut Verband geschah dies nach mehrstündigen Befragungen am Flughafen in Toronto.

Ein Angebot Infantinos, die Delegation per Jet zurückzubringen, lehnte man ab.

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