"Wir müssen ruhig bleiben", forderte Italiens Trainer Roberto Mancini. "Meist sind die Spiele gegen die Schweiz schwierig, aber wir dürfen nicht zu angespannt sein." Die Personallage gibt wenig Anlass zur Euphorie. Mancini muss auf die drei erfahrenen Stammspieler Giorgio Chiellini, Marco Verratti und Ciro Immobile verzichten. Torjäger Immobile fällt wegen einer Muskelverletzung aus, bei Kapitän und Abwehrchef Chiellini zwicken die Adduktoren. Mittelfeldspieler Verratti war wegen einer Blessur an der Hüfte gar nicht ins Teamcamp gereist.
Kleines Loch nach EM-Titel
Italiens Fußballer haben ein Talent dafür, nach großen Erfolgen in ein kleines Loch zu fallen. Weil die Azzurri in den ersten beiden Pflichtspielen nach dem EM-Triumph von Wembley Anfang September gegen Bulgarien (1:1) und in der Schweiz (0:0) nur remis spielten, geriet die sichere WM-Qualifikation in Gefahr. Pessimisten erinnern mit Grauen an die verpasste WM-Teilnahme 2018.
Bei der "Nati" stehen mit Torhüter Philipp Köhn, Bryan Okoh und Noah Okafor drei Salzburg-Profis im Kader. Der österreichische Meister stellt derzeit überraschend die größte Fraktion im Schweizer Team. Köhn und Okoh rückten aufgrund von Verletzungen nach. Breel Embolo, Nico Elvedi, Haris Seferovic und auch Kapitän Granit Xhaka fehlen der Schweiz. Der erstmals seit zwei Jahren im Teamkader stehende Okafor könnte am Freitag statt Embolo in der Startelf beginnen.
"Egal ob ich von Anfang an spiele oder reinkomme: Ich gebe in jeder Minute alles für die Mannschaft", betonte der 21-Jährige. Trainer Murat Yakin meinte: "Wir haben nichts zu verlieren und können frisch aufspielen." Italien hat gegen die Schweizer seit 1993 nicht mehr verloren. In der EM-Gruppenphase gewann der spätere Europameister spielend leicht 3:0.