Ingolitsch: "Ich halte mich nicht zurück!"

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„Radonjic hat unglaubliche PS, so etwas habe ich noch nicht oft erlebt“, ist Sandro Ingolitsch auch am Tag nach dem 2:0-Sieg der ÖFB-U21 gegen Serbien über den Antritt des Marseille-Profis erstaunt.

Doch die Abwehr der Österreicher ließ nichts anbrennen. Auch dank dem Rechtsverteidiger, der in der zweiten Spielhälfte mit einem Handicap umgehen musste.

„Ich denke, ich habe es vor der Pause ganz gut gemacht. Leider habe ich dann die Gelbe Karte kassiert, musste mich deswegen nach der Pause ein wenig zurückhalten. Noch ein Foul und ich hätte wahrscheinlich mit Gelb-Rot vom Feld müssen“, meint der 22-Jährige.

Wenn es dann doch mal brenzlig wurde, konnte sich Ingolitsch auf die Hilfe seiner Kollegen verlassen: „Wenn ich nicht hingekommen bin, war immer Kevin Danso da. Er und Posch haben alles abgeräumt.“

Ein Kaliber folgt dem nächsten

Für den Profi des SKN St. Pölten geht es in dieser Schlagzahl weiter, die nächsten Kaliber warten. Beim Spiel gegen Dänemark kommt es zum direkten Duell mit Jacon Bruun Larsen, der in der vergangenen Saison 30 Pflichtspiele für Borussia Dortmund bestritten hat. Gegen Deutschland wartet wohl Marco Richter, nach Alfred Finnbogason zweitbester Scorer des FC Augsburg in der abgelaufenen Saison, auf den Salzburger.

Das harte Programm kommentiert er mit einem Schulterzucken: „Mir war vorher schon klar, dass da Topspieler am Werk sind. Ich freue mich, dass ich mich mit solchen Spielern messen kann. Nur solche Duelle bringen mich weiter.“

"Dass ich so entspannt in dieses Spiel gegangen bin, hat aber auch mich ein bisschen überrascht"

Große Gegner sind für Ingolitsch nichts Neues, immerhin war er 2016/17 Stammspieler jenes Salzburger Nachwuchsteams, das sensationell die UEFA Youth League gewinnen konnte.

„Auf jeden Fall hilft mir diese Erfahrung, um mit Nervosität umzugehen. Ich kenne das Gefühl, international zu spielen, kenne Spiele, in denen es um viel geht. Dass ich so entspannt in dieses Spiel gegangen bin, hat aber auch mich ein bisschen überrascht“, grinst der Rechtsverteidiger.

Die Sache mit den Gelben Karten

Ebenfalls nicht ins Grübeln kommt er, wenn es um die Gelbe Karte geht. Sollte sich Ingolitsch gegen Dänemark erneut eine Verwarnung einhandeln, wäre er gegen Deutschland gesperrt. Nach der Gruppenphase werden etwaige Verwarnungen dann übrigens gestrichen.

„Es ist nicht schön, aber man kann es ja nicht planen. Auf der Außenbahn gibt es einfach viele Eins-gegen-Eins-Situationen und manchmal kriegt man da halt eine Gelbe. Ich werde nicht ins Spiel reingehen und mich zurückhalten. Wenn ich mich in den Dienst der Mannschaft stellen muss und ein taktisches Foul machen muss, dann mach‘ ich es auch“, sagt der SKN-Kicker.

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Da gibt es einfach kein Pardon. Mit neun Gelben Karten und einer Gelb-Roten Karte ist Ingolitsch in der abgelaufenen Bundesliga-Saison diesbezüglich durchaus schon aufgefallen. „Manchmal muss man einfach durchfahren. Ich will immer meiner Mannschaft helfen und da muss man eben manchmal ein Foul ziehen, um eine gute Chance des Gegners zu unterbinden“, rechtfertigt er sich.

Während der Youngster bei der EURO 2019 weilt, hat sich bei seinem Arbeitgeber einiges getan.

Sein 5. Trainer in zwei Jahren

Der SKN St. Pölten hat bekanntlich Trainer Ranko Popovic durch Alexander Schmidt ersetzt. Nach Jochen Fallmann, Oliver Lederer, Didi Kühbauer und eben Popovic ist der Deutsche der fünfte Trainer, den Ingolitsch seit seinem Wechsel im Sommer 2017 vom FC Liefering in die niederösterreichische Landeshauptstadt hat.

„Ich bekomme es mit, versuche aber, mich auf das Hier und Jetzt in Italien zu konzentrieren. Nach der EM befasse ich mich dann wieder mit meinem Verein“, will sich der Defensivspieler davon nicht groß ablenken lassen.

Sein 27-jähriger Bruder Fabio, Co-Trainer beim FC Liefering, habe ihm schon ein bisschen etwas von Schmidt erzählt, persönlich kenne er seinen neuen Coach aber noch nicht, berichtet der Nachwuchs-Internationale.

Er sagt nur so viel: „Für mich ist es sicher kein Nachteil, dass ich mit der Philosophie von Red Bull vertraut bin. Ich weiß aber noch nicht, wie viel er davon in St. Pölten einbringen will.“

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