U21-Gegner Serbien: Mehr als nur Jovic

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Österreichs Auftaktgegner bei der U21-EM in Italien und San Marino darf sich getrost zu den Geheimfavoriten des Turniers zählen.

Die Serben haben eine bärenstarke Qualifikation gespielt, sind ungeschlagen - vier Punkte vor der ÖFB-U21 - Gruppensieger geworden, haben in zehn Partien 23 Treffer erzielt und nur fünf Gegentore kassiert. "Ihre individuelle Qualität macht sie sehr gefährlich", weiß ÖFB-Kapitän Philipp Lienhart.

Das Team von Coach Goran Djorovic steht defensiv kompakt und hat in der Offensive viel Schlagkraft. Vor allem Superstar Luka Jovic, der in der kommenden Saison für Real Madrid spielt, sticht heraus.

"Er ist der Topspieler der EM", ist sich U21-Teamchef Werner Gregoritsch sicher.

Doch der Stürmerstar ist nicht der einzige Serbe, auf den es zu achten gilt. LAOLA1 stellt die Schlüsselspieler und den Teamchef vor:

Die Schlüsselspieler:

Nikola Milenkovic

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Der 21-Jährige ist der unumstrittene Abwehrchef der Serben. An internationaler Erfahrung mangelt es dem Innenverteidiger auch wahrlich nicht. Bereits 2016 gab er sein Debüt im A-Team, bei der WM 2018 war er gesetzt und zudem einer der besten in einem an und für sich ziemlich enttäuschend agierenden serbischen Team. Seither ist der Italien-Legionär nicht mehr aus dem Nationalteam wegzudenken, dementsprechend selten hat er zuletzt auch in der U21 gespielt.

Auf Klub-Ebene hat der robuste, kopfballstarke Abwehrspieler im Sommer 2017 den Sprung von Partizan Belgrad, wo er phasenweise sogar schon die Kapitänsschleife trug, zur Fiorentina geschafft. 5,1 Millionen Ablöse bezahlte das Team aus der Toskana damals. Mittlerweile hat sich sein Marktwert verzehnfacht, unter anderem Manchester United soll großes Interesse an einer Verpflichtung haben, sein Klub verlangt aber rund 50 Millionen Euro. Seit eineinhalb Jahren hat Milenkovic einen Stammplatz in der Serie A, teilweise kommt er auch als Rechtsverteidiger zum Einsatz.

Sasa Lukic

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Der 22-Jährige ist der Allround-Könner im zentralen Mittelfeld der Serben. Technisch exzellent ausgebildet, ein gutes Auge, kaum Fehlpässe und Tempodribblings - Lukic hat praktisch alles drauf. Dementsprechend kommt der junge Mann aus Sabac inzwischen auch schon regelmäßig im A-Team, für das er im September 2018 debütiert hat, zum Einsatz.

Die nötige Reife hat er sich im Ausland geholt. Im Sommer 2016 schlug der FC Torino zu und verpflichtete Lukic für 1,7 Millionen Euro von Partizan Belgrad. In seiner ersten Saison in Turin wurde der Mittelfeldspieler nur sporadisch eingesetzt und daraufhin für eine Saison zu Levante verliehen, wo er in La Liga vor allem im Frühjahr regelmäßig zum Spielen kam, unter anderem beim sensationellen 5:4-Heimsieg gegen den FC Barcelona einen Assist verbuchte. In der vergangenen Saison stand er bei Torino elf Mal in der Startelf, wurde 13 Mal eingetauscht und hat ein gutes Frühjahr hinter sich.

Andrija Zivkovic

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Im Oktober 2013 (!) feierte der Dribblanski unter Teamchef Sinisa Mihajlovic sein Debüt im serbischen Nationalteam - genau drei Monate nach seinem 17. Geburtstag wurde der inzwischen 22-Jährige somit zum jüngsten serbischen Internationalen der Geschichte. Mehr als ein Dutzend A-Teamspiele sind seither dazugekommen, darunter auch eines bei der WM 2018. Zudem ist Zivkovic seit 2015 U20-Weltmeister, erzielte im Laufe des Turniers zwei Tore und lieferte zwei Assists.

16 Jahre und neun Monate war der Außenbahnspieler alt, als er für Partizan Belgrad erstmals in der serbischen Liga auflief, das Ende bei seinem Stammverein war 2016 aber unschön, nach Vertragsstreitigkeiten verließ er den Hauptstadt-Klub ablösefrei zu Benfica. In Lissabon ist der quirlige, nicht unbedingt torgefährliche Angreifer kein Stammspieler, hat aber immerhin bereits 84 Pflichtspiele, darunter auch Einsätze in der Champions League, in den Beinen.

Nemanja Radonjic

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Auch er hat schon elf Mal im A-Team gespielt, auch er war bei der WM 2018 im Einsatz. Der 23-Jährige hat einen interessanten Weg hinter sich. Als 17-Jähriger verließ er Partizan Belgrad, um sich in Rumänien der Akademie von Gheorge Hagi anzuschließen, kein halbes Jahr später unterschrieb er bei der AS Roma, wurde dann aber bald in den Nachwuchs des FC Empoli verliehen.

Seine Zeit in Italien war jedoch von überschaubarem Erfolg geprägt, erst nach seiner Rückkehr nach Serbien konnte er für Cukaricki im Profi-Fußball Fuß fassen und schloss sich daraufhin im Sommer 2017 Roter Stern Belgrad an. Nach einer richtig starken Saison schnappte sich Olympique Marseille den trickreichen Außenbahn-Spieler mit Zug zum Tor um zwölf Millionen Euro. So richtig durchgesetzt hat er sich beim französischen Top-Klub aber noch nicht.

Luka Jovic

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DER Superstar schlechthin im serbischen Team. Soeben hat der Stürmer bis Sommer 2025 bei Real Madrid unterschrieben, mindestens 60 Millionen Euro Ablöse kassiert Eintracht Frankfurt für den 21-Jährigen. Dennoch lässt sich der Goalgetter eine Teilnahme an der U21-EM nicht nehmen. Dabei ist er mitterweile auch im A-Team gesetzt.

Über die vergangene Saison muss man wohl nicht viele Worte verlieren, wer die Leistungen des Serben nicht mitbekommen hat, interessiert sich bestimmt nicht für Fußball. 27 Tore in 48 Pflichtspielen für die SGE, darunter ein Fünferpack gegen Düsseldorf und zehn Treffer in der Europa League. Von Roter Stern Belgrad ausgebildet, verschlug es Jovic zunächst nach Zypern zu Apollon Limassol, danach zu Benfica, ehe sich die Franfurter im Sommer 2017 seine Dienste sicherten. Unter Trainer Adi Hütter platzte dann der Knoten.

Der Teamchef:

Goran Djorovic

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Der 47-Jährige hat als Spieler eine gute Karriere hingelegt. Nicht weniger als 49 Länderspiele für Jugoslawien hat der frühere Verteidiger bestritten - bei der WM 1998 schaffte er es bis ins Achtelfinale, bei der EURO 2000 ins Viertelfinale. Der Mann aus Pristina hat jahrelang für Roter Stern Belgrad gekickt, ehe er in Spanien für Celta Vigo, Deportivo La Coruna und Elche die Schuhe schnürte. Seit Sommer 2017 ist er serbischer U21-Teamchef.

Der Kader:

Name Verein 18/19
TOR: Boris Radunovic Cremonese
Dragan Rosic Mladost Lucani
Milos Ostojic Spartak Subotica
ABWEHR: Nikola Milenkovic Fiorentina
Vukasin Jovanovic Girondins Bordeaux
Svetozar Markovic Partizan Belgrad
Srdjan Babic Roter Stern Belgrad
Erhan Masovic AS Trencin
Miroslav Bogosavac Cukaricki
Aleksa Terzic Graficar Belgrad
Milan Gajic Roter Stern Belgrad
MITTELFELD: Sasa Lukic FC Torino
Uros Racic Teneriffa
Andrija Zivkovic Benfica
Danilo Pantic Partizan Belgrad
ANGRIFF: Nemanja Radonjic Olympique Marseille
Lazar Randjelovic Radnicki Nis
Luka Adzic RSC Anderlecht
Aleksandar Lutovac Rad Belgrad
Luka Jovic Eintracht Frankfurt
Dejan Joveljic Roter Stern Belgrad
Igor Zlatanovic Radnik Surdulica
Ivan Saponjic Benfica
TEAMCHEF: Goran Djorovic
Textquelle: © LAOLA1.at

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