ÖFB rechnet mit 80 Millionen Euro Umsatz
ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold bilanziert das Jahr 2026 positiv. Mehr als eine Million aus dem WM-Erlös gehen an Bundesliga.
PRESENTED BY
Der ÖFB steuert angetrieben von der WM und einem wirtschaftlich über den Erwartungen liegenden neuen Verbandscampus in Wien-Aspern auf einen neuen Rekordumsatz zu.
Man werde für das Jahr 2026 bei knapp 80 Mio. Euro landen, verrät Geschäftsführer Bernhard Neuhold der APA.
Bisheriger Rekordwert waren 74 Mio. Euro im EM-Jahr 2024 gewesen. Im Vorjahr erwirtschaftete der ÖFB bei 68 Mio. Euro Umsatz knapp eine Million Euro Gewinn.
ÖFB rechnet mit Überschuss im "geringen siebenstelligen" Bereich
"Heuer werden wir knapp darüber liegen", sagte Neuhold. "Wir rechnen mit einem Überschuss von einem geringen siebenstelligen Betrag." In etwa ein solcher blieb dem Fußball-Bund selbst auch von der ersten Männer-WM-Teilnahme seit 1998.
Bei der EM vor zwei Jahren in Deutschland hatte der ÖFB noch 12,75 Mio. Euro an Prämien erhalten, diesmal war es nicht zuletzt wegen der Aufstockung der WM auf 48 Teams mit 13,5 Mio. Dollar (11,8 Mio. Euro) etwas weniger.
Mehr als eine Million Euro für die Bundesliga
Abzüglich aller Organisationskosten erzielte der Verband laut Neuhold beim Turnier in Nordamerika einen Nettoerlös von rund sieben Millionen Euro, der großteils zur Verteilung kommt. An die Bundesliga und die Landesverbände werden knapp zwei Millionen Euro ausgeschüttet.
Der "Löwenanteil", nämlich mehr als eine Million Euro, gehe laut Neuhold an die Liga. Jede der neun Landesorganisationen erhalte einen im Vorfeld festgesetzten "symbolischen fünfstelligen Betrag". Auch die Spieler partizipieren.
Einzug ins WM-Sechzehntelfinale "Nullsummenspiel"
Die FIFA hatte beim WM-Preisgeld im Frühjahr nachgebessert, beteiligte sich beim Turnier auch an Flug- und Hotelkosten.
Das Erreichen des Sechzehntelfinales (0:3 gegen Spanien) blieb finanziell dennoch ein "Nullsummenspiel", wie es der ÖFB-Manager formulierte - zumal die zusätzliche ausgeschüttete Dollar-Million etwa durch zusätzliche Hotelkosten, mehr angefallene Honorare für externe Mitarbeiter und Bonifikationen für Spieler und Betreuer aufgefressen wurde.
Noch nicht restlos geklärt sind alle Steuerfragen. Die US-Behörden sind der Ansicht, dass alle Akteure ihre dort generierten Einkünfte im jeweiligen Bundesstaat versteuern müssen.
"Wir sind in guten Gesprächen mit unserem Steuerberater und Kollegen in den USA. Es besteht die Hoffnung, dass es sich im Rahmen abspielt und es zu keinem Nachteil kommt - weder für die Spieler noch für uns", sagte Neuhold. Dennoch werde man Vorsorge treffen und Rückstellungen bilden. Grünes Licht sollte in den nächsten Wochen erteilt werden.
Campus auch wirtschaftlich erfolgreich
Seit 2023 bilanziert der ÖFB durchgehend positiv. Einen zusätzlichen Deckungsbeitrag könnte in Zukunft auch der eigene Campus liefern. "Das muss die Zielsetzung sein", erklärte Neuhold.
Dabei sei man bei der Schaffung des im Vorjahr eröffneten und heuer in Vollbetrieb gegangenen Kompetenzzentrums anfangs noch von jährlichen Abgängen ausgegangen. "Für uns war immer klar, dass Infrastruktur Geld kostet, das wäre es uns wert gewesen", betonte der Geschäftsführer.
"Die Realität zeigt aber, dass es wesentlich besser läuft. Der Campus ist budgetär keine Belastung, sondern gibt uns sogar zusätzliche Möglichkeiten."
Es wurde mit Minus kalkuliert, aber...
Ursprünglich war inklusive einer jährlichen Abschreibung von 800.000 Euro mit einem Minus von 1,5 Mio. Euro kalkuliert. Die Budgetvorschau für dieses Geschäftsjahr weise für den Campus aber schon inklusive Abschreibung ein Plus von einer Million Euro aus.
Der Grund sind viele externe Veranstaltungen, etwa Trainingslager von englischen Clubs, von Bundesligisten, aber auch Trophy-Touren wie jene des WM-Pokals.
"Das sorgt dafür, dass wir gefühlt 365 Tage im Jahr Campus-Betrieb haben", sagte Neuhold. Dass es sich um Einmaleffekte handle, befürchtet der Niederösterreicher nicht. "Viele haben schon gesagt, dass sie wiederkommen wollen."
ÖFB-Campus sei "offenes Haus"
Im ersten Quartal 2027 sind auch Trainingslager von Amateurklubs vorgesehen. Neuhold: "Wir werden gar nicht alle Anfragen positiv beantworten können. Wir sehen den Campus aber weiter als offenes Haus. Ich bin überzeugt, dass das erst der Anfang war."
Mehr als drei Millionen Euro Umsatzvolumen steuere der Campus über externe Events zum ÖFB-Ergebnis bei. Auch das A-Nationalteam der Männer wird in jedem seiner Lehrgänge des Jahres 2026 einmal im Verbandszentrum gewesen sein.
Zuletzt bereiteten sich Teamchef Ralf Rangnick und seine Auswahl dort auf die Nations-League-Partien in Irland (2:2) und Kosovo vor.