ÖFB-Präsident Leo Windtner ist gegen FIFA-Pläne

ÖFB-Präsident Leo Windtner ist gegen FIFA-Pläne Foto: © GEPA
 

Die Pläne der FIFA - Weltmeisterschaften ab 2028 im Zwei-Jahres-Rhythmus zu veranstalten - sorgen seit Wochen rund um den Erdball für Aufregung.

Die Fronten erscheinen in dieser Angelegenheit klar - der Weltverband forciert sein eigenes Anliegen und hat dabei unter anderem die Unterstützung des afrikanischen Kontinentalverbandes.

Klare Ablehnung kommt von den beiden wichtigsten Kontinentalverbänden, jenen aus Europa und Südamerika. Der ÖFB steht den Plänen negativ gegenüber, auch wenn Noch-Präsident Leo Windtner für den Verband Vorteile erkennen würde. Selbst das IOC ist gegen eine "WM-Inflation".

Mehr Geld für die FIFA auf Kosten anderer

Mehr Weltmeisterschaften würden der FIFA mehr Geld bescheren, gleichzeitig aber den Wert von Kontinental-Turnieren wie der EURO oder der südamerikanischen Copa America mindern.

Auch die Olympische Bewegung hätte ein Problem. Ein Sommer, in dem neben Olympia eine Fußball-WM stattfindet, würde die öffentliche Aufmerksamkeit für die Spiele und damit die Einnahmen des IOC reduzieren.

Während sich die IOC-Funktionäre mit öffentlicher Kritik noch zurückhalten, gab es von der UEFA schon klare Statements gegen Weltmeisterschaften im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Windtner sieht Vorteile für Nationalteam

Der DFB liegt in dieser Angelegenheit ebenso auf einer Wellenlänge mit der UEFA wie der ÖFB, wie Präsident Leo Windtner gegenüber der APA betonte.

Dabei hätten mehr Weltmeisterschaften durchaus einen Reiz, erklärte der 71-Jährige. "Es wäre verlockend für eine Nation wie Österreich, diesen Plänen zuzustimmen. Mit der biennalen Austragung würde die Chance auf Teilnahmen steigen, einfach deshalb, weil es öfters die Chance dazu gibt. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass der Fußball von einem Inflationismus erfasst wird. Wir haben schon bei den Club-Bewerben ein bisschen mit dem Phänomen zu kämpfen, dass es eine Überfrachtung gibt."

"Im Sinne der Gesamtentwicklung"

Windtner wies in diesem Zusammenhang auf die ohnehin schon hohe Belastung der Spieler hin. Außerdem betonte der Oberösterreicher, mehr Männer-Weltmeisterschaften würde auch einen Bedeutungsverlust für den Frauenfußball nach sich ziehen.

"Im Sinne der Gesamtentwicklung des Fußballs ist es ganz klar besser, den Vier-Jahres-Rhythmus beizubehalten."

"Dann wird WM alle zwei Jahre eine Fata Morgana sein"

Die aktuelle Situation bezeichnete Windtner als "taktisches Geplänkel zwischen FIFA und UEFA". Demnächst sollte in dieser Angelegenheit Klarheit herrschen, vermutete der ÖFB-Chef. "Ich gehe davon aus, dass es noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben wird."

Dabei dürfte die FIFA die schlechteren Karten haben. "Wenn sich Südamerika und Europa einigen und hart bleiben, wird eine WM alle zwei Jahre eine Fata Morgana sein", vermutete Windtner.

Eventuell handelt es sich bei dem FIFA-Vorschlag einer WM-"Verdoppelung" auch nur um ein Ablenkungsmanöver, um im Hintergrund ein anderes Projekt voranzutreiben. "Es ist möglich, dass das alles wegen der Klub-WM vorgeschoben ist", sagte Windtner.

Die FIFA liebäugelt schon länger mit der Organisation eines Turniers der besten Vereine der Welt, das Milliarden bringen soll, aber ebenfalls auf Widerstand vor allem der UEFA stößt.

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

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