Einzelkritik zu Österreich gegen Schweden

 

Österreich hat sich mit einem ungefährdeten 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen WM-Teilnehmer Schweden für den Auftakt in der Nations League bei Bosnien-Herzegowina (11.9.) warmgeschossen.

Vor 11.100 Zuschauern bringen ein Eigentor von Helander (11.) und ein Tor von David Alaba (64.) die rot-weiß-rote Auswahl auf die Siegerstraße.

Ein glanzloser Sieg, vor allem spielerisch ist noch viel Luft nach oben.

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).

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HEINZ LINDNER (Grasshopper Zürich/20 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 1

Der frühere Austria-Goalie freute sich immens auf seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte und durfte sich nicht zu Unrecht mit "Heinzi-Lindner"-Sprechchören feiern lassen. Vor allem sein Wahnsinns-Save gegen den Hammer von Rohden kurz nach dem Seitenwechsel war große Klasse, der hätte voll im Kreuzeck eingeschlagen. Aber auch seine Parade in Minute 7 beim Weitschuss von Krafth war richtig stark. Wenn man wenig zu tun hat, aber die entscheidenden Bälle hält, hat man seine Sache gut gemacht.

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STEFAN ILSANKER (RB Leipzig/30/0), 90 Minuten, Note: 2

Foda packte die "Slowenien-Variante" aus, also durfte auch Ilsanker wieder einmal von Beginn an mitmachen. Zur Erinnerung: Gegen Slowenien im März übernahm der Leipzig-Legionär den rechten Part der Dreierkette mit dem Hintergedanken, dass er bei einem Switch auf eine Viererkette ins defensive Mittelfeld nach vorne rücken würde. Spielte damals gut und bekam in den vier Länderspielen danach aber dennoch keine Gelegenheit mehr, sich von Anfang an zu präsentieren. Auch diesmal defensiv solide, allerdings gegen biedere Schweden. In Minute 41 sehenswert einen im Ansatz gefährlichen Konter unterbunden. Nach vorne hin im Spielaufbau eher weniger präsent, über die Kollegen auf "seiner" rechten Seite ging lange Zeit allerdings auch recht wenig.

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SEBASTIAN PRÖDL (Watford/70/4), bis 46. Minute, Note: 2

Für Watford bislang nur im League Cup im Einsatz, im ÖFB-Team als Abwehr-Chef gesetzt. Organisierte die ÖFB-Verteidigung umsichtig, sah sich wie seine Kollegen in der Hintermannschaft nur mit wenig Druck der weitestgehend harmlosen Schweden konfrontiert. Bis auf eine Szene, als er bei einem – letztlich gestoppten – schwedischen Konter daneben fährt, ein umsichtiger Auftritt, der nur eine Halbzeit lang dauerte und wertvolle Spielpraxis im Hinblick auf den Nations-League-Auftakt gegen Bosnien brachte.

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MARTIN HINTEREGGER (FC Augsburg/32/3), 90 Minuten, Note: 2

Die Linkslastigkeit im ÖFB-Spiel ist sicher dem Star-Doppel Alaba/Arnautovic zuzuschreiben, aber auch dem Augsburg-Legionär, der im Spielaufbau das aktivste Mitglied der Dreierkette ist. Defensiv ließ er nicht wirklich etwas anbrennen und agierte gewohnt sattelfest. Nach der Auswechslung von Alaba und Arnautovic trug er übrigens die Kapitäns-Binde, was viel über sein Standing sagt.

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STEFAN LAINER (RB Salzburg/8/0), 90 Minuten, Note: 4

Die erste Halbzeit ging relativ spurlos an der rechten Seite und somit auch am Salzburg-Kicker vorbei. Von der Power, Dynamik und Verbissenheit, die ihn im Verein auszeichnet, war nichts zu sehen, von seinem Offensivdrang ebenfalls nicht. Dies mag allerdings auch daran gelegen haben, dass das ÖFB-Spiel die rechte Seite vornehmlich links liegen ließ. Nach der Pause präsenter, aber das geht natürlich besser.

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FLORIAN GRILLITSCH (Hoffenheim/12/1), bis 81., Note: 3

Man muss sich wiederholen: Auch der Hoffenheim-Legionär agierte vor der Pause blass und ließ sich von der ÖFB-Lethargie anstecken. Nach dem Seitenwechsel war auch bei ihm mehr Feuer drinnen. Was die Fähigkeit betrifft, das ÖFB-Spiel zu ordnen, blieb diesmal genügend Luft nach oben. Das machte er in seinen letzten Länderspielen besser.

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Die besten Bilder von Österreich gegen Schweden:

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PETER ZULJ (Sturm Graz/5/0), 90 Minuten, Note: 2

Seine Form aus den gelungenen ÖFB-Auftritten gegen Russland und Deutschland konnte er nur teilweise unter Beweis stellen, so wie die meisten der ÖFB-Kicker. Außerdem ist anzumerken, dass er auch bei Sturm noch nicht optimal in Schuss und um einiges von seiner Form der Vorsaison entfernt ist. Diesmal quasi als Baumgartlinger-Ersatz neben Grillitsch aufgeboten. Zulj tat sich vor allem vor der Pause schwer, das Spiel anzutreiben und seine Qualitäten als Box-to-Box-Spieler einzubringen. Nach dem Seitenwechsel wie fast alle ÖFB-Kicker verbessert, was sich bei ihm auch mit zwei Chancen – einem guten Schuss in Minute 50 und einem weniger gefährlichen in Minute 55 – belegen lässt. Seine Reaktion im zweiten Durchgang konnte sich sehen lassen, mit der einen oder anderen gelungenen Aktion zeigte er, was wirklich in ihm steckt. Dank Leistungs-Steigerung in Hälfte zwei hat er sich auch noch für ein Noten-Upgrade aufgedrängt.

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DAVID ALABA (FC Bayern/64/13), bis 65. Minute, Note: 2

Über links sollte der Weg zum ÖFB-Erfolg führen und das tat er in der ersten Hälfte auch, wenngleich unter entscheidender Mithilfe von Schweden-Goalie Nordfeldt. Es war eine Flanke von Alaba, die der Keeper Vordermann Helander zum Eigentor auf den Körper faustete. Ansonsten ging zwar vor der Pause fast alles über links, alleine es kam fast nichts dabei heraus, auch Alaba konnte sich kaum in Szene setzen. Nach der Pause ein anderes Bild, auch der Bayern-Star drehte auf und krönte seine starken 20 Minuten mit seinem schönen Tor zum 2:0. Diese Szene beendete auch seinen Arbeitstag, er wurde von Ulmer ersetzt. Nicht überragend zu spielen, aber die Partie mit einem Tor und einem Assist mitzuentscheiden, ist auch eine Qualität.

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ALESSANDRO SCHÖPF (Schalke/19/4), bis 59. Minute, Note: 4

Siehe Lainer: Die erste Halbzeit ging relativ spurlos an der rechten Seite und somit auch am Schalke-Legionär vorbei. Und dies ist noch wohlwollend formuliert. Kurz nach der Pause machte sich der Tiroler aber dann doch noch bemerkbar. Sein Schuss in Minute 51 ging nur knapp vorbei – auch für Schöpf ein Weckruf, der sich zu Beginn der zweiten Halbzeit wesentlich aktiver präsentierte, allerdings nur mehr 15 Minuten mitmachen durfte. In Minute 59 ersetzte ihn Foda durch Lazaro.

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GUIDO BURGSTALLER (Schalke/20/1), bis 59. Minute, Note: 3

Burgstaller und die Länderspiel-Tore... Wurde im 20. Länderspiel zum zweiten Mal für einen Treffer gefeiert – ein schönes Gefühl am Feld, wertlos für die Statistik. Denn das 1:0 ging nicht auf seine Kappe, sondern war ein Eigentor des schwedischen Innenverteidigers Helander. Aber der Schalke-Legionär bedrängte ihn zumindest erfolgreich. Ansonsten? Eine schwierige Partie für den zentralen Stürmer. Nach vorne ging gegen kompakt stehende Skandinavier wenig. Die eine oder andere Aktion gelang im Ansatz, zum Beispiel sein Haken im Strafraum in Minute 22, aber leider nicht in der Vollendung. Nach einer Stunde durch Gregoritsch ersetzt.

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MARKO ARNAUTOVIC (West Ham/73/19), bis 65., Gelb, Note: 2

Schatten und Licht, genau in dieser Reihenfolge. Über die erste Halbzeit gibt es auch bei Arnautovic bis auf zwei Schüsse weit über das Tor und ein mit Gelb bedachtes Frust-Foul wenig zu berichten. Dies ist schade, denn Österreich probierte es hauptsächlich über seine linke Seite. Nach der Pause deutete er gemeinsam mit Alaba an, wie das Zusammenspiel der beiden Kapitäne über links funktionieren sollte – besonders offensichtlich wurde es beim 2:0, das Arnautovic sehenswert vorbereitete. Danach wurde auch er ausgewechselt.

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ALEKSANDAR DRAGOVIC (Bayer Leverkusen/66/1), ab 46. Minute, Note: 2

Zu Spielbeginn "Opfer" der Dreierketten-Variante mit Ilsanker und nur auf der Ersatzbank. Kam zur Pause für Prödl ins Spiel und übernahm dessen Job als Organisator der Dreierkette. Ließ sich nichts zu Schulden kommen.

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MICHAEL GREGORITSCH (FC Augsburg/8/1), ab 59. Minute, Note: 3

Der Augsburg-Legionär trifft weiterhin in der deutschen Bundesliga, muss aber weiterhin auf seinen zweiten Einsatz von Beginn an für das Nationalteam warten. Diesmal bekam Burgstaller den Vorzug. Kurz nach seiner Einwechslung fiel das 2:0, danach musste das ÖFB-Team nicht mehr alles nach vorne werfen. Gregoritsch hatte aber die eine oder andere gute Szene. Schade, dass er in Minute 88 bei seiner Chance den Ball nicht aufs Tor brachte.

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VALENTINO LAZARO (Hertha BSC/14/0), ab 59. Minute, Note: 2

Der Hertha-Legionär verpasste den letzten Lehrgang und ist wie Gregoritsch und Sabitzer zurück. Kam für Schöpf und brachte in der letzten halben Stunde durchaus Schwung ins ÖFB-Spiel.

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MARCEL SABITZER (RB Leipzig/30/5), ab 65. Minute, Note: 3

Man glaubt es kaum, aber dies war die Länderspiel-Premiere von Sabitzer im Kalender-Jahr 2018, die letzten beiden Lehrgänge versäumte er verletzungsbedingt. Unter Foda spielte er bislang nur bei dessen Premiere gegen Uruguay, weshalb es durchaus überraschte, dass sich der Teamchef den Leipzig-Legionär in einem Test nicht von Beginn an anschaute. Bis auf einen geblockten Schuss nach der Einwechslung nicht allzu auffällig.

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ANDREAS ULMER (RB Salzburg/6/0), ab 65. Minute, Note: 3

Beinahe hätte man ein Länderspiel-Tor von Ulmer feiern dürfen. Seinen Schuss in der 80. Minute kann man schon mal versenken, leider ging der Versuch knapp am Tor vorbei. Der Salzburg-Routinier löste unmittelbar nach dessen Tor Alaba ab.

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XAVER SCHLAGER (RB Salzburg/5/0), ab 81. Minute, zu kurz eingesetzt

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Textquelle: © LAOLA1.at

Alaba, Arnautovic gegen Schweden und Bosnien ÖFB-Kapitäne

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